Hinter dem Namen Schloss Altbrunnstedt verbirgt sich kein realer Ort, sondern die Filmbezeichnung für das Herrenhaus Grabau in Schleswig-Holstein. Das schlossartige Gebäude wurde zwischen 1906 und 1908 errichtet und steht heute weitgehend leer.
Mit seinem markanten Turm, den grünen Kupferdächern und der außergewöhnlich reichen Innenausstattung wirkt das Herrenhaus wie eine Filmkulisse. Tatsächlich wurde es 2008 selbst zur Kulisse für den Mysteryfilm Gonger: Das Böse vergisst nie.
Quellen: Stormarn-Lexikon: Herrenhaus Grabau | Reisereporter: Lost Places zwischen Nord- und Ostsee
In der Realität handelt es sich nicht um ein Schloss, sondern um das Herrenhaus des früheren Gutes Grabau. Die Bezeichnung Schloss Altbrunnstedt stammt aus dem Film Gonger. Einen Ort dieses Namens gibt es in Nordfriesland nicht. Für die Handlung wurde das Herrenhaus Grabau in den fiktiven Filmort Altbrunnstedt verwandelt.
In der Region wird das Gebäude wegen seiner schlossartigen Erscheinung trotzdem häufig als Schloss Grabau bezeichnet. Historisch korrekt ist jedoch die Bezeichnung Herrenhaus Grabau.
Quellen: Stormarn Tourismus: Schloss Grabau | Gonger: Das Böse vergisst nie
Das Gut Grabau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Gustav Lahusen erworben. Er ließ das repräsentative Herrenhaus als neuen Mittelpunkt des Gutes errichten. Der Bau entstand zwischen 1906 und 1908 nach Plänen des Berliner Architekten Werle.
Das Gebäude war als repräsentativer Wohnsitz und Sommersitz der Familie gedacht. Der historische Gutshof ist heute in der Denkmalliste von Schleswig-Holstein erfasst. Zum Ensemble gehörte außerdem eine 1923 errichtete Grabkapelle für Lahusens früh verstorbene Tochter Daisy.
Quellen: Kreis Stormarn: Das adlige Gut Grabau | Landesdenkmalamt Schleswig-Holstein: Denkmalliste Stormarn | Denk-mal-gegen-Krieg: Herrenhaus Grabau
Das Herrenhaus verbindet mehrere historische Stilrichtungen miteinander. Zu erkennen sind Elemente englischer Country Houses, des Jugendstils, der Tudorgotik und der Neorenaissance. Dadurch wirkt das Gebäude gleichzeitig wie ein englischer Landsitz, ein mittelalterliches Herrenhaus und eine repräsentative Villa.
Die Fassade besteht aus Muschelkalk. Die einzelnen Steinblöcke wurden im Süden Deutschlands vorbereitet, nummeriert und anschließend vor Ort zusammengesetzt. Türme, Erker, Giebel, Loggien und reich verzierte Fenster machen die Außenansicht besonders abwechslungsreich.
Quellen: Stormarn-Lexikon: Herrenhaus Grabau | Denk-mal-gegen-Krieg: Herrenhaus Grabau
Im Inneren befindet sich eine große, zweigeschossige Halle mit Galerie. Dunkle Holzvertäfelungen, geschnitzte Treppen, ornamentale Decken und farbige Fenster prägen den zentralen Bereich des Hauses.
Viele Räume besitzen noch historische Details. Dazu gehören Stuckdecken, Wandvertäfelungen, Parkettböden, dekorative Türen, Bleiglasfenster und farbige Wandgestaltungen. Besonders eindrucksvoll sind die Treppenhäuser und die reich gearbeiteten Holzdetails im Eingangsbereich.
Trotz des langen Leerstands sind zahlreiche Elemente der ursprünglichen Ausstattung erhalten geblieben. Gleichzeitig zeigen beschädigte Oberflächen, Staub, Feuchtigkeit und zurückgelassene Möbel deutlich, wie lange das Gebäude bereits nicht mehr dauerhaft bewohnt wird.
Quellen: Stormarn-Lexikon: Herrenhaus Grabau | Denk-mal-gegen-Krieg: Herrenhaus Grabau
Nach dem Verkauf des Gutes im Jahr 1932 veränderte sich die Nutzung des Anwesens. 1936 übernahm das Deutsche Reich das Gut. Die Landwirtschaft wurde anschließend unter anderem für die Versorgung und Unterbringung von Armeepferden genutzt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen zunächst polnische Soldaten und Arbeitskräfte auf das Gelände. Später wurden Flüchtlingsfamilien in den Gebäuden untergebracht. Von 1951 bis 1966 diente das Herrenhaus schließlich als Landjugendheim und Bildungsstätte.
Die wechselvolle Nutzung erklärt, warum das Gebäude nicht nur als ehemaliger Adelssitz, sondern auch als Ort mit einer ungewöhnlich vielfältigen Nachkriegsgeschichte interessant ist.
Quellen: Kreis Stormarn: Das adlige Gut Grabau | Denk-mal-gegen-Krieg: Herrenhaus Grabau
Nach dem Ende der Nutzung als Jugendheim blieb das Herrenhaus über längere Zeit ungenutzt. Die späteren Eigentümer zogen nicht dauerhaft in das Gebäude ein. Leerstand, Witterung und Diebstähle setzten der Bausubstanz zunehmend zu.
In den 1970er-Jahren wurde das Gebäude zeitweise vermietet. Später wurden mehrere Wohnungen eingebaut. Nach einem Eigentümerwechsel gab es Pläne, das Herrenhaus als Restaurant und Veranstaltungsort zu nutzen. Diese Ideen wurden jedoch nicht umgesetzt.
Heute befindet sich das Anwesen weiterhin in privater Hand. Das Herrenhaus wird als weitgehend leer stehend und sanierungsbedürftig beschrieben. Gelegentlich wird es für Filmproduktionen genutzt.
Quellen: Stormarn-Lexikon: Herrenhaus Grabau | Kreis Stormarn: Das adlige Gut Grabau | Reisereporter: Lost Places zwischen Nord- und Ostsee
Bekannt wurde das Herrenhaus einem größeren Publikum durch den Fernsehfilm Gonger: Das Böse vergisst nie aus dem Jahr 2008. Für den Film wurde das Gebäude als geheimnisvolles Herrenhaus im fiktiven Ort Altbrunnstedt inszeniert.
Die dunklen Holzvertäfelungen, die hohen Hallen, die farbigen Fenster und die verwitterte Außenfassade passten perfekt zur düsteren Atmosphäre des Mysteryfilms. Auch der Nachfolger nutzte das Herrenhaus als Filmkulisse.
Seitdem wird das Gebäude immer wieder mit dem Filmtitel Schloss Altbrunnstedt verbunden. Der Name bezeichnet jedoch ausschließlich die Filmwelt und nicht den tatsächlichen Standort des Herrenhauses.
Quellen: Gonger: Das Böse vergisst nie | Kreis Stormarn: Das adlige Gut Grabau
Bei meinem Besuch im Jahr 2010 wirkte das Herrenhaus trotz des langen Leerstands noch außergewöhnlich vollständig. Besonders beeindruckt haben mich die große Eingangshalle, die aufwendig gearbeiteten Holzvertäfelungen, die farbigen Fenster und die vielen erhaltenen Details in den einzelnen Räumen.
Zwischen den historischen Möbeln, den alten Türen und den beschädigten Oberflächen entstand ein ungewöhnlicher Kontrast. Einerseits besitzt das Gebäude noch immer die Wirkung eines repräsentativen Landsitzes, andererseits war der Leerstand an vielen Stellen bereits deutlich sichtbar.
Das Herrenhaus befindet sich auf einem privaten Grundstück. Deshalb veröffentliche ich bewusst keine genaue Adresse und keine Koordinaten. Eine Besichtigung ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung möglich.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
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