Bei Tabanovce in Nordmazedonien steht die Kodža Mehmet Beg Moschee. Ihre einzelne Kuppel und das schlanke Minarett sind noch immer gut zu erkennen, auch wenn dichtes Grün große Teile des Bauwerks verdeckt. Der Zustand der Mauern lässt die lange Vernachlässigung sichtbar werden.
Eine genaue Bauzeit ist nicht gesichert. Während eine Überlieferung den Ort mit dem Jahr 1380 verbindet, ordnet das Museum Kumanovo die erhaltene Moschee stilistisch dem späten 16. oder frühen 17. Jahrhundert zu. Die Kunsthistorikerin Slavica Krstić hält eine Errichtung zwischen 1586 und spätestens 1596 für wahrscheinlich. Auch die Stiftung durch Hodža Mehmet Bey, möglicherweise ein Sohn Koča Sinan Paschas, gilt als plausible Deutung.
Quellen: Museum Kumanovo | KumanovoNews
Der quadratische Gebetsraum wird von einer einzigen Kuppel überspannt. An der nordwestlichen Seite befand sich ein Vorbau. Wechselnde Reihen aus behauenem Stein und Ziegeln prägen das Mauerwerk. Am Minarett ist der obere Abschluss verloren gegangen; die reich verzierte Balkonzone mit ihrem Stalaktitdekor ist als architektonisches Detail überliefert.
Quellen: Museum Kumanovo | KumanovoNews
Im Gebetsraum liegt der Mihrab, die Gebetsnische, an der Südwand. Teile des Stalaktitdekors sind erhalten, aber beschädigt. An der Nordwand finden sich Spuren einer früheren Galerie. Im Zusammenspiel mit den freiliegenden Mauerflächen und den beschädigten Gewölben erzählen diese Details von der ursprünglichen Gestaltung des Innenraums.
Quelle: KumanovoNews
Das Museum Kumanovo führt die Moschee als bedeutendes Kulturerbe. Laut einer Mitteilung des Muftiamts von Kumanovo begannen am 25. September 2026 Reinigungs- und Ordnungsarbeiten im Hof und im Außenbereich. Die veröffentlichte Meldung beschreibt Pflegearbeiten am Umfeld, aber keinen Beginn einer baulichen Restaurierung.
Quelle: TV News, Mitteilung des Muftiamts von Kumanovo
Ich habe die Moschee 2016 besucht und fotografiert. Damals war das Gelände dicht bewachsen. Von außen ragten Kuppel und Minarett über das Grün; die Innenaufnahmen halten die beschädigten Gewölbe und die verbliebenen architektonischen Spuren fest.
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