Diese Seite dokumentiert den Ringlokschuppen III im ehemaligen Bahnbetriebswerk Würzburg. Der westlich gelegene Lokschuppen war Teil eines größeren Eisenbahnstandorts mit drei Ringlokschuppen und jeweils vorgelagerten Drehscheiben.
Der heute noch erhaltene und denkmalgeschützte Ringlokschuppen I ist ein anderes Gebäude. Ringlokschuppen III wurde im Jahr 2012 vollständig abgerissen. Auch die davor liegende Drehscheibe verschwand. Von diesem Lost Place sind heute nur noch Fotografien und Erinnerungen geblieben.
Quellen: WürzburgWiki: Ringlokschuppen | WürzburgWiki: Bahnbetriebswerk Würzburg
Das Bahnbetriebswerk Würzburg entstand in den Jahren nach 1890. Der Würzburger Hauptbahnhof entwickelte sich zu einem wichtigen Eisenbahnknotenpunkt, wodurch auch die technischen Anlagen für die Versorgung und Wartung der Lokomotiven erweitert wurden.
Zum Bahnbetriebswerk gehörten ursprünglich drei Ringlokschuppen mit jeweils einer Drehscheibe. Hier wurden Dampflokomotiven mit Wasser, Kohle und Bremssand versorgt, gereinigt, gewartet, repariert und untergestellt. Der Standort war damit ein wichtiger Bestandteil des täglichen Eisenbahnbetriebs in Würzburg.
Quellen: WürzburgWiki: Bahnbetriebswerk Würzburg | Würzburg-Fotos: Bahnbetriebswerk Würzburg
Der Ringlokschuppen III befand sich am westlichen Ende des Bahnbetriebswerks. Seine ursprüngliche Form entstand um 1910. Zusammen mit dem Ringlokschuppen I und den vorgelagerten Drehscheiben prägte er das Erscheinungsbild des Würzburger Bahnhofsbereichs.
Die halbrunde Bauform ermöglichte es, mehrere Gleise fächerförmig um eine zentrale Drehscheibe anzuordnen. Lokomotiven konnten dadurch auf engem Raum gewendet und in die einzelnen Lokomotivstände rangiert werden. Mit einer Grundfläche von rund 3.700 Quadratmetern war der Lokschuppen ein imposantes Bauwerk.
Quellen: WürzburgWiki: Ringlokschuppen | Main-Post: Rundlokschuppen am Hauptbahnhof wird abgerissen
Beim schweren Bombenangriff auf Würzburg am 16. März 1945 wurden vor allem die Ringlokschuppen II und III stark beschädigt. Ringlokschuppen III wurde dabei vollständig zerstört.
Im Jahr 1948 wurde der Lokschuppen als Betonkonstruktion mit Ziegelfüllung wiederaufgebaut. Das Gebäude entstand dabei in leicht vergrößerter Form neu. Die Fotografien aus dem Jahr 2010 zeigen deshalb nicht mehr die ursprüngliche Konstruktion von 1910, sondern den Nachkriegsbau, der weiterhin die Funktion eines Lokschuppens erfüllte.
Quellen: WürzburgWiki: Ringlokschuppen | WürzburgWiki: Bahnbetriebswerk Würzburg
Mit dem Aufkommen von Diesel- und Elektrolokomotiven veränderte sich die Arbeit in den Bahnbetriebswerken grundlegend. Viele Einrichtungen für Dampflokomotiven wurden überflüssig. Auch das Bahnbetriebswerk Würzburg verlor dadurch zunehmend an Bedeutung.
Nach der späteren Stilllegung verfiel der Ringlokschuppen III über viele Jahre. Die Deutsche Bahn investierte nicht mehr in den Erhalt des Gebäudes. Durch die zerstörten Fenster, beschädigten Wände und überwucherten Gleise entwickelte sich der ehemalige Betriebsbau zu einem eindrucksvollen Lost Place.
Quellen: WürzburgWiki: Ringlokschuppen | WürzburgWiki: Bahnbetriebswerk Würzburg
Im Gegensatz zum östlich gelegenen Ringlokschuppen I stand Ringlokschuppen III nicht unter Denkmalschutz. Der Arbeitskreis Studierende für Denkmalschutz setzte sich dennoch für den Erhalt und eine kulturelle Nachnutzung des Gebäudes ein.
Die Bemühungen blieben erfolglos. Als zusätzliche Hindernisse wurden Altlasten im Boden und asbesthaltige Materialien genannt. Die möglichen Auswirkungen der Pestizidrückstände auf die Bahnhofsquellen erschwerten eine neue Nutzung des Geländes zusätzlich.
Quellen: WürzburgWiki: Ringlokschuppen | Main-Post: Rundlokschuppen am Hauptbahnhof wird abgerissen
Nach dem Abriss wurde deutlich, dass die Geschichte des Ringlokschuppens nicht nur ein denkmalpflegerisches, sondern auch ein Umweltproblem hinterlassen hatte. Im Schutzgebiet der Würzburger Bahnhofsquellen wurde im Grundwasser das Herbizid Bromacil nachgewiesen.
Die damalige Berichterstattung bezeichnete den gesamten Untergrund als kontaminiert. Als Reaktion war ein umfangreicher Erdaustausch bis in eine Tiefe von sechs Metern vorgesehen. Die ehemalige Eisenbahnanlage hinterließ damit nicht nur eine städtebauliche Lücke, sondern auch eine schwierige Altlastensituation.
Quellen: Main-Post: Skandal unter dem Lokschuppen | WürzburgWiki: Ringlokschuppen
Am 3. September 2012 begannen die Abrissarbeiten am Ringlokschuppen III. Da das Gebäude nicht unter Denkmalschutz stand, konnte die Deutsche Bahn den Abbruch durchführen. Im Herbst 2012 waren der Lokschuppen und die davor liegende Drehscheibe vollständig entfernt.
Damit verschwand ein markantes Bauwerk aus der Würzburger Eisenbahngeschichte. Die halbrunde Halle, die Gleise, die Drehscheibe und die überwucherten Innenräume existieren heute nur noch in Fotografien und historischen Erinnerungen.
Quellen: WürzburgWiki: Ringlokschuppen | WürzburgWiki: Abriss des Ringlokschuppens III | Main-Post: Skandal unter dem Lokschuppen
Als ich den Ringlokschuppen III im Jahr 2010 fotografierte, war der Verfall bereits weit fortgeschritten. Trotzdem war noch deutlich zu erkennen, welche Bedeutung dieser Ort einst für den Würzburger Bahnbetrieb besessen hatte.
Die alten Gleise führten in die überwucherte Halle hinein. Durch die hohen Fenster fiel gedämpftes Licht auf Beton, Ziegel und rostende Stahlkonstruktionen. Zwischen den Schienen wuchsen Bäume und Sträucher, während die Natur langsam Besitz von der ehemaligen Betriebsanlage ergriff.
Besonders eindrucksvoll war die Größe des Innenraums. Die Rundung des Gebäudes, die hohen Fensterreihen und die sichtbare Dachkonstruktion ließen noch erahnen, wie viele Lokomotiven hier einst gewartet und untergestellt wurden.
Heute ist von diesem Ort nichts mehr zu betreten. Der Ringlokschuppen III wurde vollständig abgerissen. Meine Aufnahmen bewahren deshalb einen Zustand, der nur kurze Zeit später endgültig aus dem Stadtbild von Würzburg verschwunden ist.
Hinweis: Der Ringlokschuppen III wurde 2012 vollständig abgerissen. Das Gebäude und die vorgelagerte Drehscheibe existieren nicht mehr. Dieser Beitrag dokumentiert den Zustand während meines Besuchs im Jahr 2010.
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