Manche Orte wirken nicht durch Größe, sondern durch das Gefühl, dass hier einmal ein Plan existierte und dann einfach stehen blieb. Diese Küstenvilla in der Dominikanischen Republik liegt auf Privatgelände. Deshalb veröffentliche ich weder Koordinaten noch Anfahrtsdetails. Heute werden dort nur noch Pferde gehalten. Ansonsten ist es still.
Schon beim ersten Blick zeigt sich, wie stark Wind und salzige Luft hier den Takt bestimmen. Palmen biegen sich im Sturm. Wolken schieben sich schnell über die Küste. Und an jedem offenen Betonrand sieht man, wie Zeit arbeitet, ohne Pause.
Der Zugang führt über eine auffällig gerade Achse aus Palmen. Diese Allee wirkt fast wie ein bewusst gesetztes Entrée. Am Ende steht ein flacher Bau mit Säulen. Schlicht, aber klar komponiert. Das Dach ist gezeichnet. Die Flächen sind verwittert. Und die Umgebung wirkt wie eine Anlage, die sich selbst überlassen wurde.
Links und rechts breiten sich Wiesen und Gestrüpp aus. Die Spuren früherer Nutzung sind nicht laut. Genau das macht den Ort glaubwürdig. Kein Spektakel, nur ein Alltag, der irgendwann aufgehört hat.
Viele Strukturen sind eindeutig zur Küste ausgerichtet. Das Meer ist hier nicht Hintergrund, sondern Zentrum. An den Klippen liegen gemauerte Terrassen, Natursteinwege und Treppen, die sich an den Fels schmiegen. Dazwischen steht ein rundes Becken mit hellblauen Fliesen. Diese Farbe ist ein starker Kontrast zur dunklen Küste. Sie verrät, dass hier einmal Komfort geplant war.
An einer Stelle liegt eine große Kanone am Rand der Anlage. Ob sie Dekoration, Relikt oder Teil eines älteren Zusammenhangs ist, kann ich nicht sicher belegen. Sie passt aber in die Bildsprache des Ortes. Aussicht und Wirkung spielten hier offenbar eine Rolle.
Direkt an der Abbruchkante sieht man, wie Küste mit Gebäuden umgeht. Spritzwasser und Salznebel dringen überall ein. Kanten werden weich. Mörtel bröselt. Fliesen lösen sich dort, wo Wasser steht. Gleichzeitig sind viele Natursteinmauern erstaunlich robust. Genau diese Mischung macht die Motive stark. Harte Linien, weiche Erosion, und dahinter ein Meer, das nichts verzeiht.
Wenn die Brandung hoch ist, wirkt der Ort noch verlassener. Dann schluckt der Lärm der Wellen jedes andere Geräusch. Selbst ein leerer Pool fühlt sich an wie ein Balkon über einer unruhigen Welt.
Im Inneren wartet der stärkste Kontrast. Eine große Halle mit schlanken Säulen und einem länglichen Becken in der Mitte. Das Wasser darin ist dunkel. Wahrscheinlich Regen und Grundwasser, denn im Dach ist eine große Öffnung. Ein rechteckiges Oberlicht lässt den Himmel hinein. Am Ende rahmt eine Öffnung den Blick Richtung Meer. Dadurch wirkt der Raum fast wie eine Bühne.
Ob es ein Spa, ein Badehaus oder eine repräsentative Schwimmhalle war, kann ich nicht zweifelsfrei sagen. Sicher ist nur, dass hier Ruhe inszeniert werden sollte. Heute übernimmt Feuchtigkeit. Putz blättert. Flecken ziehen über die Wände. Und trotzdem bleibt die Geometrie kraftvoll.
Seit wann das Gelände verlassen ist, kann ich ohne belastbare Quellen nicht seriös datieren. Vor Ort habe ich keinen eindeutigen Hinweis gefunden. Möglich sind verschiedene Gründe. Eigentümerwechsel, gestoppte Entwicklung oder eine Nutzung, die nie dauerhaft wurde. Das sind Einordnungen, keine Fakten.
Fakt ist, das Gelände ist heute ruhig, privat und wird offenbar nur noch als Weide genutzt. Genau deshalb halte ich bei der Veröffentlichung eine klare Grenze ein und nenne keine Standortdetails.
Ich war 2025 vor Ort. Das Wetter wechselte schnell zwischen hellem Licht und schweren Wolken. Genau dieser Mix hat die Farben getragen, vor allem das Türkis des Wassers und die kühlen Blautöne der Fliesen. Wind war konstant präsent. Dadurch wirkte die Anlage noch offener und noch ausgesetzter.
Ich habe den Ort als still erlebt. Keine Menschen, keine Aktivität, nur Natur und die Pferde in der Ferne. Für mich war das der Kern dieses Portfolios. Ein Platz, der einmal nach Ankunft aussah und heute nach Rückgabe an die Landschaft.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.