Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Zeche General Blumenthal XI und Kraftwerk Shamrock in Herne

Die auf meinen Aufnahmen zu sehende Anlage befindet sich in Herne und war der ehemalige Schacht General Blumenthal XI. Der Standort ging aus dem früheren Schacht 11 der Zeche Shamrock hervor. Heute erinnert nur noch wenig an den einst weitläufigen Bergwerksbetrieb mit Förderturm, Kohlenwäsche, Förderbändern, Silos und umfangreicher Bahnanlage.

Als ich das Gelände im Jahr 2009 besuchte, standen viele der markanten Übertageanlagen noch. In den Gebäuden und Hallen waren zahlreiche technische Einrichtungen, Maschinen und Relikte des Steinkohlebergbaus erhalten. Meine Fotografien entstanden in einer Übergangsphase, kurz bevor der schrittweise Abriss der Anlage begann.

Quelle: KöhlerPhotoArt, General Blumenthal XI | Regionalverband Ruhr, General Blumenthal XI

Vom Shamrock Schacht 11 zum General Blumenthal XI

Die Geschichte des Standortes reicht bis in die Zeit der Zeche Shamrock zurück. Der Schacht 11 wurde ab 1957 abgeteuft und 1961 in Betrieb genommen. Er war als zentraler Schacht für die Förderung und den Transport der geförderten Steinkohle ausgelegt.

Im Jahr 1967 endete der eigenständige Betrieb der Zeche Shamrock. Der Schacht 11 wurde anschließend in die Zeche General Blumenthal integriert und entwickelte sich dort zu einem wichtigen zentralen Förderschacht. Über die Jahre wurde die Anlage immer wieder erweitert und technisch angepasst, sodass ein weitläufiger Komplex aus Fördertechnik, Aufbereitung, Transportanlagen und Versorgungsgebäuden entstand.

1992 wurde die Zeche General Blumenthal mit dem Bergwerk Haard zusammengelegt. Der Bergbau am Standort wurde dadurch Teil einer größeren Verbundstruktur. Die Geschichte des Schachtes 11 blieb jedoch eng mit den früheren Zechen Shamrock und General Blumenthal verbunden.

Quellen: Zechenkarte, Shamrock Schacht 11 | Ruhrzechenaus, Zeche Shamrock | Industriedenkmal, Bergwerk General Blumenthal

Förderturm, Kohlenwäsche und Fördertechnik

Das Erscheinungsbild von General Blumenthal XI wurde vor allem durch den markanten Betonförderturm und die weitläufigen technischen Anlagen geprägt. Die Fördertechnik verband den Schacht mit den Bereichen der Kohlenwäsche, den Bunkern und den verschiedenen Transportanlagen.

Auf meinen Bildern sind unter anderem große Förderbandbrücken, technische Übergänge, Silos, Maschinenräume und Teile der ehemaligen Kohlenaufbereitung zu sehen. Die roten Stahlkonstruktionen bildeten einen starken Kontrast zu den massiven Betonbauten und den rostenden Maschinen. Viele Bereiche wirkten bereits damals verlassen, obwohl die industrielle Funktion der Gebäude noch deutlich erkennbar war.

Die Kohle wurde nach der Förderung über Förderanlagen und Gleise weitertransportiert. In der Kohlenwäsche wurde das Material aufbereitet, sortiert und für die weitere Verwendung vorbereitet. Damit war die Anlage ein wichtiger Bestandteil der gesamten industriellen Produktionskette des Ruhrbergbaus.

Quellen: KöhlerPhotoArt, General Blumenthal XI | Industriedenkmal, Bergwerk General Blumenthal

Das Kraftwerk Shamrock

Zum industriellen Umfeld der Schachtanlage gehörte außerdem das benachbarte Kraftwerk Shamrock. Dort wurde die geförderte Steinkohle zur Stromerzeugung genutzt. Auf einigen meiner Aufnahmen sind die charakteristischen hölzernen Kühltürme und weitere Bauteile des Kraftwerks zu erkennen.

Das Kraftwerk bildete zusammen mit der Zeche einen großen industriellen Verbund. Kohleförderung, Aufbereitung, Transport und Energiegewinnung lagen räumlich eng beieinander. Dadurch entstand ein Gelände, auf dem nahezu alle wichtigen Schritte der damaligen Montanindustrie sichtbar waren.

Das Steinkohlekraftwerk Shamrock wurde im Jahr 2013 stillgelegt. Davon ausgenommen blieb die Fernwärme-Heizzentrale. Da das Kraftwerk nicht im Eigentum der RAG steht, gelten für seinen Rückbau andere Voraussetzungen als für die ehemalige Schachtanlage.

Quellen: Historischer Verein Herne, Kraftwerk Shamrock | Stadt Herne, Häufige Fragen zu General Blumenthal

Das Ende des Bergbaus

Der aktive Bergwerksbetrieb auf dem Gelände endete im Jahr 2001. Der Schacht wurde aufgegeben und später verfüllt. Viele Gebäude und technische Anlagen blieben jedoch zunächst erhalten, weil das Gelände noch nicht vollständig zurückgebaut worden war.

Auch nach dem Ende der Förderung standen Teile der Infrastruktur noch einige Jahre an ihrem ursprünglichen Platz. Förderbänder, Gleise, Maschinen und Gebäude erinnerten weiterhin an die frühere Nutzung. Im Jahr 2005 wurde die alte Wagenumlaufanlage entfernt. Ab 2009 begann außerdem die Bergung und Verwertung noch nutzbarer Maschinen und technischer Einrichtungen.

Als ich die Anlage 2009 fotografierte, war dieser Wandel bereits deutlich spürbar. Die Zeche war nicht mehr in Betrieb, aber viele Bereiche waren noch vollständig begehbar und vermittelten einen intensiven Eindruck vom früheren Arbeitsalltag.

Quellen: Stadt Herne, Häufige Fragen zu General Blumenthal | KöhlerPhotoArt, General Blumenthal XI

Der Abriss nach meinem Besuch

Nach meinem Besuch begann der schrittweise Rückbau der Übertageanlagen. Zwischen 2010 und 2014 wurden die Gebäude und technischen Einrichtungen der ehemaligen Schachtanlage nach und nach abgerissen.

Im Jahr 2012 verschwanden unter anderem große Teile der Kohlenwäsche und der früheren Wagenumlaufanlage. 2013 folgte der Rückbau des markanten Förderturms. Damit verlor das Gelände sein prägendstes Wahrzeichen. Im Jahr 2014 wurden schließlich auch die hölzernen Kühltürme des Kraftwerks Shamrock zurückgebaut.

Die Fotografien in diesem Portfolio zeigen somit einen heute verschwundenen Zustand der Anlage. Sie dokumentieren General Blumenthal XI in einer Zeit, in der die Gebäude noch standen, der industrielle Betrieb aber bereits endgültig beendet war.

Quellen: Stadt Herne, Häufige Fragen zu General Blumenthal | Bauforum24, Abriss Bergwerk General Blumenthal Schacht 11 | Bauforum24, Abriss Kraftwerk Shamrock

Heutige Nutzung und geplante Neuentwicklung

Viele Jahre nach meinem Besuch hat sich das Gelände grundlegend verändert. Die ehemalige Schachtanlage General Blumenthal XI ist heute keine aktive Zeche mehr, sondern eine eingezäunte Brachfläche. Die Übertageanlagen wurden zwischen 2010 und 2014 schrittweise abgerissen. Aktuell laufen noch bergbauliche Abschlussarbeiten und Vorbereitungen für die notwendige Bodensanierung. Ein Betreten des Geländes ist nicht erlaubt.

Ein eigentlicher Umbau hat bislang noch nicht begonnen. Im Jahr 2026 stehen zunächst Gutachten, die Erstellung eines städtebaulichen Rahmenplans und verschiedene Beteiligungsverfahren im Mittelpunkt. Anschließend soll auf dem rund 35 Fußballfelder großen Areal das Innovationsquartier Blumenthal hoch3 entstehen.

Geplant ist ein modernes High- und Green-Tech-Quartier mit wissens- und technologieorientierten Unternehmen, großzügigen Grünflächen und bis zu 4.000 Arbeitsplätzen. Auch ein Blumenthal-Park sowie eine geplante Seilbahn zum Hauptbahnhof Herne-Wanne-Eickel gehören zu den bisherigen Zukunftsplanungen.

Der derzeitige Zeitplan sieht ab 2027 die Bauleitplanung und Vermarktung vor. Ab 2028 soll die Baureifmachung und Erschließung beginnen. Erste Bauarbeiten und die Entwicklung der Grünflächen sind ab 2029 vorgesehen. Die geplante Seilbahn soll ab 2030 errichtet werden.

Das benachbarte Kraftwerk Shamrock wurde 2013 stillgelegt. Davon ausgenommen blieb die Fernwärme-Heizzentrale. Da das Kraftwerk nicht der RAG gehört, entscheidet der Eigentümer Uniper selbst, ob und wann die verbliebenen Gebäude zurückgebaut werden.

Quellen: Stadt Herne, General Blumenthal XI | Stadt Herne, Häufige Fragen | Blumenthal hoch3

Mein Besuch 2009

Ich habe General Blumenthal XI im Jahr 2009 fotografiert. Damals standen die Förderanlagen, die Kohlenwäsche, die technischen Gebäude und große Teile der industriellen Infrastruktur noch. Besonders eindrucksvoll waren die gewaltigen Dimensionen der Anlage und der Kontrast zwischen den massiven Bauwerken, den rostenden Maschinen und der bereits einsetzenden Natur.

Heute sind viele dieser Gebäude verschwunden. Gerade deshalb sind die Aufnahmen für mich eine wichtige Dokumentation dieses Ortes. Sie zeigen nicht nur einen verlassenen Lost Place, sondern auch ein Stück Industriegeschichte, das im Zuge des Strukturwandels unwiederbringlich verloren gegangen ist.

Atmosphere / Atmosphäre
50%
Risk / Gefahr
7%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
23%

Germany, visited in 2009

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

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