Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Lichtspielhaus Filmriss – verlassenes Kino mit analoger Projektion und Filmrollen in Österreich

Lichtspielhaus Filmriss – ein verlassenes Kino in Österreich

Das Lichtspielhaus Filmriss ist ein verlassenes Kino in Österreich. Sein ursprünglicher Name und die genaue Geschichte konnten bisher nicht zweifelsfrei belegt werden. Dennoch lässt die erhaltene Einrichtung noch deutlich erkennen, wie der Kinobetrieb einst organisiert war.

Im Gebäude blieben der vollständige Kinosaal, zahlreiche Sitzreihen und die große Leinwand zurück. Außerdem sind zwei analoge Filmprojektoren, Filmrollen, Vorführunterlagen und verschiedene Filmplakate erhalten. Dadurch wirkt das Lichtspielhaus wie eine Zeitkapsel aus der Epoche des klassischen analogen Kinos.

Der verlassene Kinosaal

Das Zentrum des Lichtspielhauses Filmriss bildet ein einzelner Kinosaal. Mehrere Reihen gepolsterter Sitze sind auf die große Leinwand ausgerichtet. Während die vorderen Sessel mit rotem Stoff bezogen sind, besitzen viele der übrigen Plätze einen braunen beziehungsweise beigefarbenen Bezug.

Die Wände des Saals wurden überwiegend in dunklen Rot- und Schwarztönen gestaltet. Filmplakate und dekorative Elemente lockerten die Wandflächen auf. Der Boden besteht teilweise aus einem gemusterten Holzparkett, das trotz des Leerstands noch gut zu erkennen ist.

Staub, Feuchtigkeit und kleinere Beschädigungen haben inzwischen deutliche Spuren hinterlassen. Trotzdem vermittelt der Saal weiterhin eine Vorstellung davon, wie hier früher gemeinsam Filme erlebt wurden.

Analoge Projektoren im Vorführraum

Im ehemaligen Vorführraum stehen noch zwei große analoge Filmprojektoren. Über diese Maschinen wurde das Filmmaterial Bild für Bild durch den Projektor geführt und auf die Leinwand geworfen. Die Filmrollen mussten vorbereitet, eingelegt und während der Vorstellung überwacht werden.

Neben den Projektoren blieben verschiedene Spulen, technische Bauteile und lose Filmstreifen zurück. Besonders eindrucksvoll ist eine große Menge verwickelten Filmmaterials. Die einzelnen Bildfelder sind darauf noch mit bloßem Auge zu erkennen.

Das Österreichische Filmmuseum bewahrt und zeigt historische Filme weiterhin in ihren ursprünglichen Formaten. Dazu gehören insbesondere analoge Kopien auf 35- und 16-Millimeter-Film.

Quellen: Österreichisches Filmmuseum: Film als Kunstform, Kulturtechnik und Zeitdokument | Filmarchiv Austria: Bewahrung des österreichischen Filmerbes

Filmrollen und alte Vorführunterlagen

Auf einem Tisch liegen mehrere Filmstreifen neben alten Unterlagen. Darunter befinden sich sogenannte Verleihungsbescheinigungen. Solche Dokumente begleiteten die für eine Vorführung bereitgestellten Filmkopien und gehörten zum organisatorischen Alltag eines Kinos.

Weitere Filmrollen liegen einzeln auf dem Boden oder sind auf leere Metallspulen gewickelt. In einem Nebenraum lehnen zahlreiche Spulen dicht aneinander. Diese Relikte zeigen, wie viel Platz die Lagerung und Vorbereitung analoger Kinofilme benötigte.

Filmplakate aus den 1990er-Jahren

Die zurückgelassenen Plakate liefern Hinweise auf die letzte bekannte Nutzungsphase des Kinos. Zu erkennen sind unter anderem Motive zu Kolya, Sieben Jahre in Tibet, Starship Troopers und Event Horizon. Diese Filme erschienen 1996 beziehungsweise 1997.

Ein weiteres Plakat bewirbt die Filmkomödie Two Much – Eine Blondine zu viel aus dem Jahr 1995. Die Motive legen deshalb nahe, dass das Lichtspielhaus zumindest in der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre noch mit aktuellen Kinofilmen ausgestattet wurde. Ein genaues Schließungsjahr lässt sich daraus jedoch nicht ableiten.

Quellen: Kolya, 1996 | Sieben Jahre in Tibet, 1997 | Starship Troopers, 1997 | Event Horizon, 1997

Zwischen roten Wänden und dunklen Fluren

Außerhalb des Kinosaals führen schmale Flure zu den technischen Bereichen. Rote Wandflächen wechseln sich mit dunklen Türen und schwarzen Verkleidungen ab. Vereinzelte Filmfotos, Plakate und Postkarten erinnern weiterhin an die frühere Bestimmung des Gebäudes.

Der Verfall war während der fotografischen Dokumentation noch vergleichsweise gering. Viele Sitze standen an ihrem Platz, die Projektoren waren vollständig vorhanden und selbst kleinere technische Details blieben erhalten. Gerade diese Vollständigkeit macht das verlassene Lichtspielhaus besonders eindrucksvoll.

Als die Bilder auf Filmstreifen ankamen

Die analogen Projektoren stehen für eine Kinotechnik, die inzwischen weitgehend von digitalen Systemen abgelöst wurde. Früher kamen die einzelnen Filme auf mehreren schweren Rollen im Kino an. Dort mussten sie kontrolliert, vorbereitet und nach der letzten Vorstellung wieder für den Rücktransport zerlegt werden.

Im Lichtspielhaus Filmriss ist dieser frühere Arbeitsablauf noch ungewöhnlich deutlich sichtbar. Projektoren, Metallspulen, Filmstreifen und Bescheinigungen liegen nur wenige Meter voneinander entfernt. Der Ort dokumentiert dadurch nicht nur einen verlassenen Kinosaal, sondern auch die technische Arbeit hinter der Leinwand.

Mein Besuch im Lichtspielhaus Filmriss

Ich besuchte das Lichtspielhaus Filmriss im Jahr 2014. Der erste Blick in den Saal war besonders eindrucksvoll: Die Leinwand hing noch an ihrem Platz und davor standen die leeren Sitzreihen, als würde die nächste Vorstellung nur auf ihr Publikum warten.

Noch faszinierender war für mich der Vorführraum. Dort befanden sich die beiden alten Projektoren, zahlreiche Filmrollen und meterlanges Filmmaterial. Auf einigen Streifen waren die einzelnen Bilder weiterhin erkennbar. Die Filmplakate an den Wänden verstärkten zusätzlich den Eindruck, dass der Betrieb erstarrt und nicht vollständig beendet worden war.

Meine Fotografien dokumentieren den Zustand des verlassenen Kinos während dieses Besuchs. Sie bewahren einen Ort, an dem Filme früher nicht aus Dateien bestanden, sondern als lange Streifen durch mechanische Projektoren liefen.

Atmosphere / Atmosphäre
44%
Risk / Gefahr
12%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
22%

Austria, visited in 2014

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

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