
Lost Places in Belgien gehören zu den vielfältigsten verlassenen Orten Europas. Verfallene Schlösser, stillgelegte Zechen, aufgegebene Fabriken, ehemalige Krankenhäuser und militärische Anlagen erzählen von der wechselvollen Geschichte des Landes.
Seit vielen Jahren fotografiere ich verlassene Orte in Flandern, Wallonien und der Region Brüssel. Dadurch entstand eines der umfangreichsten Länderarchive auf lost-places.com. Die Aufnahmen dokumentieren sowohl bekannte Industriedenkmäler als auch Orte, die inzwischen abgerissen, saniert oder einer neuen Nutzung zugeführt wurden.
Belgien besitzt eine außergewöhnlich große Zahl historischer Schlösser, Herrenhäuser und repräsentativer Villen. Einige dieser Gebäude verloren nach dem Tod ihrer Eigentümer, durch hohe Unterhaltungskosten oder gescheiterte Nutzungskonzepte ihre ursprüngliche Funktion.
Zu den bekanntesten Beispielen gehört das Château Miranda, das auch unter dem Namen Château de Noisy bekannt war. Das neugotische Schloss entwickelte sich zu einem international bekannten Lost Place, bevor es abgerissen wurde.
Weitere Beispiele sind das Château des Amerois, das Château Nottebohm und zahlreiche kleinere Landsitze. Ihre Architektur reicht von klassizistischen Herrenhäusern bis zu historistischen Schlossanlagen.
Die Industrialisierung prägte vor allem den Süden Belgiens. Kohlebergbau, Stahlproduktion, Glasindustrie und Energiegewinnung schufen eine dicht bebaute Industrielandschaft. Nach der Stilllegung vieler Betriebe blieben Fördertürme, Maschinenhallen und Kraftwerke zurück.
Ein besonders eindrucksvoller Ort ist die ehemalige Zeche Hasard Cheratte. Ihr markanter Förderturm und die burgähnliche Architektur machten sie zu einem Wahrzeichen der belgischen Industriekultur.
Auch die Zeche Beringen, das Charbonnage du Gouffre und die Kokerei von Anderlues dokumentieren die Bedeutung des Bergbaus für die belgische Wirtschaft.
Durch seine Lage zwischen mehreren europäischen Großmächten wurde Belgien wiederholt zum Schauplatz militärischer Konflikte. Festungen, Kasernen, Bunker und unterirdische Anlagen erinnern besonders an die beiden Weltkriege und den Kalten Krieg.
Das Fort de la Chartreuse bei Lüttich wurde über lange Zeit militärisch genutzt. Nach seiner Aufgabe entwickelte sich das weitläufige Gelände zu einem von Vegetation überwachsenen Lost Place.
Daneben dokumentiere ich unter anderem das Fort Broechem, das Fort de Boncelles und weitere aufgegebene Verteidigungsanlagen.
Belgische Lost Places beschränken sich nicht auf Industrie und Militär. Auch frühere Freizeitangebote, Schulen, Krankenhäuser, Theater und Verwaltungsgebäude stehen in meinem Archiv.
Der Dadipark war einer der bekanntesten verlassenen Freizeitparks Europas. Seine stillgelegten Fahrgeschäfte wurden über Jahre von der Natur zurückerobert, bevor das Gelände geräumt wurde.
Weitere Beispiele sind die ehemalige Pferderennbahn Hippodrome de Boitsfort, das verlassene Hospital Heilig Hart und das frühere Cinema Theater Varia.
Viele der von mir fotografierten Orte existieren heute nicht mehr in ihrem damaligen Zustand. Manche Gebäude wurden abgerissen, andere saniert oder in Wohn-, Kultur- und Gewerbeprojekte integriert.
Dadurch besitzen ältere Aufnahmen einen wachsenden dokumentarischen Wert. Sie zeigen nicht nur den Verfall, sondern bewahren Architektur, Einrichtungen und industrielle Strukturen, die später unwiederbringlich verschwanden.
Auch verlassene Gebäude haben Eigentümer. Zahlreiche Anlagen sind abgesperrt, einsturzgefährdet oder werden überwacht. Ein Betreten ohne Genehmigung kann gefährlich und rechtswidrig sein.
Meine Fotografien verstehen sich als historische und journalistische Dokumentation. Genaue Zugänge zu nicht öffentlich zugänglichen Orten veröffentliche ich nicht. Eigentumsrechte und der Schutz der vorhandenen Substanz stehen bei meiner Arbeit an erster Stelle.











































































































































































