Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Zeche Hugo in Gelsenkirchen: Schacht 2

Die Zeche Hugo in Gelsenkirchen prägte über ein Jahrhundert den Norden der Stadt. Meine Fotografien zeigen den erhaltenen Schacht 2 im Jahr 2009, als Teile der Anlage noch deutlich vom Leerstand und vom Ende des Steinkohlebergbaus gezeichnet waren. Heute ist der Standort keine verlassene Zeche mehr, sondern ein erhaltenes Industriedenkmal.

Die Geschichte der Zeche Hugo

Die Geschichte des Bergwerks begann 1873 mit dem Abteufen des ersten Schachtes. In den folgenden Jahrzehnten wurde die Anlage mehrfach erweitert. Neue Schächte, technische Gebäude und weitere Betriebsanlagen machten Hugo zu einem bedeutenden Bergwerk im nördlichen Ruhrgebiet.

Schacht 2 wurde in den 1880er-Jahren abgeteuft. Er entwickelte sich zu einem wichtigen Teil der Zeche und blieb später als einer der wenigen sichtbaren Überreste des Bergwerks erhalten. Das Fördergerüst und die Fördermaschinenhalle dokumentieren bis heute die technischen Abläufe des Steinkohlebergbaus.

Quellen: Tag des offenen Denkmals: Zeche Hugo – Schacht 2 | Trägerverein Hugo Schacht 2

Arbeit und Leben rund um das Bergwerk

Die Zeche war nicht nur ein Arbeitsplatz. Rund um die Schachtanlagen entstanden Wohnsiedlungen, Geschäfte und eine Gemeinschaft, deren Alltag eng mit dem Bergbau verbunden war. Generationen von Männern und Frauen arbeiteten auf Hugo oder lebten in den benachbarten Kolonien.

Auch die Verbindung zwischen Bergbau und Fußball ist in Gelsenkirchen besonders ausgeprägt. Der Begriff Knappen für die Spieler und Anhänger des FC Schalke 04 erinnert an die Bergleute der Region. Mehrere frühere Schalker Fußballer arbeiteten selbst auf der Zeche Hugo.

Quelle: Zeche Hugo: Bergbau, Kolonie und Schalke 04

Die Stilllegung der Zeche Hugo

Am 30. April 2000 endete der aktive Bergbau auf Hugo. Damit ging nach 127 Jahren ein bedeutender Abschnitt der Gelsenkirchener Industriegeschichte zu Ende. Die verbliebenen Schächte wurden verfüllt und ab 2001 begann der weitgehende Abriss der Tagesanlagen.

Auch Schacht 2 war vom geplanten Abbruch betroffen. Von den ehemals umfangreichen Anlagen verschwanden zahlreiche Gebäude. Förderanlagen, Werkstätten und technische Einrichtungen wurden entfernt oder zurückgebaut. Dadurch veränderte sich das frühere Zechengelände innerhalb kurzer Zeit grundlegend.

Quellen: Trägerverein Hugo: Stilllegung und Erhaltung | Tag des offenen Denkmals: Stilllegung und Abbruch

Die Rettung von Hugo Schacht 2

Ehemalige Bergleute und weitere Unterstützer gründeten den Trägerverein Hugo Schacht 2. Durch ihr ehrenamtliches Engagement konnten das Fördergerüst, die Fördermaschinenhalle und die historische Fördermaschine vor dem Abriss bewahrt werden.

Heute wird Schacht 2 als technisches Denkmal, Veranstaltungsort und Ort der Erinnerung genutzt. Der Verein erhält die Anlage in ehrenamtlicher Arbeit und öffnet sie bei Veranstaltungen sowie nach vorheriger Vereinbarung für Besuchergruppen.

Das kleine Museum zur Zeche Hugo dokumentiert außerdem den Arbeitsalltag der Bergleute, das Leben in der Kolonie und die Verbindung zwischen Bergbau und Fußball. Damit wurde aus einem beinahe verschwundenen Bergwerk ein lebendiger Erinnerungsort.

Quellen: Offizielle Seite der Zeche Hugo | Trägerverein Hugo Schacht 2: Erhalt der Anlage

Mein Besuch 2009

Bei meinem Besuch im Jahr 2009 fotografierte ich den Schacht 2 der Zeche Hugo noch vor der späteren umfassenden Aufarbeitung. Die Räume, technischen Einrichtungen und Spuren des früheren Bergbaubetriebs vermittelten damals noch deutlich den Eindruck einer aufgegebenen Industrieanlage.

Meine Bilder dokumentieren deshalb einen Übergangszustand: Der aktive Bergbau war beendet, gleichzeitig hatte die dauerhafte Nutzung als gepflegter Erinnerungs- und Veranstaltungsort noch nicht ihr heutiges Erscheinungsbild erreicht. Gerade dadurch ergänzen die Fotografien die erhaltene Geschichte der Zeche Hugo.

Atmosphere / Atmosphäre
35%
Risk / Gefahr
0%
Vandalism / Vandalismus
26%
Decay / Verfall
39%

Germany, visited in 2009

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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