Presa de Mala, Staudamm von Mala, Haría, Lanzarote
Lage & Namen
Die
Presa de Mala liegt oberhalb des Ortes
Mala im Norden Lanzarotes, Gemeinde
Haría. Die Staumauer sperrt einen Abschnitt des
Barranco del Estanque, auch im Kontext des
Valle del Palomo genannt, ab und fällt schon von der nahegelegenen Hauptstraße als massive Betonwand im dunklen Vulkangestein auf
(
iAgua: Presa de Mala,
Lanzarote Information: Presa de Mala).
Geschichte
Der Damm ist ein Produkt der 1970er Jahre. In Berichten wird er als Großprojekt der späten Franco-Zeit beschrieben, gebaut mit dem Ziel, Wasser zu speichern, jedoch
nie offiziell in Betrieb genommen, weil die
Abdichtung nicht funktionierte und das Wasser versickerte. Auch die Erschließung blieb unvollständig, selbst nach der Fertigstellung wurde eine geplante Anbindung für Tankfahrzeuge nicht realisiert
(
idealista/news: Problematik der Abdichtung,
Lanzarote Information: Bau und Erschließung,
La Voz de Lanzarote: Kontext en desuso).
Archäologische Spuren
Auch ohne Antike besitzt die Presa ihre eigenen, klar lesbaren Spuren, eine monumentale
Betonstaumauer im Barranco, die ein Becken mit einer realen Kapazität von
186.000 m³ und einer Wasserhöhe von rund
30 Metern erzeugen sollte. Technisch prägend sind außerdem die Anlagen zur Kontrolle des Bauwerks. In offiziellen Mitteilungen werden
Zugänge zu Drainagegalerien sowie Sicherungen an Öffnungen und am oberen Bereich, der Dammkrone, beschrieben. Das zeigt, wie wichtig Beobachtung, Ableitung und Kontrolle bei diesem Baukörper sind
(
Historia de Haría: Daten zur Presa,
Cabildo de Lanzarote: Sicherheitsmaßnahmen,
Consejo Insular de Aguas: Vallado, puertas, seguridad).
Heute
Heute steht die Presa de Mala sinnbildlich für die harte Wasserrealität Lanzarotes, ein Damm, der als Speicher nie zuverlässig funktionierte, aber als Bauwerk dennoch Teil der Insel-Infrastruktur bleibt. Offizielle Stellen berichten in den letzten Jahren vor allem über
Sicherungs- und Schutzmaßnahmen, erneuerte Zäune an der Dammkrone, gesicherte Türen zu den Galerien sowie zusätzliche Abdeckungen oder Schutzgitter an Öffnungen. Damit wird klar, der Ort ist weiterhin relevant, nicht als Touristenattraktion, sondern als kontrollbedürftige Großstruktur in einer Landschaft, in der Starkregen und Abflussereignisse plötzlich ernst werden können
(
Cabildo de Lanzarote: Presa de Mala,
Consejo Insular de Aguas: Maßnahmen,
idealista/news: Einordnung der Funktion).
Mein Besuch 2026
Ich war
2026 bei schönem, leicht bewölktem Wetter an der Presa. Genau diese weiche Wolkendecke macht die Szene lesbar, Betonflächen, dunkles Vulkangestein und die ruhige Linie des Beckens wirken dadurch weniger hart, fast grafisch. Während wir fotografierten, starteten am Fels nebenan
Paragleiter, und vom Staudamm aus konnten wir zusehen, wie sie aus der Höhe in die Thermik kippten und über dem Tal kreisten. In solchen Momenten wird die Presa mehr als ein gescheitertes Wasserprojekt, ein Aussichtspunkt auf Landschaft, Wind und Maßstab, und ein Motiv, das zeigt, wie brutal modern Infrastruktur in einer vulkanischen Inselwelt stehen kann.