Die Brauerei Ibing gehörte einst zu den bedeutenden Brauereien in Mülheim an der Ruhr. Über ein Jahrhundert lang wurde hier Bier gebraut, abgefüllt und an Gastwirtschaften geliefert. Als ich den Ort im Jahr 2009 besuchte, war von diesem früheren Betrieb nur noch eine stark verfallene Industrieanlage übrig.
Meine Fotografien dokumentieren einen Zustand, der heute nicht mehr existiert. Die ehemalige Brauereiruine wurde inzwischen abgetragen und ist damit selbst zu einem verschwundenen Lost Place geworden.
Quelle: Zeitschrift des Geschichtsvereins Mülheim: Mülheimer Brauereien
Die Brüder Friedrich und Richard Ibing gründeten ihre Brauerei im Jahr 1863 am Kassenberg in Mülheim. Bereits wenige Jahre später reichte der ursprüngliche Standort für die weitere Entwicklung nicht mehr aus. Deshalb erwarben die Brüder 1870 ein deutlich größeres Grundstück an der Alten Straße beziehungsweise am Heuweg im Stadtteil Saarn.
Die Brauerei belieferte von Beginn an vor allem Gastwirtschaften und entwickelte sich schnell zu einem der führenden Brauereibetriebe der Stadt. Der Betrieb war damit ein wichtiger Teil der Mülheimer Wirtschafts- und Stadtgeschichte.
Quelle: Zeitschrift des Geschichtsvereins Mülheim: Mülheimer Brauereien
Ende des 19. Jahrhunderts hatte sich die Brauerei Ibing weit über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Bei der Weltausstellung 1889 in Paris wurde das Bier der Brauerei mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts verfügte das Unternehmen über eine jährliche Braukapazität von etwa 60.000 bis 65.000 Hektolitern. Im Jahr 1908 beschäftigte die Brauerei insgesamt 62 Mitarbeiter. Große Lagerkeller, Kühlanlagen, Dampfmaschinen und Eismaschinen bildeten die technische Grundlage für den umfangreichen Braubetrieb.
Quelle: Zeitschrift des Geschichtsvereins Mülheim: Mülheimer Brauereien
Im Jahr 1931 wurde die Brauerei in eine Aktiengesellschaft überführt. Nach dem Zweiten Weltkrieg investierte das Unternehmen noch einmal in neue Tanks, größere Lagerkapazitäten und eine moderne Flaschenfüllanlage. Auch bekannte Produkte wie Mölmsch und Topa-Pils wurden bei Ibing gebraut.
1955 verkaufte die Familie Ibing das Unternehmen. In den folgenden Jahren wechselten die Eigentümer mehrfach. Am 18. Dezember 1967 wurde letztmals Bier gebraut. Im Februar 1968 schlossen sich die Tore der Brauerei endgültig. Danach blieb das Gelände ungenutzt und verfiel zunehmend.
Quelle: Zeitschrift des Geschichtsvereins Mülheim: Mülheimer Brauereien
Als ich die Brauerei Ibing 2009 besuchte, standen die Gebäude bereits seit mehr als vier Jahrzehnten leer. Die Aufnahmen zeigen die Anlage in einem deutlich vom Verfall geprägten Zustand. Zwischen den alten Mauern war noch zu erkennen, welche Dimensionen der frühere Brauereibetrieb einst besessen hatte.
Der Abriss der ehemaligen Brauerei wurde ab 2021 öffentlich angekündigt. Die verbliebenen ruinösen Mauern wurden nach Angaben des Geschichtsvereins im Jahr 2022 abgetragen. Damit existiert die Brauerei Ibing heute nur noch in historischen Fotografien und in den Erinnerungen ehemaliger Mülheimer.
Quelle: Geschichtsverein Mülheim: Ein Mülheimer Original „Dä mölmsche Wim“ | Wikimedia Commons: Abriss der Brauerei Ibing 2022
Ich besuchte die ehemalige Brauerei Ibing im Jahr 2009. Zu diesem Zeitpunkt war der Betrieb längst Geschichte, doch die verlassenen Gebäude standen noch und erzählten von der industriellen Vergangenheit Mülheims.
Mit meinen Fotografien habe ich diesen Ort festgehalten, bevor auch die letzten Spuren der Brauerei verschwanden. Heute sind die Bilder eine historische Dokumentation der ehemaligen Ibing-Brauerei und ihres jahrzehntelangen Verfalls.
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