Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Mission to Mars Aachen: Die ehemaligen Gewächshauskuppeln

Auf den ersten Blick wirken die transparenten Kuppeln wie eine futuristische Forschungsstation. Tatsächlich handelte es sich um eine außergewöhnliche Gewächshausanlage im Müschpark in Aachen. Meine Aufnahmen zeigen den Ort im Jahr 2018, als die Anlage bereits verlassen war. 2019 wurde sie teilweise abgebaut, verschwand jedoch nicht vollständig.

Die Gewächshauskuppeln im Müschpark Aachen

Die Anlage befand sich im Müschpark in Aachen, nahe dem ehemaligen Kloster St. Raphael und am Fuß des Lousbergs.

Ursprünglich bestand die Anlage aus insgesamt 24 geodätischen Gewächshauskuppeln. Auf einer Satellitenaufnahme aus dem Jahr 2025 sind am ursprünglichen Standort weiterhin fünf kuppelförmige Gewächshäuser zu erkennen. Der Müschpark selbst ist eine öffentlich zugängliche historische Parkanlage und steht als Gartendenkmal unter Schutz.

Quellen: Stadt Aachen: Müschpark | Lousberg-Gesellschaft: Müschpark, Glaskuppeln abgebaut | Google Maps: Satellitenansicht des Standorts

Eine Schulungsgärtnerei mit ungewöhnlicher Architektur

Die 24 geodätischen Gewächshauskuppeln wurden 1987 vom Kolping-Bildungswerk als Schulungsgärtnerei für Langzeitarbeitslose im Rahmen der Selbsthilfe errichtet. Die Anlage verband damit praktische Gartenbauarbeit mit einem sozialen Bildungsprojekt.

Nach ihrer ursprünglichen Nutzung wurde die Anlage außerdem rund zehn Jahre für ein Altenheim genutzt. Später zog sich das Kolping-Bildungswerk zurück. Die futuristische Architektur blieb jedoch erhalten und machte den Ort zu einem außergewöhnlichen Bestandteil des Müschparks.

Quellen: Lousberg-Gesellschaft: Müschpark, Glaskuppeln abgebaut

Eine Anlage zwischen Pflanzen und Technik

Die besondere Wirkung entstand durch die geometrische Konstruktion aus zahlreichen Glasfeldern. Im Inneren reihten sich runde Pflanztische und Arbeitsflächen aneinander. Rote und blaue Leitungen verliefen entlang der Böden und Wände. Dazu kamen Ventile, technische Bauteile und senkrechte Abluftrohre.

Durch die Verbindung mehrerer Kuppeln entstanden schmale Übergänge und lange Sichtachsen. Die regelmäßigen Formen, die verschmutzten Scheiben und die technischen Einbauten ließen die Anlage tatsächlich wie eine kleine Station auf einem fremden Planeten wirken. Daher passt die Bezeichnung Mission to Mars besonders gut zu diesem Ort.

Verfall und Überwucherung

Bei meinem Besuch im Jahr 2018 war die frühere Nutzung noch deutlich erkennbar, doch die Anlage befand sich bereits in einem verlassenen Zustand. Verschmutzte Scheiben, moosige Pflanztische, abgestellte Materialien und beschädigte Übergänge prägten das Bild.

Zwischen den Kuppeln hatte sich die Vegetation immer weiter ausgebreitet. Pflanzen wuchsen durch die verglasten Bereiche, Wege verschwanden unter Gras und an vielen Stellen zeigte sich deutlicher Rost. Besonders eindrucksvoll war der Gegensatz zwischen der technisch geplanten Architektur und der natürlichen Rückeroberung des Ortes.

Der teilweise Abbau ab 2019

2019 wurde die Gewächshausanlage nicht vollständig beseitigt. Die damalige Dokumentation der Lousberg-Gesellschaft berichtet von der Versetzung von fünf der insgesamt 24 geodätischen Kuppeln nach Kommern und von einem in Teilen erfolgten Abbruch.

Eine Satellitenaufnahme aus dem Jahr 2025 zeigt am ursprünglichen Standort weiterhin fünf kuppelförmige Gewächshäuser. Der heutige Zustand muss deshalb als teilweise abgebaut beschrieben werden, nicht als vollständig verschwunden.

Ob es sich bei den noch sichtbaren Kuppeln um erhaltene Originalkuppeln, verbliebene Anlagenteile oder eine veränderte Nutzung handelt, lässt sich anhand der vorliegenden Quellen und der Satellitenaufnahme nicht abschließend klären. Sicher ist jedoch: Die Anlage ist am Standort weiterhin als bauliche Struktur erkennbar.

Quellen: Lousberg-Gesellschaft: Müschpark, Glaskuppeln abgebaut | Google Maps: Satellitenansicht des Standorts

Mein Besuch 2018

Ich war 2018 an diesem ungewöhnlichen Ort. Besonders beeindruckt haben mich die vielen miteinander verbundenen Kuppeln, die runden Pflanztische und die technischen Leitungen unter den verschmutzten Scheiben.

Durch den Verfall wirkte die Anlage wie eine Mischung aus Gewächshaus, Forschungsstation und Science Fiction. Zwischen den überwucherten Wegen, den rostigen Leitungen und den milchigen Glasflächen entstand eine Atmosphäre, die ich so an keinem anderen Ort erlebt habe.

Auch wenn die Anlage später teilweise abgebaut wurde, zeigen die Satellitenaufnahmen, dass am ursprünglichen Standort weiterhin fünf Kuppeln erkennbar sind. Meine Bilder dokumentieren den Zustand dieser außergewöhnlichen Gewächshausanlage kurz vor der Veränderung.

Atmosphere / Atmosphäre
33%
Risk / Gefahr
11%
Vandalism / Vandalismus
6%
Decay / Verfall
29%

Germany, visited in 2018

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

Partially demolished 2019

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