Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Sowjetische Residenz Bonn: Die ehemalige Botschaftervilla der UdSSR

Die Sowjetische Residenz Bonn war über Jahrzehnte der offizielle Wohnsitz des sowjetischen Botschafters in der Bundesrepublik Deutschland. Das großzügige Anwesen befand sich in Bad Godesberg und gehörte zur diplomatischen Infrastruktur der damaligen Bundeshauptstadt.

Von 1972 bis zur Auflösung der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde das Haus als sowjetische Botschafterresidenz genutzt. Anschließend diente es bis zum Umzug der russischen Botschaft nach Berlin im Jahr 1999 als Wohnsitz des russischen Botschafters.

Quelle: Wikipedia: Ehemalige sowjetische Botschafterresidenz in Bonn

Vom privaten Wohnhaus zur sowjetischen Residenz

Ursprünglich entstand das Anwesen für den Godesberger Unternehmer und CDU-Kommunalpolitiker Alexander Werth und seine Frau Helge. Zur Ausstattung gehörten unter anderem ein Schwimmbad und eine Sauna.

Im Herbst 1971 verkaufte Werth das Anwesen für 2,6 Millionen D-Mark an die Sowjetunion. Am 26. April 1972 bezog der damalige sowjetische Botschafter Walentin Falin das Haus. Die eigentliche Botschaftskanzlei wurde später auf der nahe gelegenen Viktorshöhe eingerichtet.

Quellen: Wikipedia: Geschichte der sowjetischen Botschafterresidenz | Die Zeit: Report aus Bonn zum Verkauf der Villa

Repräsentative Räume für Diplomatie und Kultur

Die Residenz war nicht nur ein privater Wohnort. Sie bot zugleich einen repräsentativen Rahmen für Empfänge, Begegnungen und kulturelle Veranstaltungen. Im Jahr 1982 wurde ein zusätzliches Esszimmer errichtet, das gemeinsam mit den angrenzenden Räumen auch als Konzertsaal genutzt werden konnte.

Zu den Künstlern, die dort auftraten, gehörte der international bekannte Pianist Swjatoslaw Richter. Außerdem war das Haus mit Leihgaben russischer Museen und Künstler ausgestattet. Dadurch verband die Residenz diplomatische Repräsentation mit sowjetischer und russischer Kultur.

Quelle: Wikipedia: Ausstattung und kulturelle Nutzung der Botschafterresidenz

Von der Sowjetunion zur Russischen Föderation

Nach der Auflösung der Sowjetunion im Dezember 1991 übernahm die Russische Föderation das Anwesen. Bis 1999 blieb die Villa die offizielle Residenz des russischen Botschafters in Deutschland.

Mit der Verlegung des deutschen Regierungssitzes zog auch die russische Botschaft nach Berlin. Auf der Viktorshöhe blieb anschließend ein russisches Generalkonsulat bestehen. Die frühere Botschaftervilla stand zunächst leer, während die Eigentumsverhältnisse des ehemaligen sowjetischen Auslandsbesitzes ungeklärt blieben.

Quellen: Wikipedia: Nutzung nach dem Ende der Sowjetunion | Wikipedia: Viktorshöhe und sowjetische Botschaft in Bonn

Sowjetische Spuren im Inneren

Im Inneren erinnerten zahlreiche Einzelheiten an die frühere Nutzung. An den Wänden hingen sowjetische Bildmotive, darunter Darstellungen von Lenin. Außerdem lagen russischsprachige Bücher und Dokumente in den Räumen.

Ein russischer Aushang nannte feste Zeiten für Frühstück, Mittagessen und Abendessen in der Kantine. Gleichzeitig waren noch große Teile der Einrichtung vorhanden. Stühle standen entlang der Wände, die Küche war vollständig eingebaut und in mehreren Zimmern befanden sich Betten, Schränke und Sitzmöbel.

Die Architektur wirkte sachlich und funktional. Gebogene Durchgänge, großflächige Fenster, verspiegelte Einbauschränke und eine breite Treppe verliehen dem Gebäude dennoch einen repräsentativen Charakter. Im Außenbereich lag das inzwischen von Pflanzen umgebene Schwimmbecken.

Mein Besuch im Jahr 2010

Ich besuchte die Sowjetische Residenz Bonn im Jahr 2010. Zu diesem Zeitpunkt wirkten weite Teile des Gebäudes ungenutzt. Dennoch waren noch zahlreiche Möbel, russische Dokumente und Hinweise auf den früheren Alltag vorhanden.

Besonders eindrucksvoll fand ich die sowjetischen Wandbilder und den russischen Aushang mit den Essenszeiten. Diese kleinen Details machten die frühere Nutzung unmittelbarer sichtbar als die weitgehend leeren Wohnräume.

Auch der Zustand des Hauses war sehr unterschiedlich. Einige Zimmer wirkten beinahe vollständig erhalten. An anderen Stellen zeigten sich bereits Feuchtigkeit, abblätternder Putz und eindringende Pflanzen. Das Schwimmbecken im Garten war leer und wurde zunehmend von der Natur zurückerobert.

Meine Fotografien dokumentieren einen außergewöhnlichen Ort der Bonner Diplomatiegeschichte. Hinter der zurückhaltenden Fassade verbargen sich Spuren einer Zeit, in der die Bundesrepublik und die Sowjetunion mitten im Kalten Krieg miteinander verhandelten.

Atmosphere / Atmosphäre
15%
Risk / Gefahr
0%
Vandalism / Vandalismus
0%
Decay / Verfall
21%

Germany, visited in 2010

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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