
Lost Places in Dänemark erzählen von aufgegebenen Freizeitparks, verlassenen Wohnhäusern, stillgelegten Industrieanlagen und den militärischen Hinterlassenschaften des Zweiten Weltkriegs. Zwischen Nordseeküste, Inseln und ländlichen Regionen liegen Orte, deren ursprüngliche Funktion teilweise erst auf den zweiten Blick erkennbar wird.
Meine Fotografien dokumentieren diese verlassenen Orte während verschiedener Reisen durch Dänemark. Dabei steht nicht nur der sichtbare Verfall im Mittelpunkt. Ebenso wichtig sind die Geschichten der Menschen, Unternehmen und historischen Ereignisse, die mit den Gebäuden verbunden waren.
Dänemark wird von seinen Küsten und Inseln geprägt. Diese Landschaft bestimmte über Jahrhunderte die Architektur, Wirtschaft und militärische Bedeutung des Landes. Viele verlassene Orte befinden sich deshalb in unmittelbarer Nähe zum Meer oder in dünn besiedelten Regionen.
Alte Leuchttürme, aufgegebene Bahnstrecken und verwitterte Gebäude zeigen, wie stark Wind, Sand und Wasser die Landschaft verändern. Besonders an der dänischen Nordseeküste verschwinden Bauwerke durch Küstenerosion oder müssen vor dem vorrückenden Meer geschützt werden.
Ein bekanntes Beispiel ist der Leuchtturm Rubjerg Knude. Das Bauwerk wurde durch Wanderdünen und Küstenerosion bedroht und schließlich weiter ins Landesinnere versetzt.
Während der deutschen Besatzung entstanden an der dänischen Westküste zahlreiche Befestigungsanlagen. Sie gehörten zum Atlantikwall, der eine alliierte Landung an den besetzten Küsten Westeuropas verhindern sollte.
Viele dieser Betonbauten stehen noch heute in den Dünen oder liegen gekippt am Strand. Wind und Wasser haben ihren ursprünglichen militärischen Zusammenhang verändert. Einige Bunker wurden freigespült, während andere zunehmend im Sand verschwinden.
Meine Dokumentation zum Atlantikwall in Dänemark zeigt diese Befestigungen als historische Relikte in einer Landschaft, die sich ständig weiterentwickelt.
Zu den ungewöhnlichsten Lost Places des Landes gehören ehemalige Freizeitparks. Fahrgeschäfte, künstliche Landschaften und aufgegebene Gebäude erinnern an Orte, die ursprünglich für Unterhaltung und gemeinsame Erlebnisse geschaffen wurden.
Das Sommerland Syd gehörte einst zu den größeren Freizeitparks im Süden Dänemarks. Nach der Insolvenz im Jahr 2012 blieb das Gelände mit zahlreichen Attraktionen zurück.
Auch der Funpark Fyn dokumentiert den Niedergang eines früheren Freizeitangebots. Gerade bei solchen Orten bildet die fröhliche Gestaltung einen starken Gegensatz zur späteren Stille.
Abseits der bekannten Küstenorte zeigen stillgelegte Betriebe eine andere Seite Dänemarks. Die Kås Briketfabrik erinnert an die industrielle Verarbeitung von Braunkohle und die Energieversorgung früherer Jahrzehnte.
Daneben befinden sich in meinem Archiv mehrere verlassene dänische Wohnhäuser. Zurückgelassene Möbel, persönliche Gegenstände und alltägliche Räume erzählen von individuellen Lebensgeschichten. Dazu gehören unter anderem Hus Bornborg, Hus Viborg und Hus Sommer.
Diese Häuser unterscheiden sich grundlegend von großen Militär- oder Industrieanlagen. Gerade ihre persönliche Atmosphäre macht sie zu wichtigen fotografischen Zeitdokumenten.
Nicht jeder verlassene Ort darf betreten werden. Viele Gebäude befinden sich auf Privatgrundstücken, sind einsturzgefährdet oder liegen in geschützten Landschaftsbereichen. Eigentumsrechte, Absperrungen und örtliche Regeln müssen deshalb respektiert werden.
Meine Bilder verstehen sich als fotografische Dokumentation. Sie sollen die Geschichte dieser Orte bewahren, ohne zu unbefugtem Betreten oder zur Beschädigung historischer Anlagen anzuregen.