Das Dimitrios-Schiffswrack liegt unmittelbar am Valtaki Beach nahe der griechischen Hafenstadt Gythio. Seit Dezember 1981 rostet der ehemalige Küstenfrachter auf dem Sandstrand der Peloponnes und gehört heute zu den bekanntesten Schiffswracks Griechenlands.
Um das Schiff ranken sich Geschichten über Zigarettenschmuggel, eine absichtliche Strandung und ein anschließend gelegtes Feuer. Die dokumentierte Geschichte des Wracks fällt allerdings deutlich weniger geheimnisvoll aus.
Das Schiff wurde 1950 auf der Frederikshavn Værft in Dänemark gebaut und als Klintholm für die dänische Reederei DFDS in Dienst gestellt. Der Küstenfrachter transportierte zunächst Waren zwischen verschiedenen europäischen Häfen.
Das Schiff war rund 67 Meter lang, etwa zehn Meter breit und besaß drei Laderäume. Ein Dieselmotor mit ungefähr 580 PS ermöglichte eine Geschwindigkeit von rund zehn Knoten.
Mitte der 1960er-Jahre wurde die Klintholm an griechische Eigentümer verkauft und in Dimitrios umbenannt. Nach einem weiteren Eigentümerwechsel erhielt das Schiff 1979 den Namen Cornilia. Trotzdem ist das Wrack bis heute fast ausschließlich unter seinem früheren Namen Dimitrios bekannt.
Quellen: Dimitrios – technische Daten und Geschichte | Wikimedia Commons – Geschichte der Cornilia
Am 4. Dezember 1980 erreichte die Cornilia den Hafen von Gythio. Der Kapitän musste wegen einer schweren Erkrankung in ein Krankenhaus gebracht werden. Anschließend verhinderten technische Probleme, finanzielle Forderungen und Streitigkeiten mit der Besatzung eine Weiterfahrt.
Das Schiff blieb über Monate im Hafen. Weil Wasser in den Rumpf eindrang und die Cornilia zunehmend Schlagseite bekam, erklärten die Hafenbehörden den Frachter schließlich zu einem Sicherheitsrisiko. Die Eigentümer reagierten jedoch nicht ausreichend auf die Aufforderung, das Schiff zu sichern oder zu entfernen.
Quelle: Dimitrios – dokumentierter Ablauf der Strandung
Im Juni 1981 wurde das Schiff aus dem Hafen auf eine Reede vor Gythio gebracht. Während schwerer Unwetter löste es sich mehrfach von seinem Ankerplatz und trieb entlang der Küste.
Am 23. Dezember 1981 strandete die Cornilia schließlich am Valtaki Beach. Das Schiff lag nur wenige Meter von der Küste entfernt im flachen Wasser. Eine Bergung fand nicht statt und der Frachter blieb an dieser Stelle zurück.
Mit der Zeit lagerte das Meer immer mehr Sand um den Rumpf ab. Dadurch entstand der Eindruck, das Schiff sei direkt auf den Strand gesetzt worden.
Quellen: Dimitrios – Strandung von 1981 | Wikimedia Commons – MV Cornilia
Die bekannteste Geschichte behauptet, die Dimitrios habe Zigaretten zwischen der Türkei und Italien geschmuggelt. Demnach sollen griechische Behörden das Schiff beschlagnahmt, aus dem Hafen treiben lassen und später angezündet haben, um Beweise zu vernichten.
Für diese dramatische Erzählung gibt es jedoch keine belastbaren Belege. Die dokumentierten technischen und finanziellen Probleme sowie die Strandung während eines Sturms liefern eine wesentlich wahrscheinlichere Erklärung.
Die Schmugglergeschichte gehört dennoch fest zur Legende des Wracks und trägt bis heute zu seiner Bekanntheit bei.
Quelle: Dimitrios – Geschichte und Überlieferungen
Über Jahrzehnte verwandelten Wind, Salzwasser und Wellen den ehemaligen Frachter in ein monumentales Gerippe aus rostendem Stahl. Große Teile der Aufbauten und Außenwände sind inzwischen stark beschädigt oder bereits zusammengebrochen.
Gleichzeitig entwickelte sich das Wrack zu einem Wahrzeichen der Region. Der Kontrast zwischen dem dunklen, verrosteten Schiffsrumpf, dem hellen Sand und dem blauen Meer macht die Dimitrios zu einem außergewöhnlichen Fotomotiv.
Der fortschreitende Zerfall lässt sich allerdings nicht aufhalten. Dadurch verändert sich das Erscheinungsbild des Wracks von Jahr zu Jahr.
Quelle: Greek Reporter – Der fortschreitende Zerfall der Dimitrios
Ich besuchte das Dimitrios-Schiffswrack im Jahr 2014. Der Frachter lag damals wie ein riesiger rostender Fremdkörper auf dem weitläufigen Sandstrand. Durch die offenen Stellen im Rumpf waren die entkernten Bereiche im Inneren des Schiffes zu erkennen.
Besonders eindrucksvoll war der starke Gegensatz zwischen dem vom Salzwasser zerfressenen Stahl und der ruhigen Küstenlandschaft. Je nach Blickwinkel wirkte das Wrack wie ein gestrandetes Schiff, eine verlassene Industrieanlage oder eine langsam zerfallende Skulptur.
Meine Fotografien dokumentieren den Zustand der Dimitrios im Jahr 2014. Seitdem haben Korrosion, Stürme und Wellengang weitere Teile des Wracks zerstört.
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