An einer ruhigen Landstraße stand ein kleines Wohnhaus, das von außen kaum erahnen ließ, was sich hinter seinen Fenstern verbarg. Im Inneren des von mir als Haus Deuma bezeichneten Ortes schien nahezu der gesamte frühere Haushalt zurückgeblieben zu sein.
Möbel, Lebensmittel, Fotografien und persönliche Gegenstände befanden sich noch in den Räumen. Staub, Spinnweben und vermooste Fensterscheiben zeigten jedoch, dass hier schon lange niemand mehr lebte.
Das Wohnzimmer war noch fast vollständig eingerichtet. Ein großer Schrank, ein Esstisch, mehrere Stühle und ein gemusterter Teppich füllten den Raum. Auf dem Tisch standen Flaschen, während Dekorationen und gerahmte Bilder weiterhin an den Wänden hingen.
Florale Tapeten, schwere Vorhänge und ältere Möbel prägten die Einrichtung. Trotz des Leerstands wirkte der Raum nicht zerstört. Vielmehr schien es, als hätten die Bewohner das Haus verlassen, ohne ihren Haushalt aufzulösen.
In Schränken und Regalen standen noch zahlreiche Vorräte. Verpackungen, Gewürze, Flaschen, Medikamente und andere Produkte des täglichen Lebens waren zurückgeblieben. Selbst Teekannen und Geschirr befanden sich weiterhin an ihrem Platz.
Auch kleinere persönliche Dinge waren erhalten. Bürsten, Kosmetikartikel und eine Karte zur Konfirmation lagen zwischen den übrigen Hinterlassenschaften. Dadurch wirkte das Haus weniger wie eine leere Ruine und mehr wie ein plötzlich aufgegebener Lebensraum.
Besonders persönlich waren die zahlreichen Fotografien. Gerahmte Familienbilder hingen noch an den Wänden. Weitere Aufnahmen lagen offen zwischen den zurückgelassenen Gegenständen.
Die Namen und Lebensgeschichten der abgebildeten Menschen sind mir nicht bekannt. Dennoch machten diese Bilder deutlich, dass jeder Raum einmal Teil eines privaten Alltags gewesen war. Sie verliehen dem Haus Deuma eine menschliche Ebene, ohne das Geheimnis seiner Aufgabe zu lösen.
Auch das Schlafzimmer war noch eingerichtet. Das große Bett, die gemusterte Tagesdecke und die Schränke vermittelten den Eindruck, als sei der Raum nur vorübergehend verlassen worden.
Zu den auffälligsten technischen Gegenständen gehörte eine alte Phoenix-Nähmaschine mit Fußantrieb. Zusammen mit weiteren Elektrogeräten, Lampen und einem Wecker dokumentierte sie den Alltag einer vergangenen Generation.
Weshalb die Bewohner ihren Besitz zurückließen und zu welchem Zeitpunkt das Haus aufgegeben wurde, konnte ich nicht herausfinden. Der Zustand der Räume ließ vermuten, dass der Auszug ungeordnet oder unerwartet erfolgt sein könnte. Belegen lässt sich das jedoch nicht.
Gerade diese ungeklärte Geschichte macht den Ort so eindrucksvoll. Haus Deuma bewahrte keine vollständige Erklärung, sondern lediglich die zurückgelassenen Bestandteile eines Lebens.
Ich besuchte das Haus Deuma im Jahr 2014. Bereits beim Blick durch die verschmutzten Fenster erkannte ich, dass das Gebäude noch vollständig eingerichtet war. Im Inneren fand ich keine leeren Räume, sondern einen nahezu erhaltenen Haushalt.
Besonders beeindruckten mich die persönlichen Fotografien, die gefüllten Schränke und die zahlreichen Lebensmittel. Viele Gegenstände wirkten, als seien sie seit dem letzten Tag der Bewohner nicht mehr bewegt worden.
Während meiner Dokumentation versuchte ich, die stille Ordnung des Hauses festzuhalten. Haus Deuma war kein spektakulärer Prunkbau. Seine Wirkung entstand durch die alltäglichen Dinge, die hier scheinbar vergessen worden waren und gemeinsam eine außergewöhnliche Zeitkapsel bildeten.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.