Ich habe die Kathedrale der Karossen in Österreich fotografiert. Der Ort liegt auf Privatgelände, deshalb nenne ich den genauen Standort bewusst nicht. Gerade diese Zurückhaltung sorgt dafür, dass die Stimmung erhalten bleibt und der Ort nicht überrannt wird.
Die Halle wirkt wie ein Kirchenschiff aus Beton, Stahlträgern und langen Fensterbändern. Im Boden verlaufen Schienen, die den Raum wie eine Achse gliedern. Dazwischen stehen Fahrzeuge, viele davon nur noch als Karossen. Türen fehlen, Hauben sind offen, Sitze und Innenräume sind ausgeräumt. Überall liegen Teile und Materialreste, als wäre ein Arbeitsprozess mitten im Takt stehen geblieben.
Der Ort lebt vom Kontrast. Oben die klare Industriearchitektur, unten das chaotische Ende einer Werkstattwelt. Zwischen Trägern und Glasbausteinen sammeln sich Rost, Staub und zerfallene Strukturen. Genau darin liegt die Kraft dieser Szene. Alles ist sichtbar, nichts ist glatt.
Ein Warnschild hängt noch im Raum und wirkt heute wie eine Stimme aus einer anderen Zeit. Früher ging es hier um Lasten, Maschinen, Abläufe und Sicherheit. Heute bleibt nur die Hülle, doch die Atmosphäre ist dicht. Man erkennt, dass dieser Ort nicht als Ruine gedacht war, sondern als funktionierender Betrieb.
Zu den Automarken kann ich nur vorsichtig etwas sagen. Viele Embleme fehlen, und die Fahrzeuge sind zu stark zerlegt. Einige Silhouetten wirken wie typische europäische Limousinen und Kombis aus den 1960er bis 1980er Jahren. An einzelnen Linien dachte ich an Fiat oder Opel, aber das ist keine sichere Zuordnung. Mir fehlen dafür eindeutige Details wie Logos, Typenschilder oder charakteristische Frontpartien.
Ich war 2022 bei Sonnenuntergang dort. Das Licht stand tief und warm in der Halle. Es fiel durch beschädigte Dachflächen, glitt über die Schienen und blieb an jedem Stück Metall hängen. Vorne war der Raum noch hell und offen. Weiter hinten wurde es dunkler, dichter, fast wie ein Tunnel aus Schatten und Staub.
Ich bin langsam durch die Reihen gegangen und habe mir Zeit gelassen. In diesem Abendlicht wirkte jede Karosse wie ein eigenes Kapitel. Der Staub begann zu leuchten, als hätte er eine eigene Energie. Genau dann zeigt sich, warum ich solche Orte dokumentiere. Verfall ist nicht nur Ende. Er ist auch eine neue Ordnung, die leise entsteht, ohne Eile, ohne Publikum.
Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.
This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.