Das Kloster Föhren im Landkreis Trier-Saarburg war über viele Jahrzehnte ein religiöser und sozialer Mittelpunkt der Gemeinde. Meine Aufnahmen aus dem Jahr 2010 zeigen die damals leerstehende Anlage mit ihren langen Fluren, alten Treppenhäusern, beschädigten Innenräumen und überwucherten Außenbereichen. Die Hauptgebäude wurden später abgerissen. Dieses Portfolio dokumentiert daher einen Ort, der in dieser Form heute nicht mehr existiert.
Die Geschichte des Areals begann im Jahr 1868 mit der Einrichtung des Waisenhauses St. Josef. Bereits 1877 wurde das Gebäude erweitert. Im Jahr 1904 übernahmen Franziskanerinnen aus Nonnenwerth die Einrichtung und gründeten in Föhren ein Kloster. Damit entwickelte sich der Standort zu einer Verbindung aus religiösem Leben, Kinderbetreuung und sozialer Arbeit.
Zwischen 1911 und 1913 entstand ein weiterer großer Gebäudeteil. Die Erweiterung wurde 1918 eröffnet und prägte später gemeinsam mit den älteren Gebäuden das Erscheinungsbild der Klosteranlage.
Quellen: Wikipedia: Kloster Föhren | Gemeinde Föhren: Kloster Föhren im Wandel der Zeit
Das Kinderheim blieb über viele Jahrzehnte die wichtigste Nutzung der Anlage. Nach dem Zweiten Weltkrieg lebten dort unter anderem Mädchen, die als schwer erziehbar galten. Die Ordensschwestern boten ihnen Unterstützung, hauswirtschaftliche Ausbildung und berufliche Perspektiven. Zusätzlich engagierten sie sich in der Krankenpflege und in der ambulanten Versorgung.
1914 wurde eine Schule gegründet. Ein Kindergarten kam 1928 hinzu. Die Schule entwickelte sich später zu einer Förderschule und blieb bis 1993 in Föhren bestehen. Das Kinderheim selbst wurde 1977 geschlossen.
Quellen: Wikipedia: Kloster Föhren | Bischöfliche Förderschule St. Josef Trier
Die letzten Ordensschwestern verließen Föhren im Jahr 1984. Die Gebäude wurden danach noch für verschiedene Zwecke genutzt. Zwischen 1989 und 2001 diente ein Teil der Anlage als Übergangswohnheim für Spätaussiedler aus der damaligen Sowjetunion und ihren Nachfolgestaaten.
Nach dem Ende dieser Nutzung standen die ehemaligen Klostergebäude zunehmend leer. Einige Nebengebäude wurden noch privat genutzt, während sich in den größeren Gebäudeteilen Leerstand und Verfall ausbreiteten. Die Gemeinde Föhren erwarb das Areal im Jahr 2013.
Quellen: Wikipedia: Kloster Föhren | Gemeinde Föhren: Kloster Föhren im Wandel der Zeit
Die Aufnahmen zeigen eine weitläufige Anlage mit hell verputzten Fassaden, roten Ziegeln und zahlreichen Rundbogenfenstern. Im Inneren führten lange Flure an alten Holztüren und beschädigten Wandflächen vorbei. Treppenhäuser, farbige Fenster, hölzerne Einbauten und die teilweise ungewöhnliche Raumaufteilung vermittelten noch immer den Eindruck eines früher stark genutzten Gebäudekomplexes.
Besonders auffällig waren die schweren Holztüren, die alten Treppengeländer und die Spuren verschiedener Nutzungsphasen. Zwischen den historischen Bauteilen waren die Grenzen zwischen Kloster, Kinderheim, Schule und späterem Leerstand kaum noch voneinander zu trennen.
Der jahrelange Leerstand hatte deutliche Spuren hinterlassen. An vielen Stellen blätterte die Farbe von den Wänden und Decken. Auf den Fluren lagen Bauschutt und zurückgelassene Einrichtungsgegenstände. Zerbrochene Sanitärteile, rostige Metallteile und beschädigte Türen zeugten vom fortschreitenden Verfall.
In einigen Räumen waren noch einzelne Möbelstücke vorhanden. Dazu gehörten unter anderem ein altes Klavier, geschnitzte Holzelemente und verschiedene Einbauten aus früheren Nutzungszeiten. Auch der Außenbereich war stark von der Natur überwuchert.
Der bauliche Zustand der Anlage verschlechterte sich zunehmend. Der große, aus den Jahren 1911 bis 1913 stammende Gebäudeteil wurde Anfang 2017 abgerissen. Auch das Dach des Klosters war so stark beschädigt, dass die historische Glocke entfernt werden musste.
Im Jahr 2020 folgte der Abriss des alten Hauptgebäudes. Damit verschwanden die Gebäudeteile, die auf meinen Bildern aus dem Jahr 2010 noch als verlassener Klosterkomplex zu sehen sind. Erhalten blieben unter anderem das sogenannte Kreuzgebäude, das Torhaus und die Alte Schule.
Quellen: Gemeinde Föhren: Kloster | Bebauungsplan Kloster Föhren
Auf dem ehemaligen Klosterareal soll langfristig ein neues Zentrum für Föhren entstehen. Vorgesehen sind Wohnraum, gemeinschaftlich genutzte Bereiche und weitere Angebote für das Dorf. Das Projekt trägt den Namen Klosterareal Föhren und soll den historischen Ort in eine neue Zukunft führen.
Das heutige Areal ist deshalb nicht mehr mit dem Zustand aus dem Jahr 2010 vergleichbar. Die Galerie zeigt eine vergangene Phase der Anlage, bevor die wichtigsten Klostergebäude abgerissen wurden. Genaue Zugangshinweise und die exakte Lage werden bei diesem nicht öffentlich zugänglichen Ort nicht veröffentlicht.
Quellen: Klosterareal Föhren: Das Projekt | Gemeinde Föhren: Kloster
Im Jahr 2010 war ich im ehemaligen Kloster Föhren unterwegs. Besonders beeindruckt haben mich die langen Flure, die verlassenen Treppenhäuser und die vielen zurückgelassenen Details aus der früheren Nutzung. Zwischen dem abblätternden Putz, den alten Türen und den überwucherten Außenflächen war die Geschichte des Ortes noch deutlich spürbar.
Heute haben diese Aufnahmen einen besonderen dokumentarischen Wert. Sie zeigen das Kloster Föhren in einer Phase, in der die Gebäude bereits stark verfallen waren, aber noch vollständig vorhanden waren.
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