Die ehemalige Lederfabrik Eifel Leder in Flamersheim, einem Stadtteil von Euskirchen, war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Industriebetrieb der Region. Als ich den verlassenen Komplex im Jahr 2009 fotografierte, war die Produktion längst Geschichte. Zwischen verklinkerten Fassaden, großen Innenräumen und zurückgelassenen technischen Anlagen war die frühere Nutzung jedoch noch deutlich spürbar.
Heute ist der Ort kein Lost Place mehr. Das ehemalige Fabrikgelände wurde zum Campus Flamersheim umgebaut und teilweise neu gestaltet.
Quelle: Mertens-Koll: Alte Lederfabrik – Campus Flamersheim | G+S Wohnbau: Revitalisierung der alten Lederfabrik
Im Jahr 1860 gründete Christian Schäfer in Flamersheim eine Gerberei. Über mehr als ein Jahrhundert bot der Betrieb Arbeitsplätze und beschäftigte zeitweise mehr als 200 Menschen. Die Lederfabrik war damit nicht nur ein Produktionsstandort, sondern auch ein fester Bestandteil des örtlichen Lebens.
Ende der 1990er-Jahre musste die Fabrik ihre Tore schließen. Nach über 100 Jahren endete damit die Geschichte eines Familienbetriebs, der den Ort und seine Umgebung über Generationen geprägt hatte.
Quelle: Mertens-Koll: Alte Lederfabrik – Campus Flamersheim
Nach dem Ende der Produktion verloren die Gebäude ihre ursprüngliche Funktion. Die frühere Arbeitswelt blieb jedoch in vielen Details erhalten. Alte Leitungen verliefen unter den Decken, geflieste Räume erinnerten an die industrielle Nutzung und verblasste Schilder verwiesen auf die Abläufe innerhalb der Fabrik.
Der besondere Charakter von Eifel Leder entstand durch den Gegensatz zwischen der Größe des Komplexes und der vollkommenen Ruhe, die dort eingekehrt war. Wo einst gearbeitet und Leder verarbeitet wurde, lagen nur noch Staub, Leere und die Spuren eines vergangenen Produktionsalltags.
Quelle: Wikipedia: Flamersheim | Mertens-Koll: Alte Lederfabrik – Campus Flamersheim
Die spätere Entwicklung des Areals verlief anders, als es der alte Status dieser Seite vermuten lässt. Die Fabrik wurde nicht vollständig abgerissen. Große Teile des historischen Bestands blieben erhalten, wurden saniert und für neue Nutzungen umgebaut.
Im ehemaligen Fabrikgelände entstanden Wohnungen, Büros und Gewerbeeinheiten. Auch ein Café sowie eine Oldtimergarage wurden in das neue Konzept integriert. Einzelne Gebäudeteile wurden zurückgebaut, unter anderem für Grünflächen, einen Spielplatz und die neue Tiefgarage.
Damit wurde aus einem verlassenen Produktionsstandort ein modernes Quartier, in dem die Geschichte der alten Lederfabrik zumindest teilweise weiterlebt.
Quelle: Mertens-Koll: Alte Lederfabrik – Campus Flamersheim | G+S Wohnbau: Campus Flamersheim
Ich besuchte Eifel Leder im Jahr 2009. Bereits an der Fassade war der frühere Name des Betriebs noch zu erkennen. Im Inneren führten mich die Räume durch eine Mischung aus offenen Produktionsflächen, gefliesten Bereichen und technischen Installationen.
Rohrleitungen verliefen unter der Decke, alte Schilder hingen noch an den Wänden und durch die Fenster fiel hartes Tageslicht auf den staubigen Boden. Besonders eindrucksvoll war der Gegensatz zwischen der Größe der Fabrik und der vollkommenen Ruhe.
Meine Aufnahmen entstanden in einer kurzen Zwischenphase: Der Betrieb war längst verschwunden, die spätere Nutzung als Campus Flamersheim aber noch nicht absehbar. Heute erinnern die Fotografien an eine Lederfabrik, deren industrielle Vergangenheit im Ort nur noch teilweise sichtbar ist.
Falls Ihnen ein Foto ganz besonders gut gefällt und Sie einen Kunstdruck dessen erwerben möchten, können Sie dies im Lost Places Shop tun. Falls Sie Interesse an Fotografien für eine Dokumentation oder sonstige mediale Verwendung haben, schreiben Sie mir direkt eine E-Mail an info@lost-places.com.