Lage & Namen
Den Namen Casa de la luz rota habe ich als Fantasietitel für ein verlassenes, vollständig eingerichtetes Wohnhaus im Inselinneren von Lanzarote gewählt. Von außen wirkt der Bau typisch für viele ältere Häuser der Insel: weiß gekalkte Wände, grüne Holzfenster und massive Türen in einem schlichten, funktionalen Grundriss
(Lanzarote.com – Lanzarote’s architecture).
Traditionelle Häuser auf Lanzarote sind auf Klima und Wind ausgelegt. Die weißen Fassaden dienen als Reflexionsfläche gegen die Sonne, dicke Wände stabilisieren die Temperaturen im Inneren. Häufig sind die Gebäude eingeschossig und besitzen einen Lichthof oder zentrale Lichtführung. Patios und Dachflächen wurden zudem genutzt, um das wenige Regenwasser in Zisternen zu sammeln. Für Türen und Fenster gilt Grün als prägende Farbe, die laut lokalen Erzählungen auch mit dem Boots und Restfarben der Fischer in Verbindung gebracht wird
(Lanzarote.com – Traditionelle Architektur und Farbgebung).
Im Inneren zeigt sich ein seltenes Bild: ein aufgegebener Haushalt, der nicht leergeräumt wurde. Ein langer Flur mit ovalem Wandspiegel und gerahmten Dokumenten führt in mehrere Räume. Deutlich sichtbar sind abplatzende Decken, Feuchtigkeitsspuren und großflächige Schimmelbilder an Wänden und Decken, durch undichte Bereiche und fehlende Instandhaltung. In den Wohnräumen stehen noch gemusterte Sitzmöbel, ein Tisch mit Spitzendecke, ein Holzbuffet mit Gläsern und Flaschen, sowie persönliche Kleinteile. Besonders eindrücklich wirkt eine gerahmte Familienfotografie, die dem Ort eine klare menschliche Vergangenheit gibt, ohne dass sich daraus belastbare Details ableiten lassen.
Das Haus ist in Teilen strukturell angeschlagen. Lose Deckenbereiche und beschädigte Bauteile machen deutlich, dass der Verfall nicht nur optisch ist. Gleichzeitig lassen sich an Material und Aufbau viele Merkmale der Inselarchitektur ablesen, die durch Gestaltungs und Schutzgedanken auf Lanzarote über Jahrzehnte geprägt wurden, unter anderem durch Einschränkungen bei Werbung und Bauwirkung im Landschaftsbild
(Lanzarote.com – Baukultur und Restriktionen,
France24 – The man who saved Lanzarote from overdevelopment).
Ich war 2026 vor Ort, zur Mittagssonne. Das harte Licht zeigte jedes Detail: die Struktur der Kalkwände, die Patina der grünen Holzrahmen und die Spuren der Feuchtigkeit im Inneren. Beim Fotografieren wurde klar, wie schnell ein bewohnter Alltag in einen stillstehenden Zustand kippen kann, wenn Dächer und Pflege ausbleiben. Casa de la luz rota ist kein Ort mit gesicherter Storyline, aber ein Haus voller Belege: Möbel, Kleidung, Geschirr, Bilder, und damit ein dokumentarischer Querschnitt durch ein Leben, das hier einmal ganz normal stattgefunden hat.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.