Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Zeche Osterfeld Schacht IV in Oberhausen

Im Oberhausener Stadtteil Klosterhardt befindet sich mit der ehemaligen Zeche Osterfeld Schacht IV ein eindrucksvolles Zeugnis der Ruhrindustrie. Der verklinkerte Schachtturm, die Kaue und die erhaltenen technischen Anlagen erzählen von einer Zeit, in der der Bergbau das Leben und die Landschaft des Ruhrgebiets prägte.

Quelle: Wikipedia: Zeche Osterfeld | Oberhausen-Osterfeld: Schacht 4

Vom Wetterschacht zum wichtigen Betriebsschacht

1912 begann das Abteufen des Schachtes IV im Nordfeld der Zeche Osterfeld. Ursprünglich diente die Anlage vor allem der Bewetterung, also der Belüftung der unterirdischen Grubenbaue. 1916 erreichte der Schacht die vierte Sohle und erhielt einen rund 43 Meter hohen, verklinkerten Turm. Ab 1924 wurde Schacht IV auch als Seilfahrtsschacht für den Transport der Belegschaft genutzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gewann die Anlage zusätzlich an Bedeutung. Neben der Seilfahrt wurde über Schacht IV auch Material für den Grubenbetrieb transportiert.

Quelle: Wikipedia: Geschichte der Zeche Osterfeld | LVR-Fotoportal: Zeche Osterfeld Schacht IV

Kaue und Förderturm

Die Tagesanlagen entstanden zwischen 1921 und 1924. Zur Anlage gehörten unter anderem die Kaue und der markante Schachtturm. Die Gebäude wurden maßgeblich nach Entwürfen des Oberhausener Architekten Toni Schwingen errichtet.

Besonders auffällig ist die ungewöhnliche Gestaltung des Turms. Die verklinkerte Außenhaut lässt ihn eher wie einen schlichten Hochbau wirken, obwohl sich darin die technische Infrastruktur eines Bergwerks befand. Im Inneren sind noch Treppen, Stahlkonstruktionen, Rohrleitungen und Reste der Fördertechnik erhalten.

Quelle: Rheinische Industriekultur: Zeche Osterfeld Schacht 4 | Oberhausen-Osterfeld: Schacht 4

Stilllegung und Denkmalschutz

Das Bergwerk Osterfeld wurde 1992 stillgelegt. Auch Schacht IV verlor damit seine ursprüngliche Funktion. Der Schacht wurde verfüllt, während der Turm und weitere Teile der Tagesanlage erhalten blieben.

Heute steht die Anlage als Baudenkmal für die Geschichte des Bergbaus, die Entwicklung der Arbeitswelt und die Industriearchitektur des Ruhrgebiets. Die erhaltenen Gebäude machen nachvollziehbar, wie umfangreich die technischen und sozialen Strukturen einer Zeche einst waren.

Quelle: Stadt Oberhausen: Denkmalliste Schacht IV der Zeche Osterfeld | RheinRuhrOnline: Zeche Osterfeld Schacht 4

Ein Lost Place im Ruhrgebiet

Zum Zeitpunkt meines Besuchs war die ehemalige Schachtanlage bereits stark vom Verfall geprägt. Pflanzen eroberten die Gebäude zurück, Dächer waren beschädigt und in den Innenräumen blätterte die Farbe von den Wänden. Gleichzeitig blieben zahlreiche technische Details erhalten: verrostete Armaturen, Treppenanlagen, Schaltkästen, Stahlträger und Teile der Fördertechnik.

Gerade dieser Gegensatz macht den besonderen Reiz von Schacht IV aus. Der Ort wirkt auf den ersten Blick verlassen und still, doch jedes Detail verweist auf die frühere Funktion als wichtiger Bestandteil des Bergwerks Osterfeld.

Quelle: Eigene Fotografien, aufgenommen 2009.

Mein Besuch 2009

Mein Besuch führte mich durch eine bereits stark verwitterte und überwucherte Industrieanlage. Zwischen zerbrochenen Fenstern, rostenden Stahlkonstruktionen und den gefliesten Räumen der ehemaligen Kaue war die Geschichte des Ortes noch deutlich spürbar.

Besonders eindrucksvoll waren die technischen Überreste im Inneren des Turms. Armaturen, Treppen und Maschinenfragmente vermittelten einen Eindruck davon, wie eng Architektur und Technik in einer Zechenanlage miteinander verbunden waren.

Atmosphere / Atmosphäre
32%
Risk / Gefahr
18%
Vandalism / Vandalismus
46%
Decay / Verfall
66%

Germany, visited in 2009

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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