Am Berg Hermonit steht eine weitläufige, befestigte Militäranlage. Von außen prägen niedrige Betonstellungen, massive Tore und gepanzerte Aufbauten das Bild. Im Inneren führen schmale Gänge und Treppen durch die Anlage. Die Außenstellungen und unterirdischen Bereiche gehören zusammen und machen den Ort zu weit mehr als einem einzelnen Bunker.
Der Berg Hermonit, auch Har Hermonit genannt, erreicht rund 1.211 Meter Höhe. Seine Lage mit weitem Blick über das nördliche Golan und in Richtung des heutigen Syrien machte ihn zu einem strategisch wichtigen Beobachtungspunkt. Nicht weit entfernt liegt das Tal der Tränen, ein zentraler Schauplatz der Kämpfe im Jom-Kippur-Krieg.
Die militärische Nutzung ist auch für die Einordnung des Ortes wichtig: Quellen beschreiben dort einen Militärposten mit Bunkern, Gräben und Aussichtspunkten. Rund um die Gipfel gibt es zudem Minenfelder.
Quellen: iNature: Naturschutzgebiet Berg Hermonit, Militärstellungen und Minenfelder | Ynet: Militärposten, Gräben und Bunker auf dem Berg Hermonit
Die Hermonit diente bereits vor dem Jom-Kippur-Krieg als Beobachtungspunkt. Der damalige Nachrichtendienstoffizier Asher Sadan schilderte später, wie er am 6. Oktober 1973 mit einem kleinen Team auf dem Berg Stellung bezog. Von dort beobachtete er die Bewegungen der syrischen Truppen und meldete seine Einschätzungen an die zuständigen Stellen.
Die Anhöhe bot einen weiten Blick über die Zugänge zur Golanhöhe. Sadan beschrieb, wie er die sich nähernden Verbände und den Beginn der Kämpfe von seiner Beobachtungsposition aus wahrnahm. Die militärische Geschichte des Berges beginnt damit nicht erst bei den sichtbaren Betonbauten: Entscheidend war zunächst seine Lage und die Aussicht auf das Gelände.
Quellen: Zentrum für das Erbe des israelischen Nachrichtendienstes: Asher Sadan über die Hermonit | Ynet: Beobachtungsposten am Berg Hermonit
Im Oktober 1973 wurde das Gebiet zum Schauplatz schwerer Kämpfe. Am 9. Oktober konzentrierte sich ein großer Teil der Auseinandersetzungen im nördlichen Golan auf den Raum zwischen Quneitra und dem Berg Hermonit. Die israelische Brigade 7 versuchte dort, den Vormarsch syrischer Verbände aufzuhalten. Das offene Tal am Fuß der Hermonit erhielt nach dem Krieg den Namen Tal der Tränen.
Der offizielle Bericht des israelischen Verteidigungsministeriums beschreibt den Angriff syrischer Panzerverbände und den Einsatz israelischer Verstärkung und Artillerie. Nach den Kämpfen lagen im Tal zerstörte Panzer und andere Fahrzeuge. Die Darstellung in diesem Abschnitt folgt den israelischen offiziellen Quellen und damit der Perspektive der israelischen Streitkräfte.
Die Gedenkstätte des Bataillons 77 liegt am Südosthang der Hermonit und blickt auf das ehemalige Schlachtfeld. Dort steht ein im Kampf beschädigter syrischer T-62 als Teil des Erinnerungsorts. Für die weiteren Panzer auf meinen Bildern konnte ich nicht verlässlich bestätigen, dass sie unmittelbar aus der Schlacht stammen. Ich bezeichne sie deshalb als Panzerreste der Festungsanlage, ohne ihre Herkunft zu behaupten.
Quellen: Israelisches Verteidigungsministerium: Schlacht am Tal der Tränen | Izkor: Gedenkstätte des Bataillons 77 und beschädigter T-62
Die Festungsanlage besteht aus mehreren Bereichen: außen liegen befestigte Stellungen und offene Zugänge, im Inneren verbinden schmale Gänge, Treppen und Räume die einzelnen Abschnitte. Die Bilder zeigen außerdem gepanzerte Aufbauten mit Öffnungen, durch die der Blick über die Landschaft fällt. Diese baulichen Details lassen erkennen, wie stark der Ort auf Schutz und Beobachtung ausgelegt war.
Auch die Panzerreste gehören zum sichtbaren Eindruck des Geländes. Verrostete Luken, beschädigte Innenräume und freiliegende Technik stehen im Gegensatz zu den weiten Ausblicken über die winterliche Hochfläche. Zusammen mit den Tunneln und Betonstellungen zeigen sie die militärische Dimension dieses Ortes.
Quellen: Ynet: Gräben, Aussichtspunkte und Bunker auf der Hermonit | Izkor: Panzer und Gedenkstätte am Tal der Tränen
Am 12. Februar 2023 fotografierte ich die Festungsanlage am Berg Hermonit. Die Aufnahmen zeigen einen winterlichen Tag mit Schneeresten auf dem Boden. Ich dokumentierte die Außenstellungen, die Panzerreste und die langen Verbindungsgänge im Inneren.
Besonders deutlich wird auf den Bildern der Wechsel zwischen der offenen Landschaft und den engen, abgeschirmten Räumen. Von außen wirkt die Anlage niedrig und in das Gelände eingebettet. Im Inneren führen die Gänge tief zwischen Beton und Metall hindurch. Meine Fotos halten den Zustand dieses militärisch geprägten Ortes während meines Besuchs fest.
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