Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

Schloss Mallin: Verlassenes Herrenhaus in Mecklenburg-Vorpommern

Schloss Mallin, fachlich das Herrenhaus Mallin, steht im gleichnamigen Ortsteil der Stadt Penzlin im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Das repräsentative Gebäude wird im Alltag häufig als Schloss bezeichnet und gehört zu den markanten historischen Gutshäusern Mecklenburg-Vorpommerns.

Meine Fotografien dokumentieren den Zustand des Herrenhauses im Jahr 2011. Zu diesem Zeitpunkt stand das Gebäude bereits seit vielen Jahren leer. Die einst repräsentativen Räume waren vom Verfall geprägt, während zahlreiche architektonische Details noch immer von der früheren Bedeutung des Hauses zeugten.

Ein Herrenhaus mit Schlosscharakter

Das heutige Herrenhaus wurde in den Jahren 1870 und 1871 errichtet. Es handelt sich um einen zweigeschossigen Putzbau mit elf Gebäudeachsen und einem Souterraingeschoss. Stilistisch verbindet das Gebäude Elemente des Historismus mit neobarocken und neorenaissanceartigen Formen.

Besonders auffällig sind die symmetrische Fassade, die beiden turmartigen Gebäudeteile, der repräsentative Eingangsbereich und die aufwendig gestalteten Innenräume. Vor dem Herrenhaus liegt ein rechteckiger Teich. Direkt an das Gebäude schließt sich ein historischer Landschaftspark an.

Quellen: Wikipedia: Herrenhaus Mallin | Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Herrenhaus Mallin

Das Gut Mallin und die Familie von Hauff

Die Geschichte des Gutes Mallin reicht deutlich weiter zurück als der heutige Bau. Das Gut befand sich über viele Jahrhunderte im Besitz der Familie von Maltzan. Im Jahr 1857 wechselte der Besitz zur Familie Schröder. Ab 1869 gehörte Mallin der Familie von Hauff.

Das heutige Herrenhaus ließ Karl Ludwig Baron von Hauff errichten. Es war nicht nur ein repräsentativer Wohnsitz, sondern zugleich der Mittelpunkt eines großen landwirtschaftlichen Gutsbetriebes. Im Landwirtschaftlichen Adressbuch von 1928 wird das Gut mit einer Gesamtfläche von rund 575 Hektar beschrieben. Dazu gehörten unter anderem 52 Hektar Wald sowie umfangreiche Tierbestände mit Schafen, Schweinen, Rindern und Pferden.

Damit war das Herrenhaus eng mit der wirtschaftlichen Organisation des gesamten Gutes verbunden. Die Größe des Anwesens, der Park und die landwirtschaftlichen Flächen spiegeln die gesellschaftliche Stellung der damaligen Besitzer wider.

Quellen: Wikipedia: Herrenhaus Mallin | Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Herrenhaus Mallin

Neue Nutzungen nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlor das Herrenhaus seine ursprüngliche Funktion als Mittelpunkt eines privaten Gutes. Das Gebäude wurde anschließend für verschiedene Zwecke genutzt.

Es diente als Wohngebäude, beherbergte einen Kindergarten und wurde zeitweise als Künstleratelier genutzt. Außerdem befand sich im Herrenhaus eine Dorfgaststätte. Der Festsaal wurde weiterhin für Feiern und Veranstaltungen verwendet.

Diese wechselnden Nutzungen verhinderten zwar zunächst den vollständigen Verlust des Gebäudes, konnten die langfristigen baulichen Probleme jedoch nicht dauerhaft lösen. Mit der Zeit verschlechterte sich der Zustand des Herrenhauses immer weiter.

Quellen: Wikipedia: Herrenhaus Mallin | Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Herrenhaus Mallin

Leerstand und fortschreitender Verfall

Seit dem Jahr 1991 stand das Herrenhaus leer. Fehlende finanzielle Mittel erschwerten eine umfassende Instandsetzung. Zusätzlich beschleunigten Vandalismus, eindringende Feuchtigkeit und die allgemeine Vernachlässigung den Verfall der historischen Bausubstanz.

Im Inneren blieben dennoch viele bemerkenswerte Details erhalten. Dazu gehören die große Holztreppe, geschnitzte Wandvertäfelungen, dekorative Deckenbereiche, historische Türrahmen und aufwendig gestaltete Balustraden. Gleichzeitig zeigen die Aufnahmen deutliche Schäden an Böden, Wänden und Decken.

Ab etwa 2006 beziehungsweise 2007 fanden erste Arbeiten zur Sicherung und Erhaltung des Gebäudes statt. Danach ruhten die Maßnahmen zeitweise wieder. Der lange Leerstand hinterließ deutliche Spuren im gesamten Herrenhaus.

Quellen: Wikipedia: Herrenhaus Mallin | Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Herrenhaus Mallin

Sanierungspläne und geplante neue Nutzung

Ab dem Jahr 2017 wurde die Sanierung des Herrenhauses erneut aufgenommen. In den verfügbaren historischen Berichten war vorgesehen, im Gebäude Wohnungen zu schaffen und das Anwesen dadurch wieder dauerhaft zu nutzen.

Die Quellen belegen den erneuten Beginn von Sanierungsarbeiten und das Ziel einer neuen Wohnnutzung. Einen eindeutig belegten Abschluss der gesamten Sanierung oder eine heutige öffentliche Nutzung konnte ich jedoch nicht verlässlich feststellen. Deshalb bezieht sich diese Fotodokumentation ausdrücklich auf den Zustand des Herrenhauses während des Leerstands im Jahr 2011.

Schloss Mallin steht damit beispielhaft für viele historische Gutshäuser in Mecklenburg-Vorpommern. Nach dem Ende der ursprünglichen Gutswirtschaft verloren zahlreiche Gebäude ihre Funktion. Einige konnten gerettet werden, andere blieben über Jahrzehnte dem Verfall überlassen.

Quellen: Wikipedia: Herrenhaus Mallin | Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern: Herrenhaus Mallin

Architektur zwischen Glanz und Verfall

Die Innenaufnahmen zeigen den besonderen Charakter des Herrenhauses besonders deutlich. Die repräsentative Haupttreppe besitzt eine aufwendig geschnitzte Holzvertäfelung und eine kunstvoll gearbeitete Balustrade. An vielen Stellen finden sich dekorative Ornamente, historische Türrahmen und farbige Wandgestaltungen.

Gleichzeitig wird sichtbar, wie stark der jahrelange Leerstand die Räume verändert hat. Der Putz ist großflächig abgeplatzt, Böden sind beschädigt und an mehreren Stellen fehlt die Decke. Durch freiliegende Balken und zerstörte Bauteile dringt Tageslicht in Bereiche, die ursprünglich geschlossen und repräsentativ gestaltet waren.

Besonders eindrucksvoll ist der Kontrast zwischen den sorgfältig gearbeiteten Details und der zunehmenden Zerstörung. Genau diese Verbindung aus historischer Architektur und sichtbarem Verfall macht Schloss Mallin zu einem außergewöhnlichen Motiv der Lost-Place-Fotografie.

Mein Besuch 2011

Ich besuchte Schloss Mallin im Jahr 2011. Bereits die Außenansicht vermittelte den Eindruck eines außergewöhnlichen, aber stark vernachlässigten Gebäudes. Die Fassade war noch immer imposant, während das Grundstück zunehmend überwuchert wirkte.

Im Inneren trafen repräsentative Architektur und sichtbarer Verfall unmittelbar aufeinander. Die große Holztreppe, die alten Wandverkleidungen und die dekorativen Bauteile erzählten noch von der früheren Bedeutung des Hauses. Gleichzeitig lagen Teile des Gebäudes offen, Böden waren beschädigt und an vielen Stellen hatte sich der Verfall tief in die Substanz gearbeitet.

Für mich war Schloss Mallin deshalb nicht nur ein verlassenes Herrenhaus. Es war ein Ort, an dem sich die Geschichte eines früheren Gutes, die wechselnden Nutzungen nach dem Krieg und die Folgen jahrzehntelangen Leerstands direkt ablesen ließen. Meine Fotografien halten diesen besonderen Zwischenzustand fest, bevor sich durch spätere Sanierungspläne erneut eine Zukunft für das Gebäude abzeichnen konnte.

Atmosphere / Atmosphäre
53%
Risk / Gefahr
22%
Vandalism / Vandalismus
32%
Decay / Verfall
62%

Germany, visited in 2011

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

Renovated 2020

lost-places.com - Menu
Right Menu Icon