
Liechtenstein gehört zu den kleinsten Ländern Europas. Zwischen dem Rheintal und den alpinen Höhen finden sich jedoch auch hier Spuren vergangener Arbeitswelten. Einer dieser besonderen Orte liegt in Triesenberg: ein historisches Kleinkraftwerk, dessen Maschinenhaus bis heute an die frühere Nutzung der Wasserkraft erinnert.
Während meines Besuchs im Jahr 2026 konnte ich das stillgelegte Gebäude fotografisch dokumentieren. Alte Rohrleitungen, Ventile, Riemenscheiben und Überreste elektrischer Anlagen geben einen seltenen Einblick in die technische Geschichte Liechtensteins.
Das kleine Maschinenhaus befindet sich unmittelbar am Mühli-Bleikabach in Triesenberg. Im Inneren sind noch zahlreiche technische Bestandteile erhalten. Massive Rohrleitungen führen durch den Raum, große Riemenscheiben erinnern an die frühere Kraftübertragung und rostige Armaturen zeigen, wie das Wasser einst kontrolliert wurde.
Die vollständige Fotodokumentation findest du in meinem Portfolio:
Historisches Kleinkraftwerk Triesenberg ansehen
Der Mühli-Bleikabach spielte über Jahrhunderte eine wichtige Rolle für die Entwicklung von Triesenberg. Seine Wasserkraft wurde unter anderem für eine Mühle, eine Sägemühle und später für ein kleines Kraftwerk eingesetzt. Damit war der Bach eng mit der örtlichen Wirtschafts- und Technikgeschichte verbunden.
Quelle: Gemeinde Triesenberg: Geschichte des Mühli-Bleikabachs
Der Mülbach ist bereits seit dem Jahr 1482 urkundlich belegt. Eine herrschaftliche Mühle wurde 1515 erwähnt. Zu ihr gehörten Einrichtungen zur Verarbeitung von Getreide, Hanf und Flachs. Spätestens 1767 existierte außerdem eine Brettersäge.
Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Standort weiter. Neben der traditionellen Nutzung der Wasserkraft entstand schließlich auch eine Anlage zur privaten Stromversorgung. Damit dokumentiert der Ort den Übergang von handwerklichen Antrieben zur elektrischen Energiegewinnung.
Quellen: Historisches Lexikon des Fürstentums Liechtenstein und Gemeinde Triesenberg: Historische Ergänzungen zur Mühli
Besonders auffällig sind die großen Riemenscheiben und die schweren Rohrleitungen. Sie lassen erkennen, wie mechanische Energie innerhalb des Gebäudes übertragen wurde. Daneben sind Absperrventile und Überreste elektrischer Technik erhalten geblieben.
Der genaue Typ und Hersteller der früher verwendeten Turbine sind bislang nicht eindeutig belegt. Die verbliebenen Bauteile zeigen jedoch deutlich, dass das Maschinenhaus Teil einer historischen Anlage zur Nutzung der Wasserkraft war.
Das Kleinkraftwerk ist heute außer Betrieb. Feuchtigkeit, Rost und eindringende Vegetation haben sichtbare Spuren hinterlassen. Trotzdem ist erstaunlich viel von der technischen Ausstattung erhalten geblieben.
Gerade diese Verbindung aus alter Technik, natürlichem Verfall und regionaler Geschichte macht den Ort für mich zu einem besonderen Lost Place in Liechtenstein.
Als ich das Gebäude besuchte, war mir zunächst nicht klar, welche Funktion das kleine Maschinenhaus früher hatte. Erst die anschließende Recherche führte mich zur Geschichte des Mühli-Bleikabachs und seiner Nutzung für Mühle, Sägewerk und Stromerzeugung.
Solche Entdeckungen zeigen, dass Lost Places nicht immer große Fabriken, Hotels oder Militäranlagen sein müssen. Manchmal erzählt ein unscheinbares Gebäude eine ebenso spannende Geschichte über die technische und wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Gemeinde.
Meine Bilder dienen der dokumentarischen und historischen Darstellung. Bitte respektiere Eigentumsrechte, Absperrungen und den Schutz solcher Orte.