Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Sanatorium Samkurnalo in Tskaltubo: Verfall im Starkregen 2026

Das Sanatorium Samkurnalo liegt im georgischen Kurort Tskaltubo. Meine Fotografien aus dem Jahr 2026 zeigen den Ort an einem regnerischen Tag: nasse Wege, überdachte Gänge, beschädigte Räume und einen großen Saal mit Judo-Aufschrift. In den Bildern treffen verwitterte Architektur und überwucherte Außenbereiche aufeinander.

Tskaltubo: ein Kurort mit langer Geschichte

Tskaltubo ist für seine natürlichen Mineralquellen und seine Sanatoriumsarchitektur bekannt. Die Quellen waren der Stadtverwaltung zufolge bereits im Mittelalter als Heilort bekannt. Eine chemische Analyse im Jahr 1913 bestätigte die besondere Zusammensetzung des Wassers. 1920 wurde Tskaltubo zum offiziellen balneologischen Kurort erklärt, 1953 erhielt der Ort den Stadtstatus.

Während der sowjetischen Zeit entstand ein weitläufiger Kurort mit 22 Sanatorien und neun Badeanlagen. Die Gebäude und Heilquellen lagen eingebettet in Grünflächen und folgten einem durchdachten Gesamtplan. Tskaltubo war damit kein einzelnes Sanatorium, sondern ein zusammenhängendes Ensemble aus Unterkünften, Badehäusern und Parkanlagen.

Quellen: Stadtverwaltung Tskaltubo: Geschichte des Kurorts | Stadtverwaltung Tskaltubo: Balneologischer Kurort

Sanatorium Samkurnalo und Samgurali

Die Namen werden in verfügbaren Quellen nicht einheitlich verwendet. Eine staatliche Investitionsübersicht führt ein „Sanatorium Samgurali“ auf und nennt als Bauzeit die Jahre 1977 bis 1987. Eine Tskaltubo-Reiseübersicht bezeichnet Hotel Samgurali auch als Samkurnalo. Eine eigenständige, eindeutig belegte Baugeschichte unter dem Namen Samkurnalo konnte ich dagegen nicht finden. Die genannte Bauzeit bezieht sich deshalb auf Samgurali und nicht zweifelsfrei auf jedes Gebäude, das unter Samkurnalo geführt wird.

Auch die heutige Nutzung lässt sich aus den verfügbaren Berichten nicht sicher ableiten. Ein Tskaltubo-Reiseführer beschreibt das Gebäude als bewohnt. Eine 2026 veröffentlichte Ortsübersicht berichtet, Samgurali sei an einen Investor verkauft worden und möglicherweise bereits geschlossen oder in Renovierung. Meine Bilder dokumentieren daher den Zustand der fotografierten Bereiche während meines Besuchs, nicht den aktuellen Zustand der gesamten Anlage.

Quellen: Enterprise Georgia: Machbarkeitsstudie und Übersicht zum Sanatorium Samgurali | Wander-Lush: Tskaltubo-Reiseführer | Madloba: Sanatorien in Tskaltubo

Verfall und neue Nutzung

Mit dem Ende der Sowjetunion verlor Tskaltubo einen großen Teil seiner früheren Kurgäste. Viele Gebäude wurden nicht mehr wie ursprünglich genutzt. Nach den Konflikten in Abchasien in den 1990er-Jahren dienten einige der ehemaligen Sanatorien außerdem als Unterkunft für vertriebene Familien. Teile des Kurortes sind deshalb bis heute auch Lebensraum und nicht nur historisches Erbe oder Kulisse für Lost-Places-Fotografie.

Die jüngeren Entwicklungen in Tskaltubo umfassen Pläne zur Wiederbelebung und Renovierung einzelner Anlagen. Wie sich das auf Samkurnalo beziehungsweise Samgurali auswirkt und welche Bereiche aktuell zugänglich sind, ist durch die hier verfügbaren Quellen nicht verlässlich geklärt. Die Anlage sollte daher nicht pauschal als frei zugänglich oder vollständig unbewohnt beschrieben werden.

Quellen: Wander-Lush: Nutzung der Sanatorien und soziale Geschichte Tskaltubos | Tskaltubo Local Development Strategy | Madloba: aktuelle Hinweise zu Sanatorium Samgurali

Mein Besuch 2026

Ich besuchte das Sanatorium Samkurnalo 2026 bei Regen. Die Nässe prägte die Atmosphäre des gesamten Rundgangs. Wasser stand auf den Wegen und im Treppenbereich, während der graue Himmel die Außenaufnahmen zusätzlich ruhig und schwer wirken ließ.

Ich fotografierte die überdachten Verbindungsgänge, den Innenhof und die langen Fassaden. In einem Raum steht noch ein Bett, an einem Fenster ist ein Stofftier zu sehen. Besonders auffällig ist die große Halle mit der Judo-Aufschrift an der Wand. Sie deutet auf eine spätere sportliche Nutzung hin, lässt sich anhand der Beschriftung allein aber nicht genauer einordnen.

Auch der Blick vom Dach über die Stadt und die umliegenden Bäume gehört zu den Eindrücken dieses Besuchs. Meine Bilder zeigen einzelne Räume und Außenbereiche so, wie ich sie 2026 erlebt habe. Der Regen, die feuchten Oberflächen und das viele Grün verstärkten dabei den Kontrast zwischen der massiven Architektur und ihrem sichtbaren Verfall.

Atmosphere / Atmosphäre
47%
Risk / Gefahr
21%
Vandalism / Vandalismus
53%
Decay / Verfall
68%

Georgia, visited in 2026

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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