Das Sanatorium Hohentanneck liegt im thüringischen Kurort Sülzhayn im Südharz. Die ehemalige Lungenheilstätte wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als private Heilanstalt errichtet. Heute steht der markante Fachwerkbau leer und verfällt immer weiter. Ich habe das Sanatorium 2014 besucht und den Zustand des Gebäudes fotografisch dokumentiert.
Das Sanatorium Hohentanneck wurde in den Jahren 1905 bis 1906 nach Plänen der Architekten Hugo und Otto Hackelberg errichtet. Die Ausführung übernahm das Baugeschäft Bergh & Fettke aus Blankenburg im Harz. Die Eröffnung als private Lungenheilanstalt erfolgte im Jahr 1907.
Mit seiner aufwendigen Fachwerkfassade, den steilen Dächern und den kleinen Türmchen unterscheidet sich das Gebäude deutlich von gewöhnlichen Krankenhausbauten. Der repräsentative Charakter war typisch für die damalige Kur- und Heilstättenarchitektur. Gleichzeitig war das Haus für die Behandlung und Erholung lungenkranker Menschen konzipiert.
Auch der Name Hohentanneck steht in Verbindung mit dem ursprünglichen Umfeld des Sanatoriums. Hohe Tannen prägten das Grundstück und gaben der Heilstätte ihren Namen.
Quelle: Architekturwelt Sülzhayn – Sanatorium Hohentanneck
Bei seiner Eröffnung verfügte das Sanatorium über 32 Betten. Bis 1914 wurde die Kapazität auf 35 Betten erweitert. Im Jahr 1950 konnten schließlich bis zu 50 Patienten aufgenommen werden.
Das Haus wurde zunächst als private Lungenheilanstalt für Männer und Frauen aus der Region betrieben. Ab 1963 wurde es von den Staatlichen Heilstätten Sülzhayn übernommen. Mit dem Rückgang der Tuberkulose veränderte sich die medizinische Nutzung des gesamten Ortes.
Zwischen 1965 und 1967 wurde das Gesundheitswesen in Sülzhayn neu geordnet. Das Sanatorium Hohentanneck wurde dem Bereich Sozialwesen zugeteilt und diente anschließend als Feierabend- und Pflegeheim. Die letzten Bewohner wurden 1992 verlegt. Im November desselben Jahres wurde die Nutzung des Gebäudes endgültig beendet.
Quellen: Historische Nutzungsgeschichte | Dokumentation zur Nachnutzung und Schließung
Sülzhayn entwickelte sich ab dem Ende des 19. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Kurort im Südharz. Ab etwa 1900 entstanden dort insgesamt zehn große Sanatorien für Menschen mit Lungenerkrankungen. Hinzu kamen mehrere kleinere Kurheime.
Jede Heilstätte verfügte über eigene Parkanlagen und Liegehallen. Dort verbrachten die Patienten viele Stunden an der frischen Luft. Das milde Reizklima machte Sülzhayn überregional bekannt. Zeitweise wurde der Ort sogar als „Davos des Nordens“ bezeichnet.
In den 1960er-Jahren verlor die Tuberkulosebehandlung zunehmend an Bedeutung. Die vorhandenen Einrichtungen wurden daraufhin für andere medizinische und soziale Zwecke genutzt. Viele Gebäude konnten jedoch langfristig nicht erhalten werden.
Quelle: Heimat- und Kulturverein Sülzhayn – Geschichte des Kurorts
Auch die Geschichte der Eigentümerfamilie des Sanatoriums ist eng mit den politischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts verbunden. In den 1930er-Jahren kehrte Margarethe Eibenschütz-Cords gemeinsam mit ihrem jüdischen Ehemann José Eibenschütz nach Sülzhayn zurück. Gemeinsam mit ihrer Mutter führte sie den Betrieb weiter.
Die historische Dokumentation beschreibt es als besonders grotesk, dass das Sanatorium damals unter der Bezeichnung „Arisches Haus“ geführt wurde. Diese Bezeichnung verweist unmittelbar auf die rassistische Ideologie und die politischen Verhältnisse der NS-Zeit.
Quelle: Dokumentation zur Eigentümergeschichte des Sanatoriums
Im Inneren des Sanatoriums sind noch zahlreiche Spuren der früheren Nutzung erhalten. Alte Badewannen, Waschbecken, Heizkörper und Türen mit Glasscheiben geben einen Eindruck vom Alltag in der ehemaligen Heilstätte.
Besonders auffällig sind die farbigen Fenster, die blau gemusterten Wandfliesen und die alten Leuchten. Auch die Treppenhäuser mit ihren Handläufen und Geländern sind teilweise noch erhalten. Zwischen diesen Details breitet sich jedoch der Verfall immer weiter aus.
Die Farbe platzt von den Wänden, Decken lösen sich auf und durch beschädigte Fenster dringt die Vegetation in die Räume. Aus den früheren Patientenzimmern und Aufenthaltsräumen sind zunehmend zerstörte und einsturzgefährdete Bereiche geworden.
Bei meinem Besuch im Jahr 2014 war der Zustand des Gebäudes bereits äußerst kritisch. In mehreren Räumen waren Böden eingebrochen oder nur noch teilweise vorhanden. Freiliegende Balken, beschädigtes Mauerwerk und große Öffnungen in Wänden und Decken zeigten, wie stark die Bausubstanz bereits geschädigt war.
Der Verfall betrifft nicht nur die Oberflächen. Auch tragende Bereiche des Gebäudes sind beschädigt. Das Sanatorium Hohentanneck gehört deshalb zu den Lost Places, bei denen die bauliche Gefahr deutlich sichtbar ist.
Das Sanatorium Hohentanneck ist nicht offiziell zu besichtigen. Wegen der erheblichen baulichen Gefahren und aus Respekt vor dem Eigentum veröffentliche ich keine genauen Koordinaten und keine Zugangshinweise.
Die folgenden Aufnahmen dienen ausschließlich der fotografischen Dokumentation des historischen Gebäudes und seines Zustands zum Zeitpunkt meines Besuchs.
Mein Besuch im Sanatorium Hohentanneck im Jahr 2014 führte mich durch ein Gebäude, in dem historische Architektur und massiver Verfall unmittelbar aufeinandertreffen.
Besonders beeindruckt haben mich die markante Fachwerkfassade, die farbigen Glasscheiben, die alten Bäder und die vielen erhaltenen Details im Inneren. Trotz des fortgeschrittenen Verfalls war die frühere Nutzung des Hauses noch deutlich spürbar.
Die Fotografien zeigen den Zustand des Sanatoriums Hohentanneck bei meinem Besuch im Jahr 2014 – als eindrucksvolles Zeugnis der vergangenen Heilstättengeschichte von Sülzhayn.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.