Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Krupp Villen Duisburg: Die historische Beamtensiedlung Bliersheim

Die Krupp Villen in Duisburg gehören zur historischen Beamtensiedlung Bliersheim. Die Villenkolonie entstand zwischen 1903 und 1910 unmittelbar südlich des damaligen Krupp-Hüttenwerks Rheinhausen. Sie diente als Wohnanlage für leitende Angestellte und höhere Beamte des Werkes.

Während die nahe gelegene Margarethensiedlung hauptsächlich Wohnraum für Arbeiter bot, spiegelte die Beamtensiedlung die betriebliche Hierarchie des Hüttenwerks wider. Direktoren und Betriebschefs lebten in freistehenden Villen. Für Betriebsassistenten wurden hingegen mehrere Doppelhäuser errichtet.

Quellen: Rheinische Industriekultur: Villenkolonie Bliersheim | Wikipedia: Beamtensiedlung Bliersheim

Eine Villenkolonie nach englischem Vorbild

Entworfen wurde die Anlage von dem Architekten Robert Schmohl, der seit 1892 das Kruppsche Baubüro leitete. Bei seiner Planung orientierte er sich an englischen Vorbildern sowie an den Ideen der Gartenstadtbewegung. Die Gebäude wurden als individuell gestaltete Landhäuser in großzügigen Gartenanlagen angeordnet.

Unterschiedliche Dach- und Giebelformen, Fachwerkelemente, hölzerne Loggien, Erker und Veranden verliehen jedem Haus ein eigenes Erscheinungsbild. Trotz dieser gestalterischen Vielfalt bildeten die Villen ein zusammenhängendes architektonisches Ensemble.

Quelle: Rheinische Industriekultur: Villenkolonie Bliersheim

Bis zu 400 Quadratmeter Wohnfläche

Insgesamt waren 22 Gebäude vorgesehen, von denen schließlich 17 errichtet wurden. Einige der repräsentativen Villen boten bis zu 400 Quadratmeter Wohnfläche. Zu den Räumen gehörten unter anderem Salons, Wohn- und Speisezimmer, Küchen sowie getrennte Wirtschaftsbereiche.

Im Zentrum der kreisförmig angelegten Villenstraße befand sich das Wohnhaus des Direktors mit einem separaten Kutscherhaus. Die Lage und Größe der einzelnen Gebäude machten die Stellung ihrer Bewohner innerhalb des Unternehmens deutlich sichtbar.

Quellen: Rheinische Industriekultur: Villenkolonie Bliersheim | Wikipedia: Beamtensiedlung Bliersheim

Leerstand und drohender Verfall

Seit Mitte der 1970er-Jahre standen die Villen weitgehend leer. Ohne eine dauerhafte Nutzung waren die historischen Gebäude zunehmend dem Verfall ausgesetzt. Im Jahr 1988 wurde die Siedlung unter Denkmalschutz gestellt. Acht Jahre später ließ die damalige Eigentümerin die leer stehenden Häuser sichern und wetterfest machen.

Von den ursprünglich errichteten Villen sind heute noch neun erhalten. Bis 2018 wurden sie durch unterschiedlich umfangreiche Sanierungsmaßnahmen vor dem weiteren Verfall geschützt. Einige Gebäude werden inzwischen gewerblich genutzt, während andere weiterhin leer stehen.

Quelle: Wikipedia: Beamtensiedlung Bliersheim

Mein Besuch im Jahr 2013

Ich besuchte die Krupp Villen in Duisburg im Winter 2013. Schnee lag auf den weitläufigen Grundstücken und zwischen den alten Bäumen. Gleichzeitig waren zahlreiche Fenster der verlassenen Gebäude mit Holzplatten verschlossen.

Die roten Dächer, verwitterten Fassaden und teilweise erhaltenen Veranden ließen den früheren repräsentativen Charakter der Beamtensiedlung dennoch deutlich erkennen. Besonders eindrucksvoll fand ich den Kontrast zwischen der großzügigen Architektur und dem damaligen Leerstand.

Die stillen Villen wirkten wie ein vergessenes Wohnviertel aus einer anderen Zeit. Meine Fotografien dokumentieren die Gebäude noch vor dem Abschluss der späteren Sanierungsmaßnahmen.

Atmosphere / Atmosphäre
33%
Risk / Gefahr
0%
Vandalism / Vandalismus
26%
Decay / Verfall
31%

Germany, visited in 2013

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

Renovated 2018

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