Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Askitario Monastery and Olive Mill Nymfes auf Korfu

Nördlich des Dorfes Nymfes liegt das Askitario Monastery verborgen in einem dicht bewachsenen Wald. Zwischen Olivenbäumen, Zypressen und alten Steineichen finden sich die Reste einer historischen Klosteranlage, deren Geschichte bis weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Der Name Askitario bedeutet sinngemäß Einsiedelei. Heute sind von der Anlage nur noch einzelne Gebäude, Mauerreste, der ehemalige Glockenturm und Teile der Klosterkirche erhalten. Die Natur hat sich große Bereiche des Areals zurückerobert.

Quelle: Corfuland: Nymphen-Einsiedelei

Ein christlicher Ort mit langer Geschichte

Das Askitario zählt zu den ältesten christlichen Denkmälern auf Korfu. Lokale historische Quellen datieren seine Ursprünge bis in das erste Jahrtausend. Einer Überlieferung zufolge soll sich hier bereits im fünften Jahrhundert der Einsiedler Artemios Paisios niedergelassen haben.

In den Felsen rund um das Kloster befinden sich bearbeitete Nischen und kleine Räume, die auf eine frühe religiöse Nutzung hindeuten. Der abgeschiedene Wald bot den Einsiedlern den notwendigen Rückzug von der Außenwelt.

Quelle: Corfuland: Nymphen-Einsiedelei

Die Geschichte des Klosters

Eine schriftliche Erwähnung des Klosters stammt aus dem Jahr 1371. Zu dieser Zeit stand Korfu unter der Herrschaft der Anjou. Das Askitario verfügte offenbar über umfangreichen Grundbesitz und besaß eine größere religiöse und wirtschaftliche Bedeutung.

Auch in späteren Jahrhunderten blieb das Kloster von Bedeutung. Während des 17. Jahrhunderts soll es mehreren aus dem Osmanischen Reich vertriebenen Metropoliten Unterkunft geboten haben. Zudem werden historische Verbindungen zur Agia-Catherine-Klostergemeinschaft auf dem Sinai erwähnt.

Quelle: Corfuland: Nymphen-Einsiedelei | Komoot: Kloster Askitario und alte Ölmühle

Die Kirche des Pantokrators

Zum Zentrum der Klosteranlage gehörte die Kirche des Pantokrators. Heute sind von dem Gotteshaus hauptsächlich verfallene Mauerzüge und wenige architektonische Details erhalten.

Der Bau folgte vermutlich der traditionellen Architektur der Ionischen Inseln. Durch die eingestürzten Bereiche dringen inzwischen Bäume und Sträucher in die ehemaligen Innenräume ein. Zwischen den Mauerresten sind noch Spuren der einstigen sakralen Nutzung zu erkennen.

Quelle: Corfuland: Nymphen-Einsiedelei

Die alte Ölmühle von Nymfes

Ein besonders spannender Teil des Areals befindet sich in einem separaten, teilweise überwucherten Gebäude. In dessen Untergeschoss liegt eine alte tierbetriebene Ölmühle.

Die schweren Mahlsteine, hölzernen Pressvorrichtungen und metallenen Bauteile sind noch immer vorhanden. Auch wenn die Anlage längst nicht mehr genutzt wird, lässt sich anhand der erhaltenen Technik nachvollziehen, wie die Oliven hier früher verarbeitet wurden.

Die Ölmühle steht für die große Bedeutung des Olivenanbaus auf Korfu. Über Jahrhunderte prägten Olivenhaine die Landschaft und den Alltag der Inselbevölkerung.

Das Gebäude diente im Jahr 1932 außerdem als Landwirtschaftsschule. Später verfiel die Anlage und wurde zunehmend von der Natur überwuchert.

Quelle: Corfuland: Nymphen-EinsiedeleiWikipedia: Nymfes

Zwischen Glauben, Landwirtschaft und Verfall

Das Askitario Monastery ist mehr als eine verlassene Klosterruine. Der Ort erzählt von Einsiedlern, Mönchen, Landwirtschaft und traditionellem Handwerk.

In den alten Räumen wurde gebetet, gearbeitet und Olivenöl hergestellt. Heute stehen dort nur noch verwitterte Türen, morsche Holzbalken und schwere Steine. Trotzdem ist die frühere Funktion der Gebäude noch deutlich zu erkennen.

Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen dem hellen Licht des korfiotischen Waldes und den dunklen Innenräumen der Ölmühle. Während draußen Feigenbäume, Oliven und Zypressen wachsen, liegen im Inneren noch immer die Relikte der einstigen Produktion.

Quelle: Corfuland: Nymphen-Einsiedelei

Mein Besuch 2026

Bei meinem Besuch im Jahr 2026 erreichte ich das Askitario Monastery auf dem Korfu-Pfad. Der Weg führte durch eine ruhige und dicht bewachsene Landschaft, bevor zwischen den Bäumen die ersten Mauern der ehemaligen Klosteranlage sichtbar wurden.

Schon von außen war zu erkennen, wie stark sich die Natur diesen Ort zurückerobert hat. Der alte Glockenturm steht noch immer zwischen den Bäumen, während die angrenzenden Gebäude zunehmend verfallen.

Besonders beeindruckt haben mich die Räume der alten Ölmühle. Die Mahlsteine und Teile der hölzernen Pressanlage sind noch vorhanden und machen die frühere Nutzung unmittelbar begreifbar.

Für mich ist das Askitario Monastery ein außergewöhnlicher Ort, weil hier religiöse Geschichte und traditionelle Landwirtschaft aufeinandertreffen. Zwischen den Resten des Klosters und der alten Ölmühle wird sichtbar, wie viele verschiedene Leben dieser Ort einst in sich vereinte.

Atmosphere / Atmosphäre
65%
Risk / Gefahr
0%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
62%

Greece, visited in 2026

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