Lost Places Bilderarchiv –  außergewöhnliche und verlassene Orte weltweit

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Fabbrica Malaci: Verlassene Baumwollspinnerei in Italien

Unter dem Namen Fabbrica Malaci dokumentiere ich eine verlassene Baumwollspinnerei in Italien. Die Geschichte des weitläufigen Industriekomplexes begann im Jahr 1839. Nach fast eineinhalb Jahrhunderten endete die Textilproduktion 1984. Meine Fotografien entstanden bei einem Besuch im Jahr 2014.

Die Entstehung der Baumwollspinnerei

Die Bauarbeiten für die Fabrik begannen 1839. Zunächst entstanden Straßen, Kanäle und weitere technische Anlagen, die für den Betrieb benötigt wurden. Ende 1842 wurden die ersten Textilmaschinen montiert, bevor im folgenden Jahr die Produktion aufgenommen wurde.

Das zentrale Fabrikgebäude wurde über einem künstlich angelegten Kanal errichtet. Wegen des feuchten Untergrunds musste das Fundament mit langen Eichenpfählen stabilisiert werden.

Quelle: Die Bauphasen der historischen Baumwollspinnerei

Wasserkraft für die Textilmaschinen

Die Nähe zu einem Fluss war für den Standort entscheidend. Ein Teil des Wassers wurde in einen künstlichen Kanal umgeleitet und trieb zwei Turbinen an. Diese lieferten die Energie für die Maschinen der mechanischen Baumwollspinnerei.

Bereits 1847 arbeiteten dort rund 500 Menschen an etwa 12.000 Spindeln. Die Fabrik gehörte damit zu den bedeutenden frühen Industrieanlagen der Region.

649 Beschäftigte und 20.000 Spindeln

In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich die Spinnerei zu einem großen Arbeitgeber. Für das Jahr 1866 sind 649 Beschäftigte und eine Kapazität von etwa 20.000 Spindeln überliefert.

Das Fabrikgelände wurde mehrfach erweitert. Neben zusätzlichen Produktionsgebäuden entstanden Werkstätten, Baumwolllager, technische Anlagen und Wohnräume für leitende Angestellte.

Quelle: Geschichte der ehemaligen Baumwollspinnerei

Modernisierung des Fabrikkomplexes

Nach mehreren Eigentümerwechseln wurde die Fabrik gegen Ende des 19. Jahrhunderts von einer größeren Textilgesellschaft übernommen. Neue Maschinen und Produktionshallen sollten den Betrieb an die veränderten technischen Anforderungen anpassen.

Um 1910 verfügte das Werk über rund 60.000 Spindeln. Teile der älteren Bausubstanz wurden verändert oder ersetzt, während sich der Industriekomplex in verschiedene Richtungen ausdehnte.

Brände, Kriegsschäden und Wiederaufbau

In den Jahren 1916 und 1917 zerstörten zwei Brände Teile der Fabrik. Der zweite Brand ereignete sich während des Ersten Weltkriegs. Beim anschließenden Wiederaufbau wurde das Hauptgebäude umgestaltet und die Anlage erneut erweitert.

Zwischen den 1930er- und 1950er-Jahren entstand ein weiterer Produktionsbau. Überdachte Betonbrücken verbanden ihn mit den älteren Gebäuden des Werkes.

Quelle: Entwicklung des Fabrikgeländes von 1839 bis 1960

Das Ende der Produktion im Jahr 1984

Seit dem Ende der 1950er-Jahre geriet die italienische Baumwollindustrie zunehmend unter wirtschaftlichen Druck. Auch diese Spinnerei war von der Krise betroffen. Die Produktion wurde schließlich 1984 dauerhaft eingestellt.

Fünf Jahre später entfernte der Eigentümer einen großen Teil der Maschinen. Zurück blieben leere Produktionshallen, Werkstätten und technische Gebäudeteile, die seitdem langsam verfallen.

Architektur einer verlassenen Textilfabrik

Die unterschiedlichen Bauphasen sind auf dem Gelände bis heute ablesbar. Backsteinmauern, große Fensterflächen, gusseiserne Stützen und weitläufige Hallen erinnern an die industrielle Nutzung.

Besonders auffällig ist der Gegensatz zwischen den älteren Fabrikgebäuden und den später hinzugefügten Hallen aus Stahlbeton. Gemeinsam bilden sie ein eindrucksvolles Zeugnis der italienischen Industriegeschichte.

Mein Besuch 2014

Als ich die Fabbrica Malaci im Jahr 2014 fotografierte, waren weite Teile des Komplexes bereits leer. In den Hallen fanden sich dennoch zahlreiche Spuren der früheren Nutzung: alte Leitungen, technische Einbauten, verlassene Arbeitsbereiche und die markante Konstruktion der Gebäude.

Mich beeindruckten vor allem die Größe des Werkes und die vielen übereinanderliegenden Zeitschichten. Meine Fotografien zeigen eine Industrieanlage, die fast 150 Jahre lang Arbeit und Produktion geprägt hatte und schließlich zu einem stillen Lost Place in Italien wurde.

Atmosphere / Atmosphäre
31%
Risk / Gefahr
27%
Vandalism / Vandalismus
27%
Decay / Verfall
57%

Italy, visited in 2014

Da dieser Ort nicht offiziell zu besichtigen ist, darf ich keinen genauen Standort im Internet veröffentlichen. Ich bitte um Verständnis.

This place is not officially open for visitors, I am not allowed to publish the exact coordinates or give out any information. I ask for your understanding.

Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.

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