Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Herrenhaus Pinnow: Neogotisches Gutshaus bei Breesen

Das Herrenhaus Pinnow liegt bei Breesen nordwestlich von Neubrandenburg in Mecklenburg-Vorpommern. Der außergewöhnliche Backsteinbau entstand zwischen 1862 und 1869 im Stil der Neogotik für die Familie von Klinggräff.

Meine Fotografien entstanden im Jahr 2010. Sie dokumentieren das Herrenhaus noch vor den späteren Sicherungs- und Sanierungsarbeiten.

Vom Gut zum Familiensitz der Klinggräffs

Die Geschichte des Gutes reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Im Jahr 1612 gehörte Pinnow der Familie von Aschersleben, 1668 gelangte es an Reimar Ernst von Voß. Ab 1700 befand sich das Anwesen im Besitz der Familie von Klinggräff, die es bis zur Enteignung im Jahr 1945 bewirtschaftete.

Friedrich von Klinggräff ließ das vorhandene eingeschossige Pächterhaus zu einem repräsentativen Familiensitz erweitern. Teile des älteren Gebäudes wurden dabei in den Neubau einbezogen.

Quellen: Herrenhaus Pinnow – Geschichte | Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern

Planung durch drei bedeutende Architekten

Die ursprünglichen Pläne für das Herrenhaus stammten vom königlich-hannoverschen Baurat Conrad Wilhelm Hase. Die Bauleitung übernahm zunächst sein Schüler Carl Schäfer.

Nachdem Hase den Auftrag 1864 verloren hatte, führte der Kölner Diözesanbaumeister Heinrich Wiethase das Projekt weiter und vollendete das Gebäude. Auch Friedrich von Klinggräff selbst nahm Einfluss auf die Gestaltung und die Innenausstattung.

Quellen: Herrenhaus Pinnow – Geschichte | Conrad-Wilhelm-Hase-Portal

Neogotische Architektur mit Innenhof

Das Herrenhaus wurde aus Backstein auf einem Feldsteinsockel errichtet. Seine Gebäudeflügel umschließen einen kleinen rechteckigen Innenhof. Spitzbogige Fenster, dekorative Backsteinelemente und der turmartige Mittelbau verleihen dem Anwesen seinen charakteristischen neogotischen Ausdruck.

Holzgalerien erschlossen Teile des Innenhofes. Trotz der repräsentativen Gestaltung blieb die Architektur eng mit den praktischen Anforderungen eines landwirtschaftlichen Gutes verbunden.

Quelle: Gutshäuser und Schlösser in Mecklenburg-Vorpommern

Enteignung und neue Nutzungen nach 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Familie von Klinggräff enteignet. Das Herrenhaus diente anschließend mehreren Familien als Wohnraum. Außerdem waren hier zeitweise die Verwaltung einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, eine Poststelle und kommunale Einrichtungen untergebracht.

Seit den 1970er-Jahren verließen immer mehr Bewohner das Gebäude. Nachdem die letzte Bewohnerin 2004 gestorben war, stand das Herrenhaus vollständig leer.

Quelle: Herrenhaus Pinnow – Geschichte

Verfall und Rettung des Herrenhauses

Bereits 1996 übernahm ein Arbeitskreis für Denkmalpflege das Anwesen und begann mit ersten Sicherungsmaßnahmen. Die Arbeiten konnten jedoch nicht vollständig abgeschlossen werden.

Nach Jahren des Verfalls wurde das Herrenhaus 2012 von der Gemeinde an private Eigentümer verkauft. Es folgten Notsicherungen und ab 2013 eine schrittweise denkmalgerechte Sanierung. Das Gebäude ist daher heute kein aufgegebener Lost Place mehr.

Quellen: Herrenhaus Pinnow – Geschichte | Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern

Mein Besuch 2010

Ich besuchte das Herrenhaus Pinnow im Jahr 2010 – noch vor den entscheidenden Sicherungs- und Sanierungsarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt war das historische Anwesen vom langjährigen Leerstand und fortschreitenden Verfall geprägt.

Meine Fotografien halten diesen vergänglichen Zustand fest. Gleichzeitig lassen sich in der Architektur noch viele Details erkennen, die von der früheren Bedeutung des Gutshauses und dem gestalterischen Anspruch seiner Erbauer erzählen.

Atmosphere / Atmosphäre
64%
Risk / Gefahr
11%
Vandalism / Vandalismus
7%
Decay / Verfall
67%

Germany, visited in 2010

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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