Eglise Michael ist eine verlassene Kirche in Belgien, die ich im Jahr 2011 fotografisch dokumentierte. Hinter ihrer rot verputzten Fassade verbirgt sich ein stark beschädigter Sakralraum mit steinernen Säulen, Rundbögen, historischen Grabplatten und einer zurückgelassenen Orgel.
Besonders eindrucksvoll sind die teilweise erhaltenen Bleiglasfenster. Trotz zahlreicher fehlender und zerbrochener Scheiben lassen sich noch religiöse Figuren, Engel und ornamentale Verzierungen erkennen. Das einfallende Tageslicht bringt für kurze Momente Farbe in den ansonsten blassen Innenraum.
Die Vorderseite der Kirche wird von einem hohen, rechteckigen Turm geprägt. Heller Naturstein gliedert die rot gefärbte Fassade und hebt die Gebäudeecken, Fensteröffnungen und das Portal hervor. Über dem Eingang befindet sich eine steinerne Figurennische. Geschwungene Giebelformen verbinden den Turm optisch mit dem Kirchenschiff.
Im Inneren teilen massive Rundsäulen den Raum in mehrere Bereiche. Die Säulen tragen verzierte Bögen und eine ehemals aufwendig gestaltete Decke. An vielen Stellen hat sich die Farbschicht gelöst. Darunter kommen Mauerwerk, ältere Putzflächen und die konstruktiven Bestandteile des Gebäudes zum Vorschein.
Teile des Bodens sind geöffnet oder vollständig eingebrochen. Dadurch werden Hohlräume und ältere Baustrukturen unterhalb des Kirchenschiffs sichtbar. Die Fotografien dokumentieren einen Zustand, in dem wesentliche Bestandteile der Kirche noch vorhanden waren, der bauliche Zerfall jedoch bereits deutlich fortgeschritten war.
Zu den wichtigsten erhaltenen Objekten gehört die alte Kirchenorgel. Ihr hölzernes Gehäuse, der Spieltisch und zahlreiche Registerzüge waren während meines Besuchs noch vorhanden. Allerdings fehlten bereits große Teile des Instruments. Auch die sichtbaren Tasten waren verschmutzt, beschädigt und teilweise nicht mehr vollständig.
Auf den französisch beschrifteten Registerschildern sind unter anderem Bezeichnungen wie „Flûte“, „Prestant“, „Trompette“ und „Soubasse“ zu lesen. Staub und Spinnweben bedecken die Bedienelemente. Trotzdem lässt sich noch erkennen, wie komplex das Instrument ursprünglich aufgebaut war.
Von der erhöhten Position der Orgel öffnet sich der Blick über das gesamte Kirchenschiff. Die Kombination aus dem leeren Raum, den beschädigten Säulen und dem verstummten Instrument gehört zu den stärksten Motiven dieser Dokumentation.
Mehrere Fenster tragen noch Reste ihrer historischen Verglasung. Die farbigen Darstellungen zeigen religiöse Szenen, Engel und ornamentale Rahmungen. Viele Scheiben wurden jedoch zerstört. Teilweise bestehen die Motive nur noch aus einzelnen zusammenhängenden Fragmenten.
Durch die offenen Stellen fällt ungefiltertes Licht in die Kirche. Dadurch entsteht ein starker Kontrast zwischen den leuchtenden Farben des verbliebenen Glases und den grauen, beschädigten Wänden. Gleichzeitig machen die fehlenden Bildteile sichtbar, wie empfindlich diese kunsthandwerklichen Elemente sind.
Auf den Gewölbeflächen lassen sich außerdem verblasste Schriftzüge und dekorative Linien erkennen. Dazu gehört das lateinische Wort „Magnificat“. Es verweist auf den Lobgesang Mariens und zeigt, dass auch die Decke früher Teil eines umfassenden religiösen Gestaltungskonzeptes war.
In und an der Kirche befinden sich mehrere beschriftete Steinplatten. Auf einer französischen Inschrift sind Namen sowie Jahreszahlen aus dem 18. Jahrhundert erkennbar. Ein Kreuz, ein Totenschädel und dekorative Ornamente rahmen den Text ein.
Diese Grabplatten gehören zu den ältesten sichtbar datierten Elementen der Bildserie. Sie belegen jedoch nicht automatisch das Baujahr der gesamten Kirche. Ohne eindeutige Identifizierung des Gebäudes lassen sich seine genaue Entstehung, spätere Umbauten und die Gründe für die Aufgabe nicht zuverlässig bestimmen.
Ich veröffentliche außerdem keine genaue Position der Kirche. Damit sollen unerlaubte Besuche und weitere Beschädigungen des Gebäudes vermieden werden.
Ich besuchte Eglise Michael im Jahr 2011. Schon die hohe Fassade und der Kirchturm ließen von außen kaum erahnen, in welchem Zustand sich der Innenraum befand. Zwischen den Säulen lagen Trümmer, Teile des Bodens fehlten und von der ursprünglichen Ausstattung waren nur noch einzelne Elemente erhalten.
Am meisten beeindruckten mich die zurückgelassene Orgel und die beschädigten Bleiglasfenster. Die Orgel war längst verstummt, während durch die verbliebenen Glasscheiben weiterhin farbiges Licht in das Kirchenschiff fiel. Dadurch wirkte der Ort trotz seines Zustands noch immer wie ein Sakralraum.
Meine zwanzig Fotografien halten die Kirche in ihrem damaligen Zustand fest. Sie zeigen die Architektur, die religiösen Details und den fortschreitenden Verlust eines Gebäudes, das über einen langen Zeitraum ein Ort des Glaubens und der Erinnerung gewesen sein muss.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.