Die Villa Bertz war eine verlassene Prachtvilla mit einer großzügigen Empfangshalle, einer geschwungenen Treppenanlage und aufwendig gestalteten Decken. Von außen wirkte das Gebäude vergleichsweise zurückhaltend. Im Inneren zeigte sich dagegen eine repräsentative Architektur, die noch immer etwas von der einstigen Bedeutung des Hauses erkennen ließ.
Die Villa bestand aus mehreren Geschossen und besaß eine weitgehend symmetrisch gegliederte Fassade. Ein vorspringender Mittelteil mit Giebel betonte den Haupteingang. Hohe Fenster sorgten ursprünglich für viel Tageslicht in den Innenräumen.
Zum Zeitpunkt meines Besuchs war das Grundstück bereits stark verwildert. Büsche, hohes Gras und alte Bäume verdeckten Teile der Fassade. Dennoch ließ sich die ursprüngliche Form des Gebäudes noch gut erkennen.
Hinter dem Eingang öffnete sich eine geräumige Empfangshalle. Eine breite Treppe führte über mehrere Absätze in die obere Etage. Dort verlief eine offene Galerie entlang der Halle, von der aus sich weitere Räume erreichen ließen.
Die hölzernen Geländer, Wandverkleidungen und eingebauten Elemente waren farblich aufeinander abgestimmt. Obwohl die Oberflächen bereits stark beschädigt waren, wirkte die Gestaltung noch immer geschlossen und sorgfältig geplant.
Besonders auffällig waren die dekorierten Decken. Breite Leisten teilten einzelne Flächen in geometrische Felder, während Ornamente und farbige Fassungen für zusätzliche Tiefe sorgten. In der Empfangshalle setzte sich diese Gestaltung bis über die obere Galerie fort.
Auch der Eingangsbereich besaß eine ungewöhnlich aufwendige Decke. Ihre gewölbte Form war in zahlreiche kleine Felder unterteilt. Solche Details unterschieden die Villa deutlich von einem gewöhnlichen Wohnhaus.
Der jahrelange Leerstand hatte im gesamten Gebäude deutliche Spuren hinterlassen. Farbe und Putz lösten sich großflächig von Wänden und Decken. In mehreren Räumen lagen Schichten abgeplatzten Materials auf den Böden.
Einige Decken waren bereits teilweise eingestürzt. Dadurch lagen Holzkonstruktionen und andere Bauteile offen. An verschiedenen Stellen war zudem das Ziegelmauerwerk sichtbar, während einzelne Räume mit Bauschutt gefüllt waren.
Villa Bertz ist ein Tarnname, unter dem ich das Gebäude in meinem Archiv führe. Die ursprüngliche Bezeichnung, das Baujahr und die früheren Eigentümer konnte ich bislang nicht zweifelsfrei ermitteln. Aus diesem Grund verzichte ich bewusst auf konkrete historische Angaben, die sich nicht zuverlässig belegen lassen.
Die Größe der Villa sowie die Gestaltung der Empfangshalle und der Decken sprechen für einen gehobenen Anspruch. Ob das Gebäude ausschließlich als privater Wohnsitz diente oder zeitweise eine andere Funktion erfüllte, bleibt jedoch offen.
Ich besuchte die Villa Bertz im Jahr 2013. Besonders beeindruckte mich die große Halle mit ihrer geschwungenen Treppe und der umlaufenden Galerie. Die gelblichen Farbreste und dunklen Holzelemente erzeugten trotz des Verfalls eine beinahe warme Atmosphäre.
Gleichzeitig war der schlechte Zustand des Gebäudes nicht zu übersehen. Eingestürzte Decken, abblätternder Putz und mit Trümmern bedeckte Böden machten deutlich, wie weit der Verfall bereits fortgeschritten war. Meine Fotografien dokumentieren die Villa in diesem Zustand zwischen verbliebener Eleganz und zunehmender Zerstörung.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.