Die Chiesa di San Marco in Colpolina steht in der Frazione San Marco in der Gemeinde Fiastra, in der Provinz Macerata. Der Nationalpark Monti Sibillini ordnet die Kirche dem elften Jahrhundert zu. In älteren Quellen wird sie auch Montezzano genannt. Als Pieve war sie ein bedeutender kirchlicher Mittelpunkt der Umgebung.
Quellen: Parco Nazionale dei Monti Sibillini: Kirchen in Fiastra | MARCHEsmartcity: Kulturerbe in Fiastra
Die regionale Kulturerbeseite nennt benediktinische Ursprünge und beschreibt San Marco als einst wohlhabende und wichtige Kirche, von der mehrere kleinere Gotteshäuser abhingen. Die lokale Dokumentation bezeichnet sie als einzige Pieve des Tals und berichtet, dass sich hier früher der Taufbrunnen für die Umgebung befand. So war San Marco weit mehr als eine kleine Dorfkirche.
Quellen: MARCHEsmartcity: Kulturerbe in Fiastra | I luoghi del silenzio: Chiesa di San Marco in Colpolina
Der helle Stein des romanischen Rundbogenportals fällt bereits an der Außenansicht auf. Über dem Bogen ist ein kleines Lammrelief eingearbeitet. Dahinter liegt ein einschiffiger Kirchenraum mit erhöhtem Altarbereich. Auf den Innenwänden sind rötlich-rosa Farbbänder und verblasste ornamentale Muster erhalten. Die genaue Entstehungszeit dieser Wandgestaltung ist nicht belegt.
Quellen: Parco Nazionale dei Monti Sibillini: Kirchen in Fiastra | I luoghi del silenzio: Chiesa di San Marco in Colpolina
Das architektonische Highlight liegt unterhalb der Kirche. Der Nationalpark beschreibt eine Krypta mit drei kleinen, apsidialen Schiffen. Das mittlere ist durch rosafarbene Steinsäulen nochmals unterteilt. Auf ihnen sitzen helle Kapitelle mit ungewöhnlichen Verzierungen. Kreuzgewölbe überspannen den niedrigen Raum und geben ihm eine klare, rhythmische Gliederung.
Ein schmaler gewölbter Durchgang führt in diesen Bereich. In den seitlichen Räumen sind außerdem Spuren der früheren Nutzung als Begräbnisräume beschrieben. Die ungewöhnliche Krypta hebt die Kirche deutlich von anderen romanischen Dorfkirchen der Region ab.
Quellen: Parco Nazionale dei Monti Sibillini: Kirchen in Fiastra | I luoghi del silenzio: Beschreibung der Krypta
Die Erdbeben in den Marken haben auch das historische Erbe rund um Fiastra getroffen. Ein Bericht aus dem Jahr 2020 nannte San Marco in Colpolina ausdrücklich als damals noch nicht gesicherte Kirche. Die regionale Kulturerbeseite führt das Gebäude als „inagibile“, also nicht nutzbar. Auf meinen Aufnahmen sind eine teilweise eingestürzte Dachkonstruktion, Holzstützen und Schäden im Innenraum zu sehen. Die verfügbaren Quellen klären nicht eindeutig, wann und wodurch die Dachbereiche eingestürzt sind.
Quellen: MARCHEsmartcity: Kulturerbe in Fiastra | Cronache Maceratesi: gefährdetes Kulturerbe nach dem Erdbeben
Zwischen den beschädigten Räumen sind einzelne Details erhalten geblieben. In einer Wandnische steht eine Holzfigur, deren Beschriftung sie als San Francesco ausweist. In den Nebenräumen finden sich Regale und zurückgelassene Einbauten. Der verblasste Wandputz, die Farbbänder und der Schutt zeigen, wie unterschiedlich der Zustand der einzelnen Bereiche ist.
Im September 2022 habe ich die Kirche fotografiert. Außen fielen mir das beschädigte Dach und die Holzstützen auf. Im Inneren blieb mein Blick zuerst an den rosa Wandbändern und dem Lammrelief über dem Portal hängen. Besonders eindrucksvoll war anschließend die Krypta: Der niedrige Raum, die rosafarbenen Säulen und die hellen Kapitelle wirken ganz anders als das beschädigte Kirchenschiff darüber. Zusammen machen diese Gegensätze San Marco in Colpolina zu einem außergewöhnlichen Ort in den Marken.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
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