Der sogenannte Militärfriedhof in Bad Oeynhausen-Rehme war kein klassischer Friedhof, sondern der verwilderte Außenbereich des ehemaligen Motor Technica Museums an der Weserstraße 225. Zwischen ausgedienten Panzern, Flugzeugen, Hubschraubern und weiteren Fahrzeugen entstand ein ungewöhnlicher Ort zwischen technischer Sammlung und fortschreitendem Verfall. In der Lost Places Szene wurde das Gelände auch als „Friedhof der Boliden“ bezeichnet.
Quellen: Wikipedia: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen | Urbex: Motor Technica Museum
Das Motor Technica Museum wurde 1973 als Auto- und Motorradmuseum gegründet und befand sich auf einem ehemaligen Fabrikgelände in Bad Oeynhausen-Rehme. Im Laufe der Jahre wurde die Sammlung um zahlreiche Militärfahrzeuge, Flugzeuge, Hubschrauber und wenige Eisenbahnfahrzeuge erweitert. Neben den Ausstellungshallen gehörte ein weitläufiger Außenbereich zur Anlage.
Mit der Zeit wurden besonders die Fahrzeuge und Fluggeräte im Freien zu prägenden Bestandteilen des Ortes. Sie standen ungeschützt unter freiem Himmel und waren dauerhaft Feuchtigkeit, Rost und Bewuchs ausgesetzt.
Quellen: Schmalspur Ostwestfalen: Motor Technica Museum | Wikipedia: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen
Der Außenbereich wirkte nicht wie eine klassische Museumsausstellung. Zwischen hohem Gras, Sträuchern und Zäunen standen ausgemusterte Militärfahrzeuge, Panzer und Fluggeräte dicht nebeneinander. Besonders auffällig waren die sowjetisch und ostdeutsch geprägten Maschinen, darunter MiG-21, MiG-23, Mi-8 Hubschrauber und weitere militärische Luftfahrzeuge.
Durch die ungeordnete Aufstellung und den zunehmenden Verfall entstand der Eindruck eines Fahrzeugfriedhofs. Genau diese Mischung aus Militärtechnik, Rost und überwucherter Landschaft machte den Ort für Lost Places Fotografen besonders interessant.
Quellen: Urbex: Motor Technica Museum | Aviation Museum: Motor Technica Museum
Zu den markantesten Exponaten gehörte eine MiG-21 mit der Kennzeichnung 353. Die Maschine wurde als MiG-21SPS identifiziert und gehörte ursprünglich zu den Luftstreitkräften der DDR. Daneben befanden sich mehrere Hubschrauber und weitere Flugzeuge auf dem Gelände. Die Aufnahmen zeigen die Maschinen nicht im restaurierten Museumszustand, sondern mit verblasster Lackierung, Rost, beschädigten Scheiben und offenen technischen Bereichen.
Besonders eindrucksvoll sind die erhaltenen Cockpits. Instrumente, Steuerknüppel, Schalter und kyrillisch beschriftete Bedienfelder blieben sichtbar, während sich gleichzeitig Schmutz, Feuchtigkeit und Korrosion in den Innenräumen ausbreiteten.
Quellen: AirHistory: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen | MiG-21.de: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen
Der Verfall zeigte sich an nahezu jedem Detail. Lack blätterte von den Fahrzeugen ab, Metallteile rosteten und Pflanzen wuchsen durch Fahrwerke, Öffnungen und Innenräume. Stacheldraht, Bauzäune und dichtes Gestrüpp verstärkten den Eindruck eines aufgegebenen und sich selbst überlassenen Geländes.
Aus der einstigen Sammlung war ein ungewöhnliches Archiv aus Metall geworden. Die Fahrzeuge erzählten von unterschiedlichen Zeiten, Armeen und technischen Konzepten, während die Natur langsam die Kontrolle über das Gelände übernahm.
Quellen: MiG-21.de: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen | Urbex: Motor Technica Museum
Das Motor Technica Museum wurde 2007 wegen Umbauarbeiten geschlossen und öffnete anschließend nicht wieder. Im August 2016 wurde öffentlich berichtet, dass die verbliebenen Ausstellungsstücke aus dem Außenbereich bis zum Jahresende entfernt werden sollten. Die Auflösung der Bestände zog sich nach der verfügbaren Museumsgeschichte bis 2017 hin.
Damit endete die Lost-Place-Situation, die auf den Fotos dokumentiert ist. Einzelne Flugzeuge und Fahrzeuge wurden jedoch auch später noch auf dem ehemaligen Museumsgelände fotografisch nachgewiesen. Der Status „Demolished 2017“ beschreibt deshalb das Ende des verlassenen Museumsareals und seiner ursprünglichen Sammlungssituation.
Quellen: Neue Westfälische: Automuseum, Ein Stück Geschichte verschwindet | Wikipedia: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen | AirHistory: Motor Technica Museum Bad Oeynhausen
2014 habe ich den sogenannten Militärfriedhof in Bad Oeynhausen besucht. Zwischen dem hohen Gras und den verwitterten Fahrzeugen standen Panzer, Flugzeuge und Hubschrauber dicht nebeneinander. Besonders eindrucksvoll waren die offenen Cockpits, die kyrillischen Beschriftungen und die sichtbaren Spuren des jahrelangen Verfalls.
Heute sind diese Aufnahmen ein Zeitdokument des ehemaligen Motor Technica Museums. Sie zeigen einen Ort, an dem eine umfangreiche Sammlung militärischer Technik langsam ihre Funktion, ihre Ordnung und schließlich ihren ursprünglichen Standort verlor.
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