Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Verlassene Nutasa-Futtersilos in Barreiro: Die alte Fabrik am Tejo

Am Ufer des Tejo in Barreiro stehen die hohen Futtersilos der ehemaligen Nutasa. Ihre massiven Betontürme und die weitgehend leeren Hallen erzählen von einer Industrie, die einst den Alltag dieser portugiesischen Stadt prägte. Heute wirken die Gebäude wie eine stille Kulisse am Wasser: rau, offen und von weitem sichtbar.

Eine Futtermittelfabrik im CUF-Komplex

Die Silos gehörten zu einem großen Industriegebiet am Tejo. Die Companhia União Fabril, kurz CUF, wählte Barreiro 1907 als Standort für ihren Fabrikkomplex. Die Lage gegenüber von Lissabon und die Verbindung zur Eisenbahn machten das Gelände zu einem wichtigen Industriestandort. Die Produktion begann dort 1908. Zum vielfältigen Sortiment der CUF gehörten neben chemischen und landwirtschaftlichen Erzeugnissen auch Tierfutter.

Das Stadtarchiv Barreiro führt eine Aufnahme aus dem Jahr 1977 als „Fábrica de rações do complexo industrial da Companhia União Fabril (CUF)“, also als Futtermittelfabrik des CUF-Industriekomplexes. Im Archiv der Häfen von Lissabon, Setúbal und Sesimbra liegen außerdem Unterlagen aus den Jahren 1974 bis 1975 zu einem Projekt für die CUF-Futtermittelfabrik sowie zu Stabilitätsberechnungen für das Büro- und Silogebäude. Das belegt die industrielle Nutzung der Anlage, verrät aber nicht genau, wann sie erbaut oder wann der Betrieb eingestellt wurde.

Nach der Verstaatlichung der CUF 1975 wurde der Komplex 1977 in Quimigal umbenannt. 1989 entstand Quimiparque, 2009 die Baía do Tejo. Das Gelände wandelte sich über die Jahrzehnte: Teile werden heute weiterhin industriell genutzt, daneben gibt es unter anderem Archive, Künstlerateliers und ein Industriemuseum.

Quellen: Stadtarchiv Barreiro: CUF-Futtermittelfabrik, Aufnahme von 1977 | Archiv der Häfen: Projekt der CUF-Futtermittelfabrik, 1974 bis 1975 | Archiv der Häfen: Büro- und Silogebäude, Stabilitätsberechnungen | Biblioteca de Arte Gulbenkian: Geschichte des CUF-Komplexes

Beton, Silotürme und leere Hallen

Die Anlage ist von ihrer nüchternen Funktion geprägt. Reihen hoher, zellenförmiger Betonsilos bilden die markante Außenansicht. Daran schließen sich offene Hallen mit massiven Stützen, breiten Decken und großen Öffnungen im Boden an. In einigen Räumen sind noch Einbauten und Spuren der einstigen Abläufe zu erkennen. Vieles, was die Arbeit der Fabrik früher sichtbar gemacht haben muss, ist jedoch verschwunden.

An einer Säule hängt noch ein portugiesisches Sicherheitsschild: Es erinnert an Gehörschutz, Maske, Schutzbrille und Helm und untersagt Rauchen oder offenes Feuer. Inmitten der leeren Betonräume wirkt dieses verbliebene Stück Betriebsalltag besonders eindrücklich.

Die Silos als Teil des Stadtbilds

Die alten Nutasa-Silos waren nicht nur ein Zeugnis der Industriegeschichte. 2015 nutzte die Stadt Barreiro die Gebäude für das „Barreiro Light On“, eine Multimedia-Show mit Projektionen auf den Silos. Die Veranstaltung fand nahe dem Uferweg Passeio Ribeirinho Augusto Cabrita statt. Das zeigt, dass die Gebäude auch nach ihrer industriellen Nutzung als weithin sichtbarer Teil des Ortes wahrgenommen wurden.

Die ehemalige CUF-Fläche ist insgesamt kein vollständig verlassenes Gelände: Laut der Biblioteca de Arte Gulbenkian befinden sich im früheren Industriekomplex weiterhin aktive Fabriken sowie kulturelle und archivalische Einrichtungen. Die leeren Silos bilden darin eine besondere, stillgelegte Insel der Industriearchitektur.

Quellen: Stadt Barreiro: „Barreiro Light On“ an den Nutasa-Silos | Biblioteca de Arte Gulbenkian: heutige Nutzungen des CUF-Komplexes

Mein Besuch 2023

Ich habe die Fabrik 2023 besucht. Oben auf dem Dach hatte ich eine wunderbare Aussicht aufs Meer. Dieser Blick über das Wasser und die Weite stand in starkem Kontrast zu den schweren Betonbauten direkt unter mir.

Schade fand ich, dass viele der alten Maschinen und anderen Ausstattungsstücke bereits entfernt worden waren. Gerade sie hätten noch mehr davon erzählen können, wie es in der Fabrik während des laufenden Betriebs zuging. Zurück blieben die Silos, die leeren Hallen und einzelne Spuren des Arbeitsalltags. Zusammen mit der Aussicht machte genau dieser Gegensatz den Besuch für mich unvergesslich.

Atmosphere / Atmosphäre
66%
Risk / Gefahr
55%
Vandalism / Vandalismus
45%
Decay / Verfall
61%

Portugal, visited in 2023

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

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