
Die Lost Places in Kasachstan führen zu zwei außergewöhnlichen Schauplätzen: den aufgegebenen Raumfahrthallen von Baikonur und den Relikten des ausgetrockneten Aralsees. Meine Fotografien dokumentieren sowjetische Raumfahrttechnik, verlassene Hafenanlagen und Schiffswracks in einer Landschaft, die sich grundlegend verändert hat.
Das Kosmodrom Baikonur ist weiterhin ein aktiver und streng kontrollierter Raumfahrtstandort. Innerhalb des riesigen Geländes befinden sich jedoch auch stillgelegte Anlagen aus früheren sowjetischen Raumfahrtprogrammen.
Zu den bekanntesten gehören die großen Montage- und Lagerhallen des Buran-Energija-Programms. Ihre Dimensionen waren notwendig, um Raumfähren, Trägerraketen und weitere technische Komponenten aufzunehmen.
Nach dem Ende des sowjetischen Raumfährenprogramms verloren einzelne Gebäude ihre Funktion. Während andere Bereiche des Kosmodroms weiter genutzt wurden, blieben diese Hallen mit Teilen der historischen Raumfahrttechnik zurück.
In einer der verlassenen Hallen dokumentierte ich Überreste des sowjetischen Buran-Programms. Die Buran-Raumfähren in Baikonur gehören zu den außergewöhnlichsten technischen Relikten meines gesamten Bilderarchivs.
Das Programm sollte eine sowjetische Antwort auf das amerikanische Space Shuttle schaffen. Nach dem Zerfall der Sowjetunion fehlten jedoch die finanziellen und politischen Voraussetzungen für eine Fortsetzung.
Meine Fotografien zeigen die Raumfähren innerhalb der monumentalen Halle und dokumentieren den Kontrast zwischen hoch entwickelter Raumfahrttechnik und dem sichtbaren Verfall des Gebäudes.
In einer weiteren Halle befand sich die Energija-Trägerrakete. Das leistungsstarke sowjetische Trägersystem war eng mit dem Buran-Programm verbunden, konnte jedoch auch andere schwere Nutzlasten transportieren.
Die gewaltigen Dimensionen der Rakete und der umgebenden Montagehalle vermitteln einen Eindruck vom technischen Aufwand des sowjetischen Raumfahrtprogramms. Gleichzeitig zeigen Korrosion, Staub und beschädigte Gebäudeteile den jahrzehntelangen Stillstand.
Ein völlig anderes Kapitel der sowjetischen Geschichte zeigt der verlassene Hafen am Aralsee. Durch den dramatischen Rückgang des Wassers verlor die frühere Hafeninfrastruktur ihre ursprüngliche Funktion.
Kaianlagen, Industriegebäude und technische Einrichtungen blieben in einer Landschaft zurück, aus der sich die Uferlinie immer weiter entfernt hatte. Der ehemalige Hafen wurde dadurch zu einem sichtbaren Symbol der ökologischen Katastrophe des Aralsees.
Besonders bekannt wurden die Schiffswracks des Aralsees. Frühere Fischer- und Arbeitsschiffe standen nach dem Rückzug des Wassers auf trockenem Boden und rosteten in der neu entstandenen Wüstenlandschaft.
Viele dieser Wracks wurden inzwischen entfernt, zerlegt oder durch Korrosion weiter zerstört. Meine Fotografien bewahren den Zustand der Schiffe zum Zeitpunkt meines Besuchs.
Alle hier gezeigten Orte habe ich selbst besucht und fotografiert. Die folgenden Galerien führen zu meinen Dokumentationen der Buran-Raumfähren, der Energija-Trägerrakete, des verlassenen Aral-Hafens und der Schiffswracks des Aralsees.
Hinweis: Baikonur ist ein aktiver, streng bewachter und zugangsbeschränkter Raumfahrtstandort. Ich veröffentliche keine sensiblen Koordinaten. Militärische Sperrbereiche, staatliche Vorgaben und bestehende Zutrittsverbote müssen unbedingt beachtet werden.