Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Grand Hotel Sissi – Verlassene Räume eines ehemaligen Luxushotels

Das Grand Hotel Sissi gehörte einst zu den eindrucksvollsten Luxushotels seiner Region. Hinter der prächtigen Fassade verbargen sich großzügige Säle, elegante Gesellschaftsräume und zahlreiche Gästezimmer. Heute erinnern verlassene Bereiche an eine Zeit, in der internationale Besucher hier Komfort und mondäne Unterhaltung fanden.

Ein Grandhotel aus der Belle Époque

Das monumentale Hotel entstand zwischen 1906 und 1909. Die Pläne stammten vom Architekten und Dombaumeister Matthäus Schlager. Für die Ausführung war der Baumeister Angelo Comini verantwortlich.

Am 29. Mai 1909 wurde das neue Grandhotel eröffnet. Mit seinen zehn Geschossen überragte es viele Gebäude in seiner Umgebung. Dadurch entwickelte es sich schnell zu einem weithin sichtbaren Wahrzeichen des Kurortes.

Quellen: Gastein Tourismus: Grand Hotel de l’Europe | Wikipedia: Grand Hotel de l’Europe

Luxus und moderner Komfort

Zur Eröffnung verfügte das Grandhotel über 148 Zimmer und rund 250 Betten. Neben mehreren Thermalbädern bot es seinen Gästen elektrisches Licht, fließendes warmes und kaltes Wasser sowie eine zentrale Dampfheizung.

Außerdem gehörten Telefone und zwei Personenaufzüge zur technischen Ausstattung. Für die damalige Zeit war dieser Komfort außergewöhnlich. Großzügige Speise- und Gesellschaftssäle ergänzten das Angebot.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das Hotel zu einem Treffpunkt für wohlhabende Reisende, Künstler und prominente Gäste. Musik, Tanzveranstaltungen und gesellschaftliche Abende prägten das Leben innerhalb seiner Mauern.

Quelle: Wikipedia: Ausstattung und Hotelgeschichte

Krisen und Kriegsjahre

Ab den 1930er-Jahren geriet der internationale Tourismus zunehmend unter Druck. Besonders die sogenannte Tausend-Mark-Sperre von 1933 führte zu einem starken Rückgang deutscher Gäste in Österreich. Auch das Grandhotel bekam die wirtschaftlichen Folgen zu spüren.

Während des Zweiten Weltkriegs veränderte sich die Nutzung des Gebäudes erneut. Wie andere große Häuser des Kurortes wurde es in die damalige Lazarett- und Versorgungsstruktur einbezogen.

Nach dem Krieg kehrte der Hotelbetrieb zwar zurück. Dennoch konnte das Haus nicht dauerhaft an seine erfolgreichsten Jahre anknüpfen.

Quelle: Wikipedia: Entwicklung während der 1930er-Jahre und des Zweiten Weltkriegs

Das Ende des klassischen Hotelbetriebs

Im Jahr 1968 endete zunächst der reguläre Hotelbetrieb. Zwei Jahre später wurde das Gebäude verkauft. Anschließend begannen Planungen für eine neue Nutzung des großen Komplexes.

Nach umfangreichen Umbauarbeiten öffnete das Haus im Dezember 1982 erneut. Ein Spielcasino zog ein und sollte gemeinsam mit dem wiederbelebten Grandhotel neue Gäste anlocken.

Dieser zweite Hotelbetrieb war jedoch nur von kurzer Dauer. Bereits 1988 wurde er erneut eingestellt. Große Bereiche des ehemaligen Hotels verloren damit dauerhaft ihre ursprüngliche Funktion.

Quelle: Wikipedia: Schließung und Wiedereröffnung des Grandhotels

Zwischen Leerstand und neuer Nutzung

Das Grand Hotel Sissi war später kein vollständig verlassener Lost Place. Während einzelne Hotelbereiche ungenutzt blieben, erhielten andere Teile des Gebäudes neue Funktionen. Unter anderem entstanden Wohnungen, Veranstaltungsräume und gastronomisch genutzte Flächen.

Seit 2011 befindet sich außerdem das Gasteiner Museum in dem historischen Gebäude. Das Casino blieb noch bis September 2015 an diesem Standort. Daher existierten über Jahre hinweg genutzte und verlassene Bereiche unmittelbar nebeneinander.

Gerade dieser Gegensatz verlieh dem ehemaligen Luxushotel eine besondere Atmosphäre. Hinter einigen Türen herrschte weiterhin Betrieb. In anderen Etagen erinnerten leere Säle, stillgelegte Zimmer und lange Flure an die frühere Nutzung.

Quellen: Gastein Tourismus: Heutige Nutzung des Gebäudes | Wikipedia: Gasteiner Museum | Wikipedia: Grand Hotel de l’Europe

Mein Besuch im Grand Hotel Sissi

Ich besuchte das Grand Hotel Sissi im Jahr 2014. Damals waren Teile des Gebäudes weiterhin in Gebrauch. Gleichzeitig wirkten mehrere ehemalige Hotelbereiche bereits wie aus der Zeit gefallen.

In den verlassenen Etagen führten lange Korridore an zahlreichen geschlossenen Türen vorbei. Einige Zimmer waren beinahe leer. In anderen standen noch Betten, Tische oder einzelne Stühle. Abblätternder Putz und beschädigte Decken zeigten deutlich den fortschreitenden Verfall.

Besonders eindrucksvoll waren die großen Säle mit ihren hohen Fenstern und ungewöhnlichen Kassettendecken. Vereinzelte rote Sessel und bunt zusammengewürfelte Möbel setzten kräftige Farbakzente in den ansonsten stillen Räumen.

Auch das zentrale Treppenhaus vermittelte noch einen Eindruck von den Dimensionen des ehemaligen Grandhotels. Säulen, Brüstungen und offene Galerien verbanden die verschiedenen Ebenen miteinander. Dadurch ließ sich die einstige Eleganz des Hauses trotz aller Veränderungen noch deutlich erkennen.

Atmosphere / Atmosphäre
38%
Risk / Gefahr
12%
Vandalism / Vandalismus
32%
Decay / Verfall
11%

Austria, visited in 2014

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

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