Zwischen alten Bäumen und verwilderten Wegen erhebt sich die Ruine von Schloss Hohenlandin. Das Herrenhaus in der Uckermark entstand 1860 und 1861 im historisierenden Tudorstil. Der dazugehörige Landschaftspark ist sogar älter: Er wurde bereits 1822 nach Plänen von Peter Joseph Lenné gestaltet.
Bei meinem Besuch im Jahr 2011 fotografierte ich die erhaltenen Fassaden, Türme und Spuren des fortschreitenden Verfalls. Das Zusammenspiel aus Architektur, Natur und Geschichte macht Schloss Hohenlandin zu einem der bemerkenswertesten verlassenen Herrenhäuser Brandenburgs.
Die Geschichte des Ortes reicht weit zurück. Landin wird bereits im Zusammenhang mit dem Vertrag von Landin aus dem Jahr 1250 erwähnt. Dieser Vertrag regelte territoriale Veränderungen zwischen Brandenburg und Pommern und gilt als ein bedeutendes Ereignis in der Geschichte der Uckermark.
Über mehrere Jahrhunderte wechselten die Besitzverhältnisse des Gutes. Schließlich gelangte Hohenlandin an die Familie von Warburg, die das Anwesen im 19. Jahrhundert grundlegend umgestalten ließ.
Quelle: denkmal aktiv: Hohenlandin – Wiege der Uckermark
Das heutige Schloss wurde 1860 und 1861 im Auftrag von Friedrich Wilhelm von Warburg errichtet. Als Baumeister wird Ferdinand Neubarth genannt. Der Neubau entstand auf beziehungsweise über den Überresten eines älteren Gutshauses.
Mit seinen Türmen, Zinnen, hohen Fenstern und asymmetrischen Bauteilen orientierte sich das Gebäude am englischen Tudorstil. Dadurch erinnerte das Herrenhaus eher an eine romantische Burg als an einen klassischen märkischen Gutshof. Das Gebäude wurde deshalb auch als Warburg House bezeichnet.
Quellen: denkmal aktiv: Hohenlandin – Wiege der Uckermark | Landinitiative: Ein Ort, zwei Dörfer
Bereits Jahrzehnte vor dem Bau des heutigen Schlosses ließ die Familie von Warburg den angrenzenden Park neu gestalten. Im Jahr 1822 entwarf der bedeutende preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné hier einen Landschaftspark nach englischem Vorbild.
Geschwungene Wege, gezielte Sichtachsen, Wasserläufe und ausgewählte Baumgruppen sollten einen harmonischen Übergang zwischen dem Gut und der umgebenden Landschaft schaffen. Die ursprüngliche Gestaltung ist heute nur noch teilweise erkennbar. Teile des historischen Graben- und Wassersystems gingen verloren. Erhalten blieben unter anderem alte Eichen, einzelne Sichtbeziehungen und prägende Solitärbäume.
Am südlichen Rand des Parks schließt sich das Naturschutzgebiet Landiner Haussee an. Dadurch besitzt die Umgebung heute neben ihrem geschichtlichen auch einen besonderen landschaftlichen Wert.
Quellen: Reiseland Brandenburg: Lenné-Park Hohenlandin | Tourismus Uckermark: Lenné-Park Hohenlandin
Nach dem Ende der Nutzung begann ein jahrzehntelanger Verfall. Witterung, fehlende Instandhaltung und eindringende Feuchtigkeit beschädigten Dächer, Decken und Mauerwerk. Das einst repräsentative Herrenhaus verwandelte sich allmählich in die heutige Schlossruine Hohenlandin.
Trotz der schweren Schäden lassen sich viele architektonische Einzelheiten weiterhin erkennen. Die markanten Türme, Teile der Außenmauern sowie Fensteröffnungen und dekorative Elemente vermitteln noch immer einen Eindruck von der außergewöhnlichen Gestaltung des Gebäudes.
Das Innere der Ruine ist aufgrund des baulichen Zustands gefährlich. Einsturzgefährdete Bereiche, lose Bauteile und nicht tragfähige Decken machen ein Betreten lebensgefährlich. Der angrenzende Lenné-Park kann dagegen auf den dafür vorgesehenen Wegen erkundet werden.
Quellen: Märkische Oderzeitung: Das verfallene Schloss in Landin | Reiseland Brandenburg: Lenné-Park Hohenlandin
Als ich Schloss Hohenlandin 2011 besuchte, wirkte die Ruine wie ein verwunschenes Bauwerk inmitten der alten Parklandschaft. Zwischen den Bäumen erschienen die Türme und Zinnen des Schlosses, während Pflanzen immer weitere Teile des Grundstücks zurückeroberten.
Besonders fasziniert hat mich der Gegensatz zwischen der eleganten Architektur und dem sichtbaren Verfall. Obwohl bereits große Teile des Gebäudes zerstört waren, ließ sich die einstige Wirkung des Herrenhauses noch deutlich erahnen.
Meine Fotografien dokumentieren den Zustand des Schlosses während dieses Besuchs. Sie bewahren einen Moment in der langen Geschichte eines Ortes, an dem mittelalterliche Regionalgeschichte, preußische Gartenkunst und der Verfall eines außergewöhnlichen Herrenhauses aufeinandertreffen.
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