Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Vogelparadies Bad Rothenfelde

Am südlichen Rand von Bad Rothenfelde im Landkreis Osnabrück lag einst das Vogelparadies. Der große Vogel- und Freizeitpark wurde im August 1975 eröffnet und sollte zu den größten Anlagen dieser Art in Europa gehören.

Auf dem rund 22 Hektar großen Gelände befanden sich zahlreiche Volieren, ein Tropenhaus mit Freiflughalle, ein Tropencafé, ein Spielplatz mit Minibooten und eine etwa 540 Meter lange Oldtimer-Bahn. In den besten Zeiten lebten hier mehrere tausend Vögel.

Quellen: Auferstanden aus Ruinen: Vogelparadies Bad Rothenfelde | Weser-Kurier: Von Vögeln und Glücksrittern

Die Geschichte des Vogelparadieses

Schon kurz nach der Eröffnung geriet der Park in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Die ursprünglichen Betreiber mussten das Gelände 1978 versteigern lassen. Für rund eine Million Mark wechselte das Vogelparadies den Besitzer.

Unter der Familie Pfaff entwickelte sich der Park zunächst weiter. In den Volieren wurden seltene Vogelarten gehalten und erfolgreich gezüchtet. Zeitweise lebten hier bis zu 4.000 Vögel. Das Vogelparadies war ein beliebtes Ausflugsziel für Familien aus der gesamten Region.

Später gab es verschiedene Pläne für eine Umnutzung. Unter anderem sollte auf dem Gelände ein Ferienhauspark beziehungsweise ein ökologisches Ferien- und Freizeitzentrum entstehen. Die Vorhaben scheiterten jedoch an den Vorgaben der Gemeinde und an fehlenden Nutzungskonzepten.

Quellen: Auferstanden aus Ruinen: Geschichte des Vogelparks | Weser-Kurier: Geschichte und Nutzung

Das Ende des Vogelparks

Im Jahr 2000 musste der Vogelpark endgültig schließen. Die Tiere wurden verkauft. Nur einige Pfauen blieben noch auf dem weitläufigen Gelände zurück. Zurück blieben leere Volieren, verwilderte Wege, Gebäude und die großen Gewächshauskonstruktionen.

Zwischen 2001 und 2004 wurde das Gelände noch einmal als ungewöhnliche Partylocation genutzt. Unter dem Namen Bird the Move fanden hier mehrere große Technopartys statt. Bekannte DJs wie Sven Väth und Dr. Motte legten in den ehemaligen Vogelhallen auf.

Im Jahr 2004 zerstörte ein Feuer große Teile des Tropenhauses und der ehemaligen Freiflughalle. Die gläsernen Dächer gingen verloren, Pflanzen verbrannten und das Gelände verfiel immer weiter.

Quellen: Weser-Kurier: Bird the Move und der Brand | Auferstanden aus Ruinen: Bird the Move

Vom Lost Place zum Abriss

Nach der Schließung lag das Vogelparadies jahrelang verlassen am Rand von Bad Rothenfelde. Die Natur eroberte die ehemaligen Wege und Volieren zurück. In den Gebäuden blieben Spuren der früheren Nutzung sichtbar, während gleichzeitig Vandalismus und Verfall zunahmen.

Im Jahr 2014 wurde das Vogelparadies schließlich vollständig abgerissen. Damit verschwand ein außergewöhnlicher Freizeitpark, der über Jahrzehnte das Ortsbild von Bad Rothenfelde geprägt hatte. Heute existiert der Lost Place nur noch in historischen Fotografien und Erinnerungen weiter.

Quellen: Auferstanden aus Ruinen: Vogelparadies Bad Rothenfelde, abgerissen 2014 | 28 Days Later: Previous Vogelparadies Bad Rothenfelde

Mein Besuch 2011

Als ich das Vogelparadies Bad Rothenfelde 2011 besucht habe, war von der früheren Familienidylle nicht mehr viel übrig. Die Tiere waren längst verschwunden und die Gebäude standen leer. Zwischen den ehemaligen Volieren wucherte die Natur, während die alten Gewächshäuser zunehmend verfielen.

Besonders eindrucksvoll waren die großen Hallen und die Reste des Tropenhauses. Wo früher Vögel flogen, Besucher spazierten und Musik erklang, herrschten nun Stille, Rost und überwucherte Wege. Der Ort wirkte wie ein vergessenes Tropenparadies, das langsam von der Landschaft verschluckt wurde.

Meine Fotos halten einen Zustand fest, den es heute nicht mehr gibt. Nur drei Jahre nach meinem Besuch wurde das Vogelparadies abgerissen.

Atmosphere / Atmosphäre
63%
Risk / Gefahr
0%
Vandalism / Vandalismus
6%
Decay / Verfall
52%

Germany, visited in 2011

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

Demolished 2014

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