Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Ehemaliges Hamborner Stadtbad in Duisburg: Vom Lost Place zum Jobcenter

Das Hamborner Stadtbad in Duisburg-Hamborn war bei meinem Besuch im Jahr 2010 ein beeindruckender Lost Place. Die ehemalige Badeanstalt stand bereits seit vielen Jahren leer. In den Schwimmhallen, Umkleiden und Nebenräumen waren die Spuren des früheren Badebetriebs noch deutlich sichtbar.

Meine Fotografien zeigen das Gebäude in einer Zeit, in der Verfall, Vandalismus und zurückgelassene Gegenstände das Bild bestimmten. Heute ist das historische Stadtbad kein Lost Place mehr. Es wurde saniert und zum Jobcenter Duisburg-Nord umgebaut.

Quellen: Wikipedia: Ehemaliges Stadtbad Hamborn | Radio Duisburg: Neues Jobcenter im alten Stadtbad Hamborn

Ein Stadtbad der Neuen Sachlichkeit

Die Grundsteinlegung für das Hamborner Stadtbad erfolgte am 27. März 1929. Entworfen wurde der Bau vom Architekten und Regierungsbaumeister Franz Steinhauer. Das Gebäude entstand im Stil der Neuen Sachlichkeit, die durch klare Formen, Funktionalität und eine reduzierte Gestaltung geprägt ist.

Während der Weltwirtschaftskrise mussten die Bauarbeiten zunächst unterbrochen werden. Erst 1936 konnte der Bau fortgesetzt werden. Die Eröffnung des Stadtbades erfolgte schließlich im Jahr 1938.

Charakteristisch sind die Backsteinoptik, das Flachdach sowie die horizontalen und vertikalen Fensterbänder aus Muschelkalk. Der sachliche Baustil verleiht dem Gebäude bis heute eine markante Wirkung.

Quellen: Rundschau Duisburg: Stadtbad Hamborn: Greyfield baut Immobilie zum Bürostandort um | Wikipedia: Ehemaliges Stadtbad Hamborn

Zwei Schwimmhallen mit besonderer Konstruktion

Ursprünglich waren im Stadtbad zwei Schwimmhallen vorgesehen. Im rechten Gebäudeflügel befand sich das größere Becken für Männer. Im linken Flügel war ein kleineres Becken für Frauen geplant.

Die Schwimmbecken wurden aufwendig konstruiert. Wegen möglicher Bergschäden und Bodensenkungen waren die Stahlbetonbecken nicht direkt mit dem Gebäudekörper verbunden. Sie ruhten auf eigenen Fundamenten und speziellen Gleitlagern, die leichte Bewegungen des Untergrunds ausgleichen sollten.

Das kleinere Schwimmbecken wurde nach der Bauunterbrechung nicht mehr als Badehalle genutzt. Um 1945 baute man diesen Bereich zu einer Sporthalle um. Eine zweireihige Tribüne ermöglichte später auch den Zuschauerbetrieb.

Quellen: Rundschau Duisburg: Stadtbad Hamborn: Greyfield baut Immobilie zum Bürostandort um | Wikipedia: Ehemaliges Stadtbad Hamborn

Schließung und jahrelanger Leerstand

1998 wurde der Badebetrieb eingestellt, nachdem eine Decke als einsturzgefährdet eingestuft worden war. Nur wenige Jahre später eröffnete in unmittelbarer Nähe das neue Rhein-Ruhr-Bad. Für das historische Stadtbad begann damit eine lange Zeit des Leerstands.

Über viele Jahre verfiel das Gebäude. Graffiti, Vandalismus, Feuchtigkeit und zurückgelassene Einrichtungsgegenstände prägten den Zustand. In meinen Fotografien sind unter anderem alte Hinweisschilder, Schwimmbrillen, Abfallbehälter, beschädigte Unterlagen und die leeren Schwimmhallen zu sehen.

Quellen: Rundschau Duisburg: Stadtbad Hamborn: Greyfield baut Immobilie zum Bürostandort um | Wikipedia: Ehemaliges Stadtbad Hamborn

Denkmalschutz und neue Pläne

2005 wurde das ehemalige Stadtbad in die Denkmalliste aufgenommen. Ein früherer Plan, das Gebäude als Factory Outlet zu nutzen, scheiterte jedoch.

2018 kaufte die Greyfield Group das Objekt. Ziel war es, die historische Bausubstanz zu erhalten und das ehemalige Schwimmbad in einen modernen Bürostandort umzuwandeln. Die Sanierung sollte dem Gebäude eine neue Zukunft geben, ohne seine ursprüngliche architektonische Identität vollständig zu verlieren.

Quellen: Wikipedia: Ehemaliges Stadtbad Hamborn | Rundschau Duisburg: Stadtbad Hamborn: Greyfield baut Immobilie zum Bürostandort um

Vom Lost Place zum Jobcenter

Die Umwandlung des alten Stadtbades verlief zunächst nicht problemlos. Die Bauarbeiten verzögerten sich und mussten zeitweise unterbrochen werden. Schließlich wurde das Projekt neu organisiert und weitergeführt.

Im April 2023 wurde das neue Jobcenter Duisburg-Nord im ehemaligen Stadtbad offiziell eingeweiht. Die früheren Badebereiche dienen heute als Büro- und Beratungsräume.

Damit ist das Hamborner Stadtbad heute kein Lost Place mehr. Das Gebäude wird wieder regulär genutzt und bleibt durch seine neue Funktion erhalten. Meine Fotografien zeigen deshalb einen Zustand, der inzwischen vollständig verschwunden ist.

Quellen: Radio Duisburg: Neues Jobcenter im alten Stadtbad Hamborn | dBS Invest: Stadtbad Hamborn

Hinweis zum heutigen Zustand

Das ehemalige Stadtbad ist heute ein genutztes Verwaltungsgebäude. Es ist nicht öffentlich als Lost Place zugänglich. Ein unbefugtes Betreten ist daher nicht erlaubt.

Der besondere Wert dieser Galerie liegt in der zeitlichen Dokumentation. Sie zeigt das Hamborner Stadtbad vor der Sanierung, als die leeren Hallen, alten Fliesen und zurückgelassenen Gegenstände noch vom vergangenen Badebetrieb erzählten.

Quellen: Radio Duisburg: Neues Jobcenter im alten Stadtbad Hamborn | dBS Invest: Stadtbad Hamborn

Mein Besuch 2010

Als ich das Hamborner Stadtbad 2010 fotografierte, wirkte der Ort wie aus der Zeit gefallen. Die großen Schwimmhallen waren leer, die Fliesen verschmutzt und viele Räume bereits deutlich vom Verfall gezeichnet.

Besonders eindrucksvoll waren die kleinen Überreste des früheren Badebetriebs. Eine alte Schwimmbrille, Hinweisschilder zur Fußdesinfektion, vergessene Unterlagen und beschädigte Einrichtungsgegenstände erzählten mehr über die Vergangenheit als jede moderne Ausstellung.

Zwischen den leeren Becken und den hohen Fenstern war die ursprüngliche Funktion des Gebäudes noch immer spürbar. Meine Aufnahmen bewahren diesen Zustand aus dem Jahr 2010, bevor das Stadtbad saniert und einer neuen Nutzung zugeführt wurde.

Atmosphere / Atmosphäre
16%
Risk / Gefahr
2%
Vandalism / Vandalismus
20%
Decay / Verfall
17%

Germany, visited in 2010

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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