Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Château Arabia: Schloss Buschland in Luxemburg

Das unter Urbex-Fotografen als Château Arabia bekannte Anwesen trägt eigentlich den Namen Schloss Buschland. Die herrschaftliche Villa wurde 1889 oberhalb der luxemburgischen Mosel errichtet. Später diente sie als Hotel und schließlich als Ferienresidenz einer saudischen Familie. Seit 2020 wurde das vollständig eingerichtete Gebäude durch Einbrüche, Vandalismus und fehlende Instandhaltung schwer beschädigt.

Schloss Buschland statt Château Arabia

Der Name Château Arabia ist keine historische Bezeichnung. Er entstand erst innerhalb der Urbex-Szene und bezieht sich auf die späteren Eigentümer aus Saudi-Arabien.

In historischen Dokumenten erscheint das Gebäude als Schloss Buschland, Château Buschland oder teilweise Château Boucheland. Es liegt auf einer bewaldeten Anhöhe in der Nähe von Remich und war von der Moselstraße aus weithin sichtbar.

Quellen: RTL Luxemburg – Die Geschichte von Château Arabia | industrie.lu – Hôtel Château Buschland

Erbaut für Alexis Brasseur

Das Schloss wurde 1889 für Dominique Alexis Brasseur errichtet. Der Jurist und Politiker gehörte zu den einflussreichen Persönlichkeiten Luxemburgs im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Brasseur war von 1866 bis 1899 Mitglied der luxemburgischen Abgeordnetenkammer. Zwischen 1891 und 1894 amtierte er außerdem als Bürgermeister der Stadt Luxemburg. Daneben beteiligte er sich an der Gründung mehrerer Unternehmen der aufstrebenden luxemburgischen Eisenindustrie.

Die repräsentative Villa spiegelte seinen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Status wider. Der turmartige Gebäudeteil, die Natursteinfassaden und die exponierte Lage verliehen dem Anwesen den Charakter eines kleinen Schlosses.

Quellen: Luxemburgisches Nationalarchiv – Alexis Brasseur | industrie.lu – Familie Brasseur

Wechselnde Eigentümer an der Mosel

Nach der Zeit der Familie Brasseur wechselte das Schloss mehrfach den Besitzer. Zu den späteren Eigentümern gehörten Baron Hippolyte d’Huart und Jules Collart.

Während des Ersten Weltkriegs blieb auch die Umgebung des Schlosses nicht von den Ereignissen verschont. Im Februar 1918 fiel bei einem Luftangriff eine Bombe in der Nähe des Gebäudes, explodierte jedoch nicht.

Im Jahr 1923 wurde das Anwesen erneut verkauft. Wenige Jahre später begann ein neues Kapitel, das Schloss Buschland zu einem bekannten Ziel für Reisende und Urlauber an der Mosel machte.

Quellen: industrie.lu – Historischer Überblick Schloss Buschland | RTL Luxemburg

Das Hotel Château Buschland

Im Jahr 1926 erwarb die Familie Grethen das Anwesen und eröffnete darin ein Hotel mit Restaurant. Das Hotel Château Buschland richtete sich an Reisende, die das Moseltal und die Weinregion rund um Remich besuchten.

Historische Anzeigen beschrieben das Haus als ganzjährig geöffnet. Anfang der 1940er-Jahre verfügte es über mehr als 20 Zimmer. Die erhöhte Lage, der Blick über die Mosel und die herrschaftlichen Räume machten das Hotel zu einer besonderen Unterkunft.

Im Jahr 1942 endete der damalige Hotelbetrieb. Das Schloss wechselte erneut den Besitzer. Pläne, dort eine Pension einzurichten, wurden offenbar nicht dauerhaft verwirklicht.

Quellen: industrie.lu – Hôtel Château Buschland | Tageblatt – Das vergessene Hotel über der Mosel

Ferienresidenz einer saudischen Familie

Viele Jahre später erwarb die saudische Familie Al-Mohanna das Anwesen. Sie nutzte Schloss Buschland als private Ferien- und Zweitresidenz.

Nach Angaben der Gemeinde Remich und eines direkten Nachbarn wurde das Gebäude weiterhin regelmäßig bewohnt und instand gehalten. Der damalige Eigentümer Abdullah Al-Mohanna starb 2015. Anschließend ging das Schloss an seine Kinder über, die es bis 2020 weiterhin als Ferienhaus nutzten.

Die häufig verbreitete Geschichte, dass die Eigentümer das Schloss unmittelbar nach dem Tod des Familienoberhauptes aufgegeben hätten, ist damit nicht richtig.

Quelle: RTL Luxemburg – Eigentümer und Nutzung von Schloss Buschland

Wie aus dem Ferienhaus ein Lost Place wurde

Während der Coronapandemie im Jahr 2020 konnten die Eigentümer zeitweise nicht aus Saudi-Arabien nach Luxemburg reisen. Zu diesem Zeitpunkt war das Schloss nicht aufgegeben, sondern lediglich vorübergehend unbewohnt.

Ein im Internet veröffentlichtes Video bezeichnete das Gebäude jedoch als verlassen. Die Aufnahmen verbreiteten sich schnell. Innerhalb kurzer Zeit kamen immer mehr Besucher auf das Grundstück.

Fenster wurden eingeschlagen, Räume durchsucht und Gegenstände entwendet. Selbst auf dem Gelände abgestellte Fahrzeuge verschwanden. Durch die zahlreichen Einbrüche entwickelte sich das zuvor gepflegte Ferienhaus tatsächlich zu einem schwer beschädigten Lost Place.

Quelle: RTL Luxemburg – Ursprung der Gerüchte und des Vandalismus

Ein gefährdetes Kulturerbe

Seit 2020 verschlechterte sich der Zustand erheblich. Feuchtigkeit drang in die Räume ein, Fenster und Türen wurden zerstört und Teile der Fußböden verloren ihre Stabilität.

Nach einem Bericht von RTL Luxemburg aus dem Jahr 2025 bemühten sich die Gemeinde und Anwohner darum, das historische Gebäude zu sichern. An Eingängen und Fenstern wurden Gitter angebracht, um weitere Einbrüche und Schäden zu verhindern.

Eine umfassende Sanierung wäre dringend erforderlich. Ob und in welcher Form Schloss Buschland erhalten werden kann, ist weiterhin ungeklärt.

Quelle: RTL Luxemburg – Gefährdetes Schloss Buschland

Mein Besuch 2022

Ich fotografierte das Château Arabia im Jahr 2022. Zu diesem Zeitpunkt war das Schloss noch nahezu vollständig möbliert. Sofas, Teppiche, Betten, Bilder und persönliche Gegenstände standen weiterhin in den Räumen.

Besonders eindrucksvoll war der große Salon mit seiner dunklen Holzvertäfelung, dem verzierten Kamin und den schweren Vorhängen. Ein Rollstuhl inmitten der Sitzgruppe verstärkte den Eindruck, dass das Haus nicht geplant verlassen worden war.

In anderen Zimmern lagen Matratzen, Kleidung und Einrichtungsgegenstände durcheinander. Gleichzeitig blieben Stuckdecken, historische Türen und Teile der ursprünglichen Innenausstattung erhalten. Meine Fotografien zeigen den Zustand des Schlosses in einer Phase, in der die Spuren des früheren Lebens noch deutlich sichtbar waren, der zerstörerische Verfall aber bereits begonnen hatte.

Atmosphere / Atmosphäre
32%
Risk / Gefahr
9%
Vandalism / Vandalismus
36%
Decay / Verfall
46%

Luxembourg, visited in 2022

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

 

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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