Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

Barco Telamon

Portfolios

Barco Telamon, Temple Hall, Las Caletas bei Arrecife, Lanzarote

Lage & Namen
Das Wrack des Frachters Telamon liegt vor Lanzarote in der Zone zwischen Arrecife und Costa Teguise, im Bereich Las Caletas nahe dem Hafen von Arrecife. Das Schiff wurde ursprünglich als Temple Hall gebaut, später Pantelis genannt und trägt seit 1977 den Namen Telamon. Sichtbar ist heute vor allem der hintere Teil, der über Jahrzehnte als markanter Orientierungspunkt an der Küste galt
(Wikipedia: Temple Hall ship,
Wikipedia: Temple Hall deutsch,
Gazette Life: The history of Lanzarote’s shipwreck).

Schiff und technische Daten

Die Temple Hall wurde in Dundee in Schottland von der Caledon Shipbuilding & Engineering Company als Baunummer 489 gebaut, am 24. September 1953 vom Stapel gelassen und im Februar 1954 fertiggestellt. Als Identifikation wird IMO 5354896 geführt. In den gängigen Angaben wird das Schiff mit rund 139,5 Metern Länge und 17,9 Metern Breite beschrieben, als klassischer Frachter seiner Zeit mit Dieselantrieb
(Wikipedia: Bau und Daten,
ClydeShips: TEMPLE HALL).

Geschichte

Als Temple Hall fuhr das Schiff zunächst für eine britische Reederei, 1969 wurde es verkauft und in Pantelis umbenannt. 1977 erfolgte die Umbenennung in Telamon. Diese Namensfolge ist in mehreren maritimen Registern und Zusammenstellungen dokumentiert und erklärt, warum das Wrack auf Lanzarote unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt ist
(Wikipedia: Owners and operators,
ClydeShips: Namenshistorie,
ShippingTandy: Temple Hall und Flottenkontext).

Havarie und Strandung 1981

Am 31. Oktober 1981 geriet die Telamon in schweres Wetter in der Meerenge La Bocayna zwischen Lanzarote und Fuerteventura. Das Schiff nahm Wasser in einem Laderaum auf, die Lage verschlechterte sich trotz Pumpen. Um ein Sinken auf See und eine mögliche Blockade des Hafens zu verhindern, wurde das Schiff im Bereich des Hafens von Arrecife auf einen weichen Strandgrund gesetzt. An Bord befanden sich laut dokumentierter Darstellung zudem größere Mengen Treibstoff, weshalb zeitnah Maßnahmen zur Entladung und Sicherung umgesetzt wurden. Kurz danach brach ein weiterer Sturm das Wrack, der vordere Teil sank, der hintere Teil blieb sichtbar
(Wikipedia: Loss and wreck,
Gazette Life: Historie und Kontext).

Spuren am Wrack

Auf den Fotos sind typische Merkmale eines seit Jahrzehnten ausgesetzten Stahlkörpers erkennbar. Der Rumpf zeigt großflächige Korrosionszonen, die Aufbauten sind stark beschädigt und teils offen. Erkennbar sind weiterhin Mast, Decksstruktur und die Silhouette der ehemaligen Brücke. Je nach Tide und Licht wirkt der Frachter wie ein schwarzer Block im Wasser, während die Details an Kanten und Öffnungen die fortschreitende Materialermüdung dokumentieren. In Berichten wird zudem beschrieben, dass das Wrack über Jahre bei Tauchern bekannt war, später aber aufgrund des Zustands als riskanter eingestuft wurde
(Travelon.world: Zustand und Risiko Einordnung,
Gazette Life: Geschichte des Wracks).

Heute

Die Telamon wurde über Jahrzehnte zu einem maritimen Wahrzeichen an der Industriezone von Arrecife. Gleichzeitig gab es wiederholt Pläne, das Wrack zu entfernen. In der Berichterstattung ist dokumentiert, dass Demontagearbeiten 2022 gestartet wurden und später wieder gestoppt wurden. Damit ist der Ort nicht nur ein Fotomotiv, sondern auch ein laufendes Thema zwischen Sicherheit, Küstenschutz und Entsorgung
(Gazette Life: The end of the Telamon,
Gazette Life: Breaking up the Telamon,
Wikipedia: Scrapping,
Lanzarote.com: Telamon stranded ship).

Mein Besuch 2026

Ich war 2026 in der Mittagssonne vor Ort. Das Licht war hart und klar, die Wasseroberfläche spiegelte stark, und das Heck stand als dunkle Silhouette vor dem Himmel. Von der Küste aus ließ sich das Wrack aus mehreren Blickwinkeln dokumentieren, einmal direkt über das Lavagestein am Ufer, einmal über die kleine Bucht mit Blick auf Hafenanlagen, Tanks und Windrad im Hintergrund. Ein Detail, das auf den Bildern ebenfalls sichtbar ist, ist die Sicherheitsinfrastruktur am Ufer mit Rettungsring und Notfallhinweisen. Die Serie zeigt die Telamon als das, was sie ist, ein realer Schiffskörper im Zerfall, dauerhaft präsent in einem industriellen Küstenraum, und fotografisch besonders durch die Verbindung aus Stahl, Salz und vulkanischer Landschaft.

Atmosphere / Atmosphäre
55%
Risk / Gefahr
67%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
81%

Spain, visited in 2026

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.


Casa de la Luz Rota

Portfolios

Casa de la luz rota – Verlassenes Wohnhaus im Inselinneren von Lanzarote

Lage & Namen
Den Namen Casa de la luz rota habe ich als Fantasietitel für ein verlassenes, vollständig eingerichtetes Wohnhaus im Inselinneren von Lanzarote gewählt. Von außen wirkt der Bau typisch für viele ältere Häuser der Insel: weiß gekalkte Wände, grüne Holzfenster und massive Türen in einem schlichten, funktionalen Grundriss
(Lanzarote.com – Lanzarote’s architecture).

Architektur & Bauweise

Traditionelle Häuser auf Lanzarote sind auf Klima und Wind ausgelegt. Die weißen Fassaden dienen als Reflexionsfläche gegen die Sonne, dicke Wände stabilisieren die Temperaturen im Inneren. Häufig sind die Gebäude eingeschossig und besitzen einen Lichthof oder zentrale Lichtführung. Patios und Dachflächen wurden zudem genutzt, um das wenige Regenwasser in Zisternen zu sammeln. Für Türen und Fenster gilt Grün als prägende Farbe, die laut lokalen Erzählungen auch mit dem Boots und Restfarben der Fischer in Verbindung gebracht wird
(Lanzarote.com – Traditionelle Architektur und Farbgebung).

Spuren im Haus

Im Inneren zeigt sich ein seltenes Bild: ein aufgegebener Haushalt, der nicht leergeräumt wurde. Ein langer Flur mit ovalem Wandspiegel und gerahmten Dokumenten führt in mehrere Räume. Deutlich sichtbar sind abplatzende Decken, Feuchtigkeitsspuren und großflächige Schimmelbilder an Wänden und Decken, durch undichte Bereiche und fehlende Instandhaltung. In den Wohnräumen stehen noch gemusterte Sitzmöbel, ein Tisch mit Spitzendecke, ein Holzbuffet mit Gläsern und Flaschen, sowie persönliche Kleinteile. Besonders eindrücklich wirkt eine gerahmte Familienfotografie, die dem Ort eine klare menschliche Vergangenheit gibt, ohne dass sich daraus belastbare Details ableiten lassen.

Heute

Das Haus ist in Teilen strukturell angeschlagen. Lose Deckenbereiche und beschädigte Bauteile machen deutlich, dass der Verfall nicht nur optisch ist. Gleichzeitig lassen sich an Material und Aufbau viele Merkmale der Inselarchitektur ablesen, die durch Gestaltungs und Schutzgedanken auf Lanzarote über Jahrzehnte geprägt wurden, unter anderem durch Einschränkungen bei Werbung und Bauwirkung im Landschaftsbild
(Lanzarote.com – Baukultur und Restriktionen,
France24 – The man who saved Lanzarote from overdevelopment).

Mein Besuch 2026

Ich war 2026 vor Ort, zur Mittagssonne. Das harte Licht zeigte jedes Detail: die Struktur der Kalkwände, die Patina der grünen Holzrahmen und die Spuren der Feuchtigkeit im Inneren. Beim Fotografieren wurde klar, wie schnell ein bewohnter Alltag in einen stillstehenden Zustand kippen kann, wenn Dächer und Pflege ausbleiben. Casa de la luz rota ist kein Ort mit gesicherter Storyline, aber ein Haus voller Belege: Möbel, Kleidung, Geschirr, Bilder, und damit ein dokumentarischer Querschnitt durch ein Leben, das hier einmal ganz normal stattgefunden hat.

Atmosphere / Atmosphäre
39%
Risk / Gefahr
4%
Vandalism / Vandalismus
4%
Decay / Verfall
47%

Spain, visited in 2026

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

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Presa de Mala

Portfolios

Presa de Mala, Staudamm von Mala, Haría, Lanzarote

Lage & Namen Die Presa de Mala liegt oberhalb des Ortes Mala im Norden Lanzarotes, Gemeinde Haría. Die Staumauer sperrt einen Abschnitt des Barranco del Estanque, auch im Kontext des Valle del Palomo genannt, ab und fällt schon von der nahegelegenen Hauptstraße als massive Betonwand im dunklen Vulkangestein auf (iAgua: Presa de Mala, Lanzarote Information: Presa de Mala).

Geschichte

Der Damm ist ein Produkt der 1970er Jahre. In Berichten wird er als Großprojekt der späten Franco-Zeit beschrieben, gebaut mit dem Ziel, Wasser zu speichern, jedoch nie offiziell in Betrieb genommen, weil die Abdichtung nicht funktionierte und das Wasser versickerte. Auch die Erschließung blieb unvollständig, selbst nach der Fertigstellung wurde eine geplante Anbindung für Tankfahrzeuge nicht realisiert (idealista/news: Problematik der Abdichtung, Lanzarote Information: Bau und Erschließung, La Voz de Lanzarote: Kontext en desuso).

Archäologische Spuren

Auch ohne Antike besitzt die Presa ihre eigenen, klar lesbaren Spuren, eine monumentale Betonstaumauer im Barranco, die ein Becken mit einer realen Kapazität von 186.000 m³ und einer Wasserhöhe von rund 30 Metern erzeugen sollte. Technisch prägend sind außerdem die Anlagen zur Kontrolle des Bauwerks. In offiziellen Mitteilungen werden Zugänge zu Drainagegalerien sowie Sicherungen an Öffnungen und am oberen Bereich, der Dammkrone, beschrieben. Das zeigt, wie wichtig Beobachtung, Ableitung und Kontrolle bei diesem Baukörper sind (Historia de Haría: Daten zur Presa, Cabildo de Lanzarote: Sicherheitsmaßnahmen, Consejo Insular de Aguas: Vallado, puertas, seguridad).

Heute

Heute steht die Presa de Mala sinnbildlich für die harte Wasserrealität Lanzarotes, ein Damm, der als Speicher nie zuverlässig funktionierte, aber als Bauwerk dennoch Teil der Insel-Infrastruktur bleibt. Offizielle Stellen berichten in den letzten Jahren vor allem über Sicherungs- und Schutzmaßnahmen, erneuerte Zäune an der Dammkrone, gesicherte Türen zu den Galerien sowie zusätzliche Abdeckungen oder Schutzgitter an Öffnungen. Damit wird klar, der Ort ist weiterhin relevant, nicht als Touristenattraktion, sondern als kontrollbedürftige Großstruktur in einer Landschaft, in der Starkregen und Abflussereignisse plötzlich ernst werden können (Cabildo de Lanzarote: Presa de Mala, Consejo Insular de Aguas: Maßnahmen, idealista/news: Einordnung der Funktion).

Mein Besuch 2026

Ich war 2026 bei schönem, leicht bewölktem Wetter an der Presa. Genau diese weiche Wolkendecke macht die Szene lesbar, Betonflächen, dunkles Vulkangestein und die ruhige Linie des Beckens wirken dadurch weniger hart, fast grafisch. Während wir fotografierten, starteten am Fels nebenan Paragleiter, und vom Staudamm aus konnten wir zusehen, wie sie aus der Höhe in die Thermik kippten und über dem Tal kreisten. In solchen Momenten wird die Presa mehr als ein gescheitertes Wasserprojekt, ein Aussichtspunkt auf Landschaft, Wind und Maßstab, und ein Motiv, das zeigt, wie brutal modern Infrastruktur in einer vulkanischen Inselwelt stehen kann.
Atmosphere / Atmosphäre
90%
Risk / Gefahr
3%
Vandalism / Vandalismus
16%
Decay / Verfall
22%

Spain, visited in 2026

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Hotel Atlantida del Sol

Portfolios

Hotel Atlántida del Sol – Los Charcones / Playa Blanca (Lanzarote)

Lage & Namen
Die Hotelruine liegt in der Gemeinde Yaiza an der Costa del Rubicón, nordwestlich von Playa Blanca, in unmittelbarer Nähe der Naturpools Los Charcones. In der lokalen Berichterstattung taucht sie unter mehreren Namen auf: als ‘Atlantis del Sol’ (Projektname), als ‘Atlante del Sol’ (gängige Bezeichnung) sowie historisch als ‘El Náutico Lanzarote’, der Name des Gebäudes in der ursprünglichen Lizenz von 1972
(Diario de Lanzarote – Atlantis/Atlante del Sol,
Biosfera Digital – Hotel Atlante,
Lanzarote Information – „Ghost Hotel“).

Geschichte

Laut Gerichts- und Presseberichten stützt sich die Debatte bis heute auf eine Kommunal-Lizenz vom 23. Dezember 1972, erteilt für das Gebäude ‘El Náutico Lanzarote’ als erstes Element der geplanten Urbanisation ‘Atlantis del Sol’. Das Gesamtprojekt wurde als groß dimensioniertes Vorhaben mit deutschem Kapital beworben; als Zielgröße werden 25.000 touristische Plätze genannt. Der Bau blieb unvollendet und ging nie in Betrieb. Spätere Versuche, die Einstufung des Geländes zu ändern und dem Komplex (z. B. als sozio-sanitäre Einrichtung) eine neue Nutzung zu geben, scheiterten am Planungsrecht und wurden auch gerichtlich zurückgewiesen
(Diario de Lanzarote – TSJC/PGO Yaiza,
Biosfera Digital – Lizenz 1972 & Planungsversuch,
Xataka – Hintergrund & juristische Einordnung).

Archäologische Spuren

Auch wenn es sich nicht um „Archäologie“ im klassischen Sinn handelt, ist die Ruine als Baukörper eindeutig lesbar: Zeitgenössische Berichte nennen eine Ausführung von vier Stockwerken und eine Kapazität von über 500 Plätzen (für das ‘Náutico’ wird als Planungsgröße auch 450 Plätze erwähnt). Das Objekt steht in einem Zustand „klarer Degradation“; die Lage ist infrastrukturell bis heute abseits – selbst in den Akten wird betont, dass es keine asphaltierte Straße bis zum Komplex gibt. Dadurch wirkt der Bau wie ein eingefrorenes Fragment einer Entwicklungslogik der 1970er Jahre: massiver Rohbau, aber ohne die funktionierende Umgebung, die ihn je hätte tragen können
(Biosfera Digital – 4 Stockwerke / >500 Plätze,
Diario de Lanzarote – 450 Plätze / keine Asphaltstraße).

Heute

Der Standort ist planungsrechtlich stark eingeschränkt: In den offiziellen Auseinandersetzungen wird er als suelo rústico de protección natural beschrieben und als Teil der Red Natura 2000 bzw. ZEPA (Vogelschutzgebiet) eingeordnet. Das Gericht stellte klar, dass eine seit 1972 nicht vollendete und später durch neue Gesetzeslagen überholte Lizenz nicht „wiederbelebt“ werden kann. Damit bleibt der Komplex politisch wie praktisch ein Problemfall – zwischen Fortbestand als Ruine und Rückbau
(Diario de Lanzarote – Schutzstatus/ZEPA & Urteil,
Biosfera Digital – PIOT 1991 / Perspektive Rückbau).

Mein Besuch 2026

Ich war 2026 bei Sonnenaufgang vor Ort. In diesem Licht wirkt der Rohbau noch massiver, weil Konturen, Bruchkanten und leere Fensteröffnungen stärker hervortreten als am Tag. Der Komplex zeigte deutlich sichtbare Schäden und instabile Bereiche. Ein Ort, der fotografisch extrem stark ist, aber dessen Zustand den Respekt vor jedem Schritt erzwingt.

Atmosphere / Atmosphäre
61%
Risk / Gefahr
25%
Vandalism / Vandalismus
73%
Decay / Verfall
65%

Spain, visited in 2026

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Torres das Aguias

Portfolios

Torre das Águias – Águias / Brotas (Mora)

Lage & Namen
Die Torre das Águias (auch Solar das Águias) steht in der Ortschaft Águias, Freguesia Brotas, Município Mora (Distrikt Évora) im Alentejo. Sie liegt auf der Herdade da Águias (Outeiro do Peso) nahe der EM2 (Montemor-o-Novo – Mora) und wird in den offiziellen Datenbanken als Architektur Civil / Torre geführt.
(Património Cultural – Torre das Águias (70383),
VisitMora – Torre das Águias,
Wikipedia – Torre das Águias).

Geschichte

Die Torre wurde in der extinta Vila das Águias errichtet, die bereits 1361 als Sitz eines Concelho erwähnt wird; 1519 erhielt der Ort erneut ein Foral, verlor jedoch 1535 seinen kommunalen Status und wurde in die Freguesia Brotas integriert. Das Landgut wechselte 1520 den Besitzer und ging an D. Nuno Manuel, den guarda-mor des Königs D. Manuel, der die Anlage als „solar fortificado“ im gótico-manuelino errichten ließ – vermutlich auch als Unterkunft bzw. Rastpunkt bei der damaligen Jagd der Hochadeligen
(Património Cultural – Historisch-artistische Notiz,
Wikipedia – História).
Als Monumento Nacional ist die Torre seit dem Dekret vom 16-06-1910 (publiziert im DG n.º 136, 23-06-1910) klassifiziert
(Património Cultural – Proteção (MN)).

Archäologische Spuren

Auffällig ist die wuchtige, nahezu wehrhafte Erscheinung: ein quadratischer Grundriss mit vier Geschossen, rhythmisiert durch Fensteröffnungen; oben ein Terrassendach, seitlich von Merlons begrenzt und von konischen „Nadeln“ (als Wachhäuschen/Guaritas beschrieben) akzentuiert. Im offiziellen Eintrag werden außerdem die zehn Schornsteine des Gebäudes erwähnt – ein Detail, das die Nutzung als herrschaftlicher Wohn- und Funktionsbau unterstreicht. Im Inneren besitzt das Erdgeschoss einen großen Saal mit Rippengewölbe (abóbada de ogivas); das folgende Geschoss ist als Andar nobre mit erneut gewölbtem Saal beschrieben, während die oberen Ebenen mit abgeflachten Gewölben ausgeführt sind
(Património Cultural – Beschreibung (Planta, Terraço, Abóbadas),
Wikipedia – Características).

Heute

Laut offizieller Erfassung hat die Torre derzeit keine Nutzung; der Zustand von abandono e degradação ist deutlich sichtbar. In lokalen und wissenschaftlichen Bezügen wird sie immer wieder als Monumento Nacional em risco beschrieben – ein Ort, dessen Substanz beeindruckt, aber dessen Erhalt dringend konsolidierende Maßnahmen braucht
(Património Cultural – Zustand/Heutige Nutzung,
Universidade de Évora – „Monumento Nacional em risco“ (2014)).

Mein Besuch 2023

Wir erreichten die Torre bei Sonnenuntergang – und genau dann zeigt der Bau seine ganze Monumentalität. In die erste Etage mussten wir über eine kaputte Treppe klettern; im Inneren war das Betreten durch Teileinstürze und lose Bereiche spürbar gefährlich. Gerade diese Mischung aus herrschaftlicher Architektur und offenem Verfall macht die Torre das Águias zu einem der eindrücklichsten, aber auch heikelsten Ruinenmotive der Region.

Atmosphere / Atmosphäre
76%
Risk / Gefahr
28%
Vandalism / Vandalismus
11%
Decay / Verfall
84%

Portugal, visited in 2023

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Ghost Town Lifta

Portfolios

Ghost Town Lifta – Mey Naftoah / Jerusalem

Lage & Namen Lifta (arab. al-Liftā) liegt am westlichen Stadtrand Jerusalems, direkt unterhalb des Highway 1, an den Hängen eines steilen Tals. Der Ort ist seit Jahrhunderten an eine ergiebige Quelle gebunden, deren Wasser in ein Felsbecken fließt und die umliegenden landwirtschaftlichen Terrassen mitprägte. In historischen Bezügen wird Lifta häufig mit Mey Naftoah (Mei Neftoach) in Verbindung gebracht; UNESCO führt das Ensemble als außergewöhnlich authentisches, aufgegebenes Dorf mit Quelle, Terrassen und ungestörten archäologischen Resten (UNESCO – Liftah (Mey Naftoah), Wikipedia – Lifta, Israel Antiquities Authority – Lifta Survey).

Geschichte

UNESCO beschreibt Lifta als das einzige historische, weitgehend intakte palästinensische Dorf, das nach seiner Aufgabe im Jahr 1948 nicht wiederbesiedelt oder abgerissen wurde – wodurch sich Struktur, Materialität und Typologien der Häuser in ungewöhnlicher Echtheit erhalten haben. Gerade weil der Ort nicht modern überformt wurde, steht Lifta heute im Spannungsfeld zwischen Kulturerhalt und Entwicklungsdruck und wird international als gefährdetes Erbe diskutiert (UNESCO – Beschreibung & Begründung, World Monuments Fund – Lifta, Times of Israel – Lifta & Watch-List).

Archäologische Spuren

Ein Survey der Israel Antiquities Authority (2008; publiziert 2010) identifizierte 33 Fundstellen mit antiken Resten. Zentral ist die Quelle mit Becken und Abfluss; dokumentiert wird außerdem eine in der Antike angelegte, lange, in den Fels geschlagene Tunnelanlage, die parallel zur Mergelschicht verlief, um die Wasserführung zu erhöhen. Zu den erfassten Installationen gehören u. a. Zisternen, eine mögliche Grabnutzung (Höhlenöffnung), eine Fels-Weinpresse, ein Steinbruch sowie die Dorf-Moschee mit Mihrab und Zisterne im Hof. Diese Dichte macht Lifta nicht zu „einer Ruine“, sondern zu einem lesbaren System aus Wasserwirtschaft, Kulturlandschaft und Siedlungsarchitektur (Israel Antiquities Authority – Jerusalem, Lifta, Survey).

Heute

Heute wirkt Lifta wie ein Dorf, das man vergessen hat, obwohl die Stadt nur wenige Minuten entfernt ist: offene Fensterhöhlen, eingestürzte Dächer, Treppen ins Leere – dazwischen Terrassen, Gärten und der Quellbereich als natürlicher Magnetpunkt. Genau diese Nähe zur Gegenwart macht den Ort fotografisch so stark: oben Infrastruktur und Tempo, unten Stein, Wasser und eine Struktur, die nahezu unangetastet blieb (UNESCO – Liftah, World Monuments Fund – Lifta, Backpack Israel – Lifta Walk).

Mein Besuch 2023

Lifta ist kein Lost Place, der über Effekte funktioniert, sondern über Substanz: die Terrassen als Handschrift der Landwirtschaft, das Mauerwerk als Chronik des Alltags und die Quelle als Herzschlag des Orts. Wer hier fotografiert, merkt schnell, dass jede Perspektive automatisch dokumentarisch wird – weil das Ensemble als Ganzes erzählt. Genau das ist die Stärke von Lifta: keine einzelne „Attraktion“, sondern ein vollständiges Dorf, das man Schicht für Schicht lesen kann.
Atmosphere / Atmosphäre
84%
Risk / Gefahr
22%
Vandalism / Vandalismus
32%
Decay / Verfall
87%

Israel, visited in 2023

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Castle Cafarlet

Portfolios

Cafarlet Fortress – Kafr Lam / HaBonim

Lage & Namen
Die Festung Cafarlet (auch Capharleth) liegt im heutigen Moshav HaBonim an Israels Küste, auf dem Gelände des aufgegebenen arabischen Dorfes Kafr Lam. In den Quellen erscheint sie als frühislamische Küstenfestung in Form eines römischen castrum mit seltenen runden Ecktürmen – Hinweise auf eine Entstehung vor der Kreuzfahrerzeit (Wikipedia – Cafarlet, Wikipedia – Kafr Lam, Spotting History).

Geschichte

Errichtet wurde die Anlage im 8./9. Jahrhundert (Umayyaden/Abbassiden) als ribat gegen byzantinische Angriffe; später nutzten und verstärkten sie die Kreuzfahrer. Im 13. Jahrhundert wechselte Cafarlet zwischen dem Hospitaller- und dem Templerorden, bevor sie 1291 an die Mamluken fiel. Die Festung bewachte die Küstenstraße zwischen Caesarea und ‘Atlit (Cafarlet, Kafr Lam, BibleWalks – HaBonim).

Archäologische Spuren

Rund um die Mauern finden sich byzantinische Weinpressen und – am Fuß der Festung – eine in den Fels geschlagene Grabkammer mit mehreren aus dem Fels gehauenen Liegenischen (hewn crypts) (Israel’s Good Name – Cafarlet). Die Kombination aus frühislamischem Grundriss und kreuzfahrerzeitlichen Umbauten macht Cafarlet zu einem seltenen Küstenfort mit klar lesbaren Bauphasen (Cafarlet, BibleWalks).

Heute

Die Ruine liegt frei zugänglich innerhalb von HaBonim; Reste von Ringmauern, Türmen und Innenräumen sind sichtbar. Das Ensemble gehört zu den „stillen“ Kreuzfahrerorten abseits der großen Touristenziele – zwischen Dünen, Kurkar-Felsen und Naturreservat (Gems in Israel, Spotting History).

Mein Besuch 2023

Bei meiner Besichtigung geriet ich beinahe in ein verdecktes Loch am Hang – aus dem es von Schlangen wimmelte. Kurz darauf stießen wir am Fuß der Festung auf eine Felsgrabkammer mit mehreren Nischen; zwischen den Steinen lagen Knochenreste. Solche rock-cut tombs sind vor Ort dokumentiert, was den Fund archäologisch plausibel macht (Israel’s Good Name – Burial cave mit hewn crypts). Cafarlet verbindet Küstenlandschaft, Militärarchitektur und sehr direkte Spuren vergangener Leben – ein Ort, an dem Geschichte nicht nur gelesen, sondern gesehen und gespürt wird.

Atmosphere / Atmosphäre
73%
Risk / Gefahr
17%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
91%

Israel, visited in 2023

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Mina de Mármol Las Galeras Samaná

Portfolios

Mina de Mármol – Las Galeras, Samaná

Ein teilweise verlassener Marmorsteinbruch in der Dominikanischen Republik
Die Mina de Mármol in Las Galeras, Provinz Samaná, ist ein verborgenes Relikt industrieller Geschichte und zugleich ein Symbol der Rückeroberung durch die Natur. Zwischen massiven Steinwänden, üppiger Vegetation und tropischer Stille zeigt sich hier ein faszinierendes Wechselspiel aus Handwerk und Verfall (EcuRed, Dominican Today). Wir besuchten den Ort im Februar 2025 – ein Erlebnis zwischen Dokumentation und Entdeckung.

Geschichte der Mina de Mármol

Der Marmorabbau in der Region begann in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, als in Las Galeras und Umgebung mehrere kleine Steinbrüche eröffnet wurden. Der gewonnene weiße und graue Marmor wurde vor allem für Bau- und Dekorationszwecke exportiert, teilweise bis nach Santo Domingo und Puerto Rico (EcuRed). In den 1990er-Jahren kam der Abbau aufgrund logistischer und wirtschaftlicher Schwierigkeiten weitgehend zum Erliegen. Einige Bereiche werden bis heute punktuell genutzt, während andere seit Jahrzehnten brachliegen (Dominican Today, Lonely Planet).

Heutige Erscheinung

Der Steinbruch beeindruckt mit monumentalen, von Menschenhand geschaffenen Wänden, die heute von Moos, Farnen und tropischen Pflanzen überzogen sind. In manchen Abschnitten sind noch Werkspuren, Bohrlöcher und Schneidespuren sichtbar – stille Zeugen der früheren Arbeit (YouTube: Mina de Mármol Las Galeras Drone View). Das Spiel aus Licht, Schatten und Stein schafft eine fast sakrale Atmosphäre. Einige Abschnitte werden gelegentlich betreten oder fotografisch genutzt, andere sind vollständig von Vegetation umwachsen und kaum mehr zugänglich.

Natürliche Rückeroberung

In den stillgelegten Bereichen dominiert heute die Natur. Zwischen den Marmorblöcken wachsen Palmen, Hibiskus und Bromelien; Regenwasser sammelt sich in kleinen Becken, in denen sich das helle Gestein spiegelt. Diese Mischung aus tropischer Lebenskraft und industriellem Erbe macht die Mina de Mármol zu einem einzigartigen Lost Place der Karibik (Dominican Today, EcuRed).

Anreise & Zugang

Die Mina de Mármol liegt etwa 7 Kilometer von Las Galeras entfernt und ist über eine unbefestigte Straße erreichbar. Ein Geländewagen ist empfehlenswert, besonders nach Regenfällen. Offizielle Touren gibt es nicht, doch Einheimische können Hinweise zum Zugang geben. Besucher sollten Rücksicht auf die teilweise noch genutzten Bereiche nehmen und festes Schuhwerk tragen (Lonely Planet).

Unser Besuch im Februar 2025

Als wir 2025 dort standen, glitzerte das Licht auf den hellen Steinflächen, während in der Ferne das Meer rauschte. Die Luft war erfüllt vom Geruch feuchter Erde und Salz – ein Moment zwischen Industriegeschichte und tropischer Ewigkeit. Die Mina de Mármol ist kein Museum, sondern ein lebendiger Beweis dafür, wie Natur und Mensch ineinandergreifen, wenn Zeit und Zweck ihre Bedeutung verlieren. Ein Ort, an dem das Vergangene nicht endet, sondern langsam weiterwächst.

Atmosphere / Atmosphäre
62%
Risk / Gefahr
11%
Vandalism / Vandalismus
4%
Decay / Verfall
46%

Dominican Republic, visited in 2025

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Menara Larkin Office Tower

Portfolios

Dieses unfertige Gebäude sollte einst einer der größten Bürokomplexe von Johor Bahru werden. Wie viele Etagen die damaligen Baupläne vorgesehen haben, ist unbekannt. 17 von 21 Etagen wurden von außen verputzt und mit Fenstern versehen, die restlichen 4 Etagen befinden sich im Rohbau. Das Menara Larkin Office wurde Anfang der 2000er Jahre errichtet, ging aber nie in Betrieb. In Johor Bahru gab es ein Überangebot an Büroflächen, da es einen Boom im Bauwesen gab und zahlreiche neue Bürokomplexe aus dem Boden gestampft wurden. Als der finanzielle Druck für die Investoren zu groß wurde, wurde das Bauvorhaben gestoppt.

Lange Zeit waren die Türen der aufgegebenen Bauruine offen, und Sprayer sowie Vandalen haben sich in den unteren Etagen ausgetobt. Mittlerweile wird die Liegenschaft rund um die Uhr von einem Sicherheitsdienst bewacht. Die Zukunft des Menara Larkin Office ist ungewiss. Es gibt Vorschläge zur Sanierung und Neunutzung des Gebäudes, doch bislang fehlt es an Investoren und konkreten Plänen. Angesichts der aktuellen Lage scheint ein Abriss und die Neuentwicklung des Grundstücks eine mögliche Option zu sein.

Atmosphere / Atmosphäre
39%
Risk / Gefahr
17%
Vandalism / Vandalismus
45%
Decay / Verfall
33%

Malaysia, visited in 2024

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

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Jewish Orthodox Cemetery Bratislava

Portfolios

Der jüdische Friedhof in Bratislava ist ein bedeutendes historisches und kulturelles Denkmal im Stadtteil Staré Mesto der slowakischen Hauptstadt. Der 1843 gegründete Friedhof diente der zentralen jüdischen Gemeinde Bratislavas als Hauptbegräbnisstätte und spiegelt die wechselvolle Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Region wider. Der Friedhof ersetzte ältere Begräbnisstätten und wurde schnell zu einem wichtigen Ort für die jüdische Gemeinschaft in Bratislava, die damals als Pressburg bekannt war. Pressburg war ein bedeutendes Zentrum des jüdischen Lebens in Mitteleuropa. Der Friedhof dokumentiert die lange Präsenz und den kulturellen Einfluss der jüdischen Bevölkerung in der Stadt.

Im 20. Jahrhundert erlitt die jüdische Gemeinde schwere Verluste, besonders während des Zweiten Weltkriegs und der Besatzung durch Nazi-Deutschland. Viele Mitglieder der Gemeinde wurden deportiert und ermordet, und der Friedhof litt unter Vernachlässigung und Verfall. In der Nachkriegszeit wurden jedoch verstärkte Anstrengungen unternommen, das historische Erbe zu restaurieren und zu bewahren. Der Friedhof zeichnet sich durch eine Vielzahl kunstvoller Grabsteine aus, die verschiedene Stile und Epochen repräsentieren. Diese Grabsteine sind oft mit hebräischen Inschriften versehen und enthalten eine Vielzahl von Symbolen aus der jüdischen Tradition. Einige der Gräber sind aufwendig gestaltet und zeugen von der Bedeutung der dort beigesetzten Persönlichkeiten. Besonders hervorzuheben ist das Grab von Rabbi Moses Sofer, auch bekannt als Chatam Sofer, einem der bedeutendsten jüdischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Sein Grabmal ist ein wichtiger Pilgerort für Juden aus aller Welt und zieht jährlich viele Besucher an.

In den letzten Jahren haben verschiedene Organisationen und Initiativen intensiv daran gearbeitet, den Friedhof zu restaurieren und zu erhalten. Diese Bemühungen umfassen sowohl physische Restaurierungsarbeiten an den Grabsteinen und der Infrastruktur als auch wissenschaftliche Dokumentation und Erforschung der dort beigesetzten Personen und ihrer Geschichten. Die Restaurierungsarbeiten sind oft ein Gemeinschaftsprojekt, das von jüdischen Gemeinden, lokalen Behörden und internationalen Unterstützern getragen wird. Heute dient der jüdische Friedhof in Bratislava sowohl als Ort der Erinnerung als auch als historisches Denkmal, das Besuchern offensteht. Er ist eine wichtige Bildungsressource, die Einblicke in die Geschichte der jüdischen Gemeinschaft in Bratislava und der weiteren Region bietet. Besucher können Informationstafeln und Führungen nutzen, die die historische und kulturelle Bedeutung des Friedhofs erläutern.

Atmosphere / Atmosphäre
72%
Risk / Gefahr
0%
Vandalism / Vandalismus
0%
Decay / Verfall
32%

Slovakia, visited in 2022

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