Das ehemalige Hotel Heinrich Heine in Schierke gehörte einst zu den bekanntesten Häusern im Harz. Was 1900 als luxuriöses Hotel Fürst zu Stolberg eröffnet wurde, entwickelte sich später zum beliebten Ferienheim der DDR. Nach der Wende begann jedoch der langsame Niedergang. Als ich das Gebäude 2014 besuchte, waren von seinem früheren Glanz nur noch verlassene Räume, verblasste Farben und eine zunehmend marode Bausubstanz geblieben.
Die Geschichte des Hauses begann bereits im Jahr 1898. Nach den Plänen des Wernigeröder Architekten Ernst Niewerth entstand ein repräsentatives Luxushotel im Stil der Harzer Reformarchitektur. Anfang 1900 wurde das Hotel Fürst zu Stolberg feierlich eröffnet. Schon wenige Jahre später wurde die Anlage um einen weiteren Wohnflügel erweitert.
Das Hotel verfügte über eine eigene Konditorei, ein Wiener Restaurant, Billardräume, Zentralheizung, elektrische Beleuchtung und sogar eine eigene Tankstelle. Schierke entwickelte sich zu einem beliebten Wintersportort. Ein Aufenthalt im Fürst zu Stolberg galt als Zeichen von Wohlstand und gesellschaftlichem Rang.
Quellen: Stadt Wernigerode | Wikipedia
Während und nach dem Zweiten Weltkrieg änderte sich die Nutzung des Hotels. Im Jahr 1945 diente das Gebäude als Entbindungsheim. Die dort geborenen Kinder wurden später als sogenannte Heine-Kinder bekannt. 1946 erhielt das Haus schließlich den Namen Hotel Heinrich Heine.
In der DDR wurde das Gebäude als Ferienheim genutzt und entwickelte sich zu einem beliebten Ziel für Künstler, Intellektuelle, Mediziner und Politiker. Besonders in den 1970er- und 1980er-Jahren war das Hotel nahezu vollständig ausgelastet. Ein Aufenthalt im Heinrich Heine galt weiterhin als etwas Besonderes.
Quellen: Stadt Wernigerode | Modernruins
Nach der deutschen Wiedervereinigung konnte das Hotel mit den Ansprüchen westlicher Urlauber nicht mehr mithalten. Die Gäste blieben aus, notwendige Investitionen wurden nicht umgesetzt und das Haus verlor zunehmend an Bedeutung. Zum Jahreswechsel 1994/95 wurde der Hotelbetrieb endgültig eingestellt.
Danach begann eine lange Zeit des Leerstands. Unterschiedliche Eigentümer fanden keine nachhaltige Nutzung für das Gebäude. Die einst repräsentativen Säle, Zimmer und Flure verfielen. Im Jahr 2013 gelangte das Hotel schließlich im Rahmen einer Zwangsversteigerung in den Besitz der Stadt Wernigerode.
Quellen: Wikipedia | Modernruins
Am 28. Juni 2016 begannen die Abrissarbeiten am historischen Hotelkomplex. Die Stadt Wernigerode begründete den Schritt mit dem maroden Zustand des Gebäudes. Bis Mitte September sollte das Gelände vollständig beräumt werden. Dabei wurden mehrere tausend Tonnen Bauschutt und Altholz erwartet.
An gleicher Stelle entstand anschließend eine Ferienhausanlage. Damit verschwand ein Gebäude, das über ein Jahrhundert lang die Geschichte Schierkes geprägt hatte. Heute erinnern vor allem historische Fotografien und persönliche Erinnerungen an das ehemalige Hotel Heinrich Heine.
Quelle: Stadt Wernigerode: Heinrich-Heine-Abriss startet und macht Platz für die Zukunft
Als ich das Hotel Heinrich Heine im Jahr 2014 besuchte, war der frühere Glanz des Hauses kaum noch zu erkennen. Die verlassenen Räume wirkten ausgekühlt und leer. An vielen Stellen hatte sich der Verfall bereits tief in die Bausubstanz gearbeitet. Zerbrochene Fenster, beschädigte Decken und zurückgelassene Einrichtungsreste erzählten von der langen Zeit, in der sich niemand mehr um das Gebäude gekümmert hatte.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
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