
Malta ist klein, aber reich an verlassenen Orten. Zwischen historischen Festungen, alten Villen, ehemaligen Krankenhäusern und aufgegebenen Hotels zeigt sich eine besondere Seite des Inselstaates. Der helle maltesische Kalkstein, das trockene Klima und die Nähe zum Meer verleihen den Gebäuden eine unverwechselbare Atmosphäre.
In diesem Bilderarchiv dokumentiere ich Lost Places auf Malta, die ich während meiner Reise im Jahr 2022 fotografiert habe. Die verlassenen Orte erzählen von militärischer Geschichte, früherem Wohlstand, gescheiterten Bauprojekten und Gebäuden, deren ursprüngliche Nutzung längst verloren gegangen ist.
Das House on Triq Tal-Milord liegt im Norden Maltas und wirkt auf den ersten Blick unscheinbar. Hinter der überwucherten Fassade verbirgt sich jedoch ein leerstehendes Anwesen mit alten Nebengebäuden und einem beeindruckenden Blick auf das Mittelmeer. Kakteen, trockene Erde und brüchige Mauern prägen die Atmosphäre dieses Ortes.
Auf Gozo befindet sich die Villa Bizantini. Die große Villa wurde aus dem typischen gelben Kalkstein der Insel errichtet und steht seit vielen Jahren leer. In den Räumen sind noch zahlreiche Spuren der früheren Nutzung erhalten, während Feuchtigkeit und Verfall langsam Besitz von dem Gebäude ergreifen.
Eine der außergewöhnlichsten Anlagen ist die Wied Qanotta Chapel and Villa. Die alte Kapelle und das angrenzende Anwesen liegen in einer abgeschiedenen Landschaft. Der historische Sakralbau wird auf das frühe 16. Jahrhundert datiert und steht heute gemeinsam mit der Villa in einem abgeschiedenen Tal.
Das Jerma Palace Hotel gehört zu den bekanntesten Lost Places Maltas. Das ehemalige Vier-Sterne-Hotel in Marsaskala wurde 1982 eröffnet und war einst das größte Hotel im Süden der Insel. Nach der Schließung im Jahr 2007 verfiel der riesige Komplex zunehmend.
Heute sind viele Bereiche geplündert, beschädigt oder eingestürzt. Von den früheren Hotelzimmern, Marmorböden und repräsentativen Räumen sind nur noch Fragmente geblieben. Graffiti, herausgerissene Leitungen und überwucherte Außenbereiche zeigen, wie stark sich der Ort seit seiner Schließung verändert hat.
Malta ist von militärischen Bauwerken geprägt. Das Fort Delimara wurde im 19. Jahrhundert von den Briten errichtet, um den Hafen von Marsaxlokk zu schützen. Die massiven Mauern, Kasematten und alten Geschützstellungen machen die Festung zu einem der eindrucksvollsten historischen Lost Places der Insel.
Auch Fort Ricasoli erinnert an Maltas strategische Bedeutung im Mittelmeerraum. Die große Festungsanlage liegt an der Einfahrt zum Grand Harbour und verbindet wuchtige Steinarchitektur mit einer bewegten militärischen Geschichte.
Die Qolla l-Bajda Battery liegt an der Küste von Gozo. Die ehemalige Verteidigungsanlage wirkt heute deutlich stiller als zu ihrer aktiven Zeit. Zwischen den hellen Steinmauern und dem Meer entsteht eine ungewöhnliche Mischung aus Weite, Einsamkeit und Verfall.
Die St. Anthony’s Battery gehört ebenfalls zu den verlassenen militärischen Anlagen Maltas. Ihre Lage am Wasser macht den Ort besonders eindrucksvoll. Wind, Salz und Sonne haben sichtbare Spuren auf dem Mauerwerk hinterlassen.
Historische Einordnung: Viele militärische Anlagen Maltas werden heute von Heritage Malta betreut oder geschützt. Die Galerien zeigen den Zustand der jeweiligen Orte zum Zeitpunkt meines Besuchs.
Das Royal Navy Hospital Mtarfa erinnert an die britische Militärgeschichte Maltas. Die weitläufige Anlage wurde einst für die medizinische Versorgung von Soldaten genutzt. Heute erzählen leere Räume, lange Flure und verblasste Details von der früheren Funktion des Krankenhauses.
Das St. Philips Hospital ist ein weiteres Beispiel für ein aufgegebenes medizinisches Gebäude. In den verlassenen Räumen sind noch bauliche Strukturen und Spuren der früheren Nutzung zu erkennen. Der Ort wirkt zugleich sachlich und beklemmend, weil die einstige medizinische Funktion vollständig verschwunden ist.
Das Rainbow Aircraft ist einer der ungewöhnlichsten Lost Places Maltas. Das Flugzeug steht heute nicht mehr im Mittelpunkt eines aktiven Flughafens oder militärischen Betriebs, sondern wirkt wie ein technisches Relikt aus einer vergangenen Zeit.
Verwittertes Metall, verblasste Lackierung und die ungewöhnliche Umgebung machen das Flugzeug zu einem starken Motiv. Es zeigt, dass Lost Places nicht immer große Gebäude sein müssen. Auch einzelne Fahrzeuge und technische Objekte können Geschichten über frühere Nutzung und Stillstand erzählen.
Malta hat mich durch die Verbindung aus Geschichte, Meer und Verfall beeindruckt. Die Insel ist dicht bebaut und stark besucht, doch zwischen den bekannten Sehenswürdigkeiten existieren zahlreiche Orte, die fast vollständig aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden sind.
Besonders eindrucksvoll fand ich den Kontrast zwischen dem hellen Kalkstein, dem tiefblauen Mittelmeer und den verlassenen Innenräumen. Während draußen die Sonne scheint und das Leben weitergeht, herrscht in den alten Gebäuden eine völlig andere Stimmung.
Alle Orte wurden mit Respekt vor ihrer Geschichte fotografiert. Bitte beachte, dass viele Gebäude instabil sind und nicht offiziell besichtigt werden dürfen. Die genauen Zugangspunkte und sensiblen Standorte veröffentliche ich aus Sicherheits- und Schutzgründen nicht.