Auf der kroatischen Insel Krk, nördlich von Malinska, liegt das ehemalige Hotel Haludovo Palace. Was einst als luxuriöses Ferienresort mit Casino, Pools und eigener Küstenanlage für internationale Gäste gedacht war, steht heute als schwer beschädigte Ruine am Adriatischen Meer.
Quellen: Offizielle Gemeindeunterlage zu Haludovo | MoMA: Haludovo Hotel complex
Zwischen 1969 und 1972 entstand der Hotelkomplex nach den Entwürfen des kroatischen Architekten Boris Magaš. Das zentrale Palace Hotel war dabei nur ein Teil einer wesentlich größeren Anlage. Zu Haludovo gehörten außerdem das Hotel Tamaris, Bungalows, Appartementhäuser, eine eigene Rezeption, ein Strandbereich und ein kleines Fischerdorf mit Hafen.
Die Architektur verband moderne, brutalistische und postmoderne Elemente. Große Betonflächen, auskragende Terrassen, offene Innenbereiche und die direkte Verbindung zur Küste machten Haludovo zu einem der ungewöhnlichsten Hotelprojekte des ehemaligen Jugoslawiens.
Quellen: Wissenschaftliche Untersuchung zu den Hotelkomplexen Haludovo und Uvala Scott | Haludovo today
Internationale Aufmerksamkeit erhielt Haludovo durch den Einstieg von Bob Guccione, dem Gründer des Penthouse-Magazins. Er investierte rund 45 Millionen US-Dollar in das Projekt und eröffnete 1972 im Hotel den Penthouse Adriatic Club mit einem eigenen Casino.
Das Resort sollte wohlhabende Gäste aus dem Westen anziehen und wurde als luxuriöse Verbindung zwischen Ost und West vermarktet. Neben dem Casino verfügte die Anlage über Innen- und Außenpools, Restaurants, eine Bowlingbahn, Wellnessbereiche, Tennisplätze und weitere touristische Einrichtungen.
Das Casino konnte die hohen Erwartungen jedoch nicht erfüllen. Bereits 1973 musste es Insolvenz anmelden und wurde geschlossen. Das Hotel blieb zunächst weiterhin in Betrieb, verlor aber einen wichtigen Teil seiner ursprünglichen Anziehungskraft.
Quellen: Architizer: Haludovo Palace Hotel | Haludovo today
Während der Jugoslawienkriege wurde der Hotelkomplex zeitweise als Unterkunft für Geflüchtete genutzt. Nach der Privatisierung wechselten die Eigentümer mehrfach. Die letzten Gäste sollen das Palace Hotel um den Jahreswechsel 2001 und 2002 empfangen haben.
Danach begann der langsame Zerfall. Fenster wurden zerstört, technische Anlagen und Einrichtungsgegenstände ausgebaut und große Teile des Innenraums verwüstet. Aus dem einstigen Luxusresort wurde einer der bekanntesten Lost Places Kroatiens.
Quellen: Remembering Haludovo: The Penthouse Years and What Came Later | Geschichte des Haludovo Hotelresorts
Mehrere Pläne für eine touristische Wiederbelebung konnten bislang nicht umgesetzt werden. Eine offizielle Gemeindeunterlage von 2022 beschreibt den Zustand des Areals als sehr schlecht. Große Teile des Komplexes seien vollständig zerstört, während die übrigen Gebäude nicht mehr genutzt würden und weiter verfielen.
Auch ein aktueller Bericht aus dem Januar 2026 beschreibt Haludovo weiterhin als Ruinenkomplex. Die markante Architektur ist zwar noch vorhanden, doch vom einstigen Luxus sind nur noch leere Pools, beschädigte Räume, verrostete Leitungen und verwitterte Betonfassaden geblieben.
Quellen: Offizielle Gemeindeunterlage zu Haludovo | Haludovo today
Im Jahr 2012 habe ich das Hotel Haludovo fotografisch dokumentiert. Schon damals war der Kontrast zwischen der außergewöhnlichen Architektur und dem fortgeschrittenen Verfall beeindruckend. Leere Schwimmbecken, verlassene Hotelflure, zerstörte Zimmer und der Blick auf die Adria erzählen noch immer von der ursprünglichen Bedeutung dieses Ortes.
Besonders eindrucksvoll fand ich die Mischung aus großzügigen Betonterrassen, offenen Innenbereichen und den Spuren des Verfalls. Zwischen Graffiti, alten Dokumenten und zurückgelassenen Einrichtungsgegenständen war die Geschichte des ehemaligen Luxusresorts an vielen Stellen noch sichtbar.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.