Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Versunkene Kirche Sveti Nikola im Mavrovo-See

Die Mavrovo Kirche Sveti Nikola gehört zu den bekanntesten versunkenen Bauwerken Nordmazedoniens. Abhängig vom Wasserstand des Mavrovo-Sees steht das ehemalige Gotteshaus im Wasser oder erscheint vollständig am Ufer des Stausees.

Über Jahrzehnte widerstanden die steinernen Außenmauern dem wechselnden Wasserstand. Heute erinnern der erhaltene Glockenturm, die offenen Fenster und das eingestürzte Dach an die Geschichte der früheren Dorfkirche.

Die Kirche Sveti Nikola in Mavrovo

Der Bau der orthodoxen Kirche begann um 1850 und wurde 1857 abgeschlossen. Sie war dem Heiligen Nikolaus gewidmet und diente als wichtigste Kirche des damaligen Dorfes Mavrovo.

Für das Gebäude wurden unter anderem Marmor und Granit verwendet. Auch der Altar bestand aus Marmor. Die Ikonostase und mehrere Ikonen wurden 1855 von Dicho Zograf geschaffen, einem bedeutenden Kirchenmaler der Debar-Schule.

Quellen: Kirche Sveti Nikola Leten in Mavrovo | St. Nicholas Church, Mavrovo

Die Entstehung des Mavrovo-Sees

In den frühen 1950er Jahren entstand im Tal ein künstlicher See für das Wasserkraftsystem von Mavrovo. Mit dem Aufstauen des Wassers veränderte sich die Landschaft rund um das Dorf grundlegend.

Religiöse Gegenstände und Teile der Ausstattung wurden vor der Überflutung aus der Kirche gebracht. Im Jahr 1953 erreichte das Wasser schließlich das Gebäude. Die ehemalige Dorfkirche wurde damit zu einem Teil des neu entstandenen Mavrovo-Stausees.

Quellen: Überflutung der Kirche Sveti Nikola | Geschichte und Lage des Mavrovo-Sees

Zwischen Wasser und trockenem Land

Wie viel von der Kirche sichtbar ist, hängt vom jeweiligen Wasserstand ab. Bei hohem Pegel scheint das Bauwerk unmittelbar aus dem See zu wachsen. In trockenen Perioden zieht sich das Wasser dagegen so weit zurück, dass die Kirche zu Fuß erreichbar ist.

Die jahrzehntelange Einwirkung des Wassers hat das Innere weitgehend zerstört. Das Dach stürzte ein, während große Teile der Außenmauern und der markante Glockenturm erhalten blieben.

Dadurch verändert die Kirche immer wieder ihre Wirkung. Sie erscheint abwechselnd als versunkenes Gotteshaus, Ruine am Seeufer oder freistehendes Relikt in einer trockenen Landschaft.

Ein Wahrzeichen von Mavrovo

Die versunkene Kirche wurde zu einem der bekanntesten Motive der Region. Sie erinnert an die frühere Siedlungslandschaft, die dem Ausbau des Wasserkraftsystems weichen musste.

Gleichzeitig zeigt ihr Erhalt die Widerstandskraft der ursprünglichen Konstruktion. Obwohl Wasser, Eis und Witterung über Jahrzehnte auf das Gebäude einwirkten, prägen seine Mauern weiterhin das Ufer des Mavrovo-Sees.

Mein Besuch 2016

Ich besuchte die Mavrovo Kirche im Jahr 2016. Während meines Aufenthalts lag das Gebäude weitgehend frei und war vom Ufer aus erreichbar. Dadurch konnte ich die beschädigten Mauern und den offenen Innenraum aus unmittelbarer Nähe fotografieren.

Besonders eindrucksvoll war für mich der Kontrast zwischen dem massiven Glockenturm und dem fehlenden Dach. Durch die leeren Fensteröffnungen fiel der Blick auf den See und die umliegenden Berge.

Meine Fotografien dokumentieren die Kirche in einem Zustand zwischen Land und Wasser. Sie zeigen einen Ort, dessen Erscheinungsbild sich mit dem Pegel des Stausees immer wieder verändert.

Atmosphere / Atmosphäre
86%
Risk / Gefahr
27%
Vandalism / Vandalismus
0%
Decay / Verfall
88%

Macedonia, visited in 2016

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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