Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Barco Telamon

Barco Telamon, Temple Hall, Las Caletas bei Arrecife, Lanzarote

Lage & Namen
Das Wrack des Frachters Telamon liegt vor Lanzarote in der Zone zwischen Arrecife und Costa Teguise, im Bereich Las Caletas nahe dem Hafen von Arrecife. Das Schiff wurde ursprünglich als Temple Hall gebaut, später Pantelis genannt und trägt seit 1977 den Namen Telamon. Sichtbar ist heute vor allem der hintere Teil, der über Jahrzehnte als markanter Orientierungspunkt an der Küste galt
(Wikipedia: Temple Hall ship,
Wikipedia: Temple Hall deutsch,
Gazette Life: The history of Lanzarote’s shipwreck).

Schiff und technische Daten

Die Temple Hall wurde in Dundee in Schottland von der Caledon Shipbuilding & Engineering Company als Baunummer 489 gebaut, am 24. September 1953 vom Stapel gelassen und im Februar 1954 fertiggestellt. Als Identifikation wird IMO 5354896 geführt. In den gängigen Angaben wird das Schiff mit rund 139,5 Metern Länge und 17,9 Metern Breite beschrieben, als klassischer Frachter seiner Zeit mit Dieselantrieb
(Wikipedia: Bau und Daten,
ClydeShips: TEMPLE HALL).

Geschichte

Als Temple Hall fuhr das Schiff zunächst für eine britische Reederei, 1969 wurde es verkauft und in Pantelis umbenannt. 1977 erfolgte die Umbenennung in Telamon. Diese Namensfolge ist in mehreren maritimen Registern und Zusammenstellungen dokumentiert und erklärt, warum das Wrack auf Lanzarote unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt ist
(Wikipedia: Owners and operators,
ClydeShips: Namenshistorie,
ShippingTandy: Temple Hall und Flottenkontext).

Havarie und Strandung 1981

Am 31. Oktober 1981 geriet die Telamon in schweres Wetter in der Meerenge La Bocayna zwischen Lanzarote und Fuerteventura. Das Schiff nahm Wasser in einem Laderaum auf, die Lage verschlechterte sich trotz Pumpen. Um ein Sinken auf See und eine mögliche Blockade des Hafens zu verhindern, wurde das Schiff im Bereich des Hafens von Arrecife auf einen weichen Strandgrund gesetzt. An Bord befanden sich laut dokumentierter Darstellung zudem größere Mengen Treibstoff, weshalb zeitnah Maßnahmen zur Entladung und Sicherung umgesetzt wurden. Kurz danach brach ein weiterer Sturm das Wrack, der vordere Teil sank, der hintere Teil blieb sichtbar
(Wikipedia: Loss and wreck,
Gazette Life: Historie und Kontext).

Spuren am Wrack

Auf den Fotos sind typische Merkmale eines seit Jahrzehnten ausgesetzten Stahlkörpers erkennbar. Der Rumpf zeigt großflächige Korrosionszonen, die Aufbauten sind stark beschädigt und teils offen. Erkennbar sind weiterhin Mast, Decksstruktur und die Silhouette der ehemaligen Brücke. Je nach Tide und Licht wirkt der Frachter wie ein schwarzer Block im Wasser, während die Details an Kanten und Öffnungen die fortschreitende Materialermüdung dokumentieren. In Berichten wird zudem beschrieben, dass das Wrack über Jahre bei Tauchern bekannt war, später aber aufgrund des Zustands als riskanter eingestuft wurde
(Travelon.world: Zustand und Risiko Einordnung,
Gazette Life: Geschichte des Wracks).

Heute

Die Telamon wurde über Jahrzehnte zu einem maritimen Wahrzeichen an der Industriezone von Arrecife. Gleichzeitig gab es wiederholt Pläne, das Wrack zu entfernen. In der Berichterstattung ist dokumentiert, dass Demontagearbeiten 2022 gestartet wurden und später wieder gestoppt wurden. Damit ist der Ort nicht nur ein Fotomotiv, sondern auch ein laufendes Thema zwischen Sicherheit, Küstenschutz und Entsorgung
(Gazette Life: The end of the Telamon,
Gazette Life: Breaking up the Telamon,
Wikipedia: Scrapping,
Lanzarote.com: Telamon stranded ship).

Mein Besuch 2026

Ich war 2026 in der Mittagssonne vor Ort. Das Licht war hart und klar, die Wasseroberfläche spiegelte stark, und das Heck stand als dunkle Silhouette vor dem Himmel. Von der Küste aus ließ sich das Wrack aus mehreren Blickwinkeln dokumentieren, einmal direkt über das Lavagestein am Ufer, einmal über die kleine Bucht mit Blick auf Hafenanlagen, Tanks und Windrad im Hintergrund. Ein Detail, das auf den Bildern ebenfalls sichtbar ist, ist die Sicherheitsinfrastruktur am Ufer mit Rettungsring und Notfallhinweisen. Die Serie zeigt die Telamon als das, was sie ist, ein realer Schiffskörper im Zerfall, dauerhaft präsent in einem industriellen Küstenraum, und fotografisch besonders durch die Verbindung aus Stahl, Salz und vulkanischer Landschaft.

Atmosphere / Atmosphäre
55%
Risk / Gefahr
67%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
81%

Spain, visited in 2026

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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