Haigla Ida-Taru ist ein verlassenes Krankenhaus in Estland, das ich im Jahr 2012 fotografisch dokumentiert habe. Hinter der unscheinbaren Fassade des zweigeschossigen Gebäudes verbargen sich verlassene Räume, medizinische Gegenstände und zahlreiche schriftliche Spuren der früheren Nutzung. Besonders auffällig war, wie viele kleine Details trotz des fortgeschrittenen Verfalls noch erhalten waren.
Der Name Haigla Ida-Taru dient in meinem Archiv als Bezeichnung des Ortes. Da sich das Gebäude anhand der vorhandenen Unterlagen nicht zweifelsfrei identifizieren lässt, verzichte ich bewusst auf unbelegte Angaben zu seinem genauen Standort, seinem Baujahr oder seiner Geschichte.
Von außen wirkt das Gebäude zunächst wie ein großes Wohnhaus oder eine ehemalige öffentliche Einrichtung. Das flache Walmdach, die zahlreichen Fenster und die schlichte, helle Fassade geben dem Bau ein zurückhaltendes Erscheinungsbild. Kahle Bäume, dichtes Gestrüpp und vereinzelte Schneereste umgeben das Grundstück. Mehrere Fenster sind beschädigt oder bereits vollständig geöffnet.
Im Inneren führen schmale Flure durch eine Folge kleiner Räume. Alte Holztüren mit verglasten Einsätzen, zweifarbige Wände und mehrere technische Installationen erinnern an eine funktional eingerichtete öffentliche Einrichtung. An vielen Stellen lösen sich Farbe und Putz großflächig von den Wänden. Teile der Decken und Böden sind beschädigt, während Schutt und zurückgelassene Einrichtungsgegenstände die Durchgänge bedecken.
Zwischen den Überresten befinden sich mehrere deutliche Hinweise auf den früheren medizinischen Betrieb. Auf einer alten Tafel ist die estnische Bezeichnung „Maa-ambulatoorium“ zu erkennen. Sie weist auf eine ambulante medizinische Einrichtung hin. Daneben lagen Glasflaschen, Medikamentenbehälter, medizinische Unterlagen und zahlreiche gebrauchte oder unbenutzte Spritzen.
Eine russischsprachige Anleitung erklärt bildlich das Spülen und Behandeln der Augen. Weitere Bücher und Hefte beschäftigen sich offenbar mit medizinischer Versorgung, Erster Hilfe und organisatorischen Abläufen. Diese Gegenstände zeigen, dass in dem Gebäude nicht nur Patienten behandelt wurden. Es wurden dort vermutlich auch medizinische Kenntnisse vermittelt und Arbeitsabläufe dokumentiert.
Welche Abteilungen sich genau in den einzelnen Räumen befanden, lässt sich anhand der erhaltenen Ausstattung nicht mehr sicher bestimmen. Das Schild, die medizinischen Materialien und die zurückgelassenen Spritzen belegen jedoch deutlich die frühere Nutzung als Gesundheitseinrichtung.
Zu den interessantesten Fundstücken gehören verstreute Formulare, handschriftliche Aufzeichnungen, Zeitungen und Lehrbücher. Einige Dokumente sind auf Estnisch verfasst, andere verwenden die russische Sprache. Zwischen mathematischen Berechnungen, technischen Notizen und medizinischen Texten lassen sich verschiedene Schichten der früheren Nutzung erkennen.
Auch Alltagsgegenstände blieben zurück. Eine alte Fischkonserve, ein staubiges Radiogerät, ein Schreibtisch mit geöffneten Schubladen und mehrere Glasflaschen wirken wie zufällige Momentaufnahmen aus dem Leben der Menschen, die hier einst arbeiteten. Viele dieser Gegenstände lagen 2012 noch genau dort, wo sie nach der Aufgabe des Gebäudes zurückgelassen worden waren.
Bei meinem Besuch im Jahr 2012 konzentrierte ich mich besonders auf die kleinen Spuren des früheren Krankenhausalltags. Die Architektur allein verriet nur wenig über das Gebäude. Erst die Tafel der Ambulanz, die medizinischen Flaschen, die Spritzen und die alten Anleitungen machten seine ehemalige Funktion sichtbar.
Ich fotografierte deshalb nicht nur die Räume und Flure, sondern auch Dokumente, Beschriftungen und einzelne Gegenstände. Gerade diese unscheinbaren Details erzählen heute am meisten über Haigla Ida-Taru. Sie zeigen einen verlassenen Ort, dessen genaue Geschichte weitgehend im Dunkeln liegt, dessen frühere medizinische Nutzung aber noch deutlich zu erkennen ist.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.